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    3.3 Motive im Anschnitt

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    3-3 Portrait mit einem Anschnitt an der unteren Bildkante

    Motive im Anschnitt

    Viele Motive werden im Anschnitt fotografiert. Das Bild zeigt einen ähnlichen Ausschnitt wie eine Büste, welche seit Jahrhunderten erstellt werden.

    Es gibt Situationen, wo der Anschnitt vom Betrachter kaum wahrgenommen wird. Dies ist beispielsweise, wenn Personen an der unteren Bildkante angeschnitten werden, so wie bei diesem Kinderporträt.

     

    3-3- Portrait mit vierfachem Anschnitt und dennoch harmonisch

    Dieses Frauenbild ist an allen vier Seiten angeschnitten. Der Anschnitt wirkt dennoch weder ungewohnt noch irritierend.

    Damit der Anschnitt nicht auffällig ist, muss dieser richtig, also nicht störend, positioniert sein.

    Bei den Einstellungsgrößen haben wir bereits unterschiedliche Anschnitte kennengelernt. Diese sehen wir jeden Tag im TV. Wir sind also daran gewöhnt und diese Anschnitte wirken ganz natürlich.

    Beim Anschnitt gilt, dass die Figur deutlich und nicht knapp angeschnitten sein sollte.

    3-3-Walze

    Der Anschnitt bei dieser Walze wirkt beispielsweise fehlerhaft und wirft sofort die Frage auf, warum das Dach knapp beschnitten wurde.

    Wenn das Motiv bereits bei der Aufnahme an mehreren Seiten angeschnitten wurde, kann man später kaum noch einen anderen und vielleicht besseren Bildausschnitt wählen.

    3-3-Frau-Blitzer

    Beim Motiv der Frau sieht man in der ersten Version etwas Haut am linken Bildrand hervorblicken, was für Unruhe sorgt. Durch einen etwas engeren Beschnitt kann dieser ablenkende Bereich einfach entfernt werden.

    Auch bei Objekten oder in der Architekturfotografie ist ein deutlicher Anschnitt des Hauptmotivs meistens kein Problem.

     

    Gibt es einen Unterschied zwischen Anschnitt, Beschnitt oder Ausschnitt?

    Alle Begriffe meinen, dass nur ein Teil des ursprünglich gemachten Fotos gezeigt wird. Wenn das gemachte Foto kein 360° Panorama ist, zeigt es eh nur einen Ausschnitt der Welt.

    Da es aber auch zum Begriff der Schärfentiefe oder Tiefenschärfe heiße Diskussionen gibt, hier meine persönliche Meinung:

    Ich spreche oft vom (gezielten) Anschnitt, wenn dies eine Steigerung der Bildwirkung zur Folge hat. Bei einem Portrait, im Sinne eines Headshot, ist der Oberkörper unwichtig und braucht nicht gezeigt zu werden. Der Anschnitt lenkt somit die Aufmerksamkeit auf das gezeigte Gesicht.

    Der Beschnitt ist oftmals eher technisch bedingt, weil das Motiv z.B. in ein Layoutraster oder Format eingepasst werden muss. Es fällt also etwas im Bild weg, z.B. beim randabfallenden Druck, obwohl man dies vielleicht gar nicht möchte. Bei der Abbildung der Walze fehlt ein Teil vom Dach, das Motiv ist somit unvollständig, es ist (unvorteilhaft) beschnitten.

    Letztlich handelt es sich um Wortklauberei. Vielleicht ist der Anschnitt etwas positiver belegt.

    Wenn ein Bild nicht komplett dargestellt wird, handelt es sich um einen Ausschnitt.

     

    3.4 Übung

    Uebung

    Fange an Bilder zu sammeln, welche dir persönlich sehr gut gefallen.
    Aus den gesammelten Bildern kann man viel lernen. Du sollst die Bilder später auch auf die hier vermittelten Gestaltungsregeln untersuchen.

    Ob du jetzt einen digitalen Ordner erstellst oder lieber einen Schuhkarton nutzt, ist völlig egal.

     

    3-4 Das Motiv kommt ohne Anschnitt aus.

    Hier ist ein mögliches Beispielfoto.

    Beachte den fließenden (unscharfen) Horizont und wie gut die Unschärfe des Vorder- und Hintergrunds die Trennung zum Motiv unterstützt. Aber ich möchte hier noch nicht zu weit vorgreifen.

     


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    Zum Anfang: Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

    Zum 3. Kapitel: Häufige Gestaltungsfehler

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