Ticker

    Phase One XF und IQ3 mit 100MP – Meine Eindrücke

    Von

    Phase One XF System mit IQ3-100MP Rückteil - Review

    Meine persönlichen Eindrücke zum Phase One XF System mit 100MP

    Da ist es nun passiert und ich halte ein Phase One XF System mit 100 Megapixel in der Hand, welches ich nach einer Einführung bei Phase One (Köln) zum Testen mitnehmen durfte. Dafür an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.

    Wer das XF-System kennt, kann sicher nachvollziehen, warum ich mich wie ein Schneekönig auf mein Review freue, den Anderen möchte ich es kurz erörtern.

    Phase One bietet Mittelformatkameras mit abnehmbaren Digitalrückteilen an, die sich z.B. auch an Fachkameras nutzen lassen. Es gibt zwei Objektivserien, eine mit Mamiya-Historie und die andere unter der Marke Schneider-Kreuznach, welche mit Zentralverschlüssen ausgestattet ist und Blitzsynchronisationszeiten bis zu 1/1600s ermöglicht. Beide Serien können mit dem Kamera-Schlitzverschluss bis zu einer 1/4000s genutzt werden.

     

    Was ist jetzt so besonders daran?

    • 100 Megapixel IQ3 Digitalback mit 11.608 x 8.708 Pixeln auf 53,7 mm x 40,4 mm
    • 16 Bit Farbtiefe
    • 15 Blenden Dynamikumfang
    • Objektive gerechnet für ≥ 100 MP

    Mehr bietet zurzeit keiner. Daher wird es interessant werden zu sehen, was diese Daten auf dem Papier wirklich im in puncto Bildqualität bedeuten.

     

    Phase One bietet neben der Hardware mit Capture One Pro auch die passende Software für die RAW-Entwicklung, Bildbearbeitung und -verwaltung an. Unterstützt werden mittlerweile über 400 Kameramodelle, auch von Canon, Nikon, Sony, etc. Ich nutze die Software auch schon länger mit meinen Nikons, hier geht es zu Übersicht der unterstützten Kameramodelle (Werbung).

     

    Auspacken und los geht´s

    Dass man sich in einer anderen Kameraklasse bewegt, merkt man schon an der Verpackung. Das System wir mit einem Pelican Storm Koffer (mit Rollen und Teleskop-Ziehgriff) geliefert. Im Inneren befindet sich ein „Phase One“ Polstermodul (Internal Camera Unit, ICU) der Firma F-stop. Das komplette ICU kann einfach herausgenommen und beispielsweise in einen optionalen F-Stop-Rucksack eingesetzt werden.

    Ich finde dieses Konzept ist eine prima Lösung, so kann auch anderes Equipment komplett in einem Rutsch beispielsweise zwischen Regal, Koffer und Rucksack hin und her gewechselt werden. Die F-stop ICU-Module und Rücksäcke gibt es in Deutschland z.B. bei Augenblicke Einfangen* (Werbung) oder Foto-Morgen* (Werbung).

    Im Koffer befindet sich die Phase One XF-Kamera mit Prismensucher, IQ3 100MP Digitalback und Schneider-Kreuznach 80 mm LS f/2,8-Objektiv.  Vier 3400-mAh-Akkus und das Ladegerät mit mehreren Netztadaptern zum gleichzeitigen Laden von 2 Akkus. Zum Betrieb des XF-Systems wird je ein Akku in der Kamera und im IQ3 Rückteil benötigt.

    Eine 16- GB-CF-Karte inkl. Kartenleser, Graukarten und einem Sensor-Reinigungsset. Je ein Firewire 800- und USB 3.0-Kabel sowie ein HDMI- und Blitz-Anschlusskabel. Ein USB-Stick mit der Capture One Pro Software gehört auch noch dazu sowie ein F-stop Laptop-Sonnenschutz, ich dachte zuerst das Es eine Regenhaube sei.

    Neben dem 80 mm LS f/2.8 Standardobjektiv hatte ich zusätzlich noch das 120 mm LS f/4.0 Makro und 35 mm LS f/3,5.  Die letzten beiden Zentralverschluss-Objektive im aktuellen Schneider-Kreuznach “Blue Ring” Design.

    Wem eine Kleinbild-DSLR zu schwer ist, der kann an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören.

    Ich habe zwei schussfertige Konfigurationen der XF (ohne Gurt und Objektivdeckel) auf die Waage gelegt und hatte mit knapp 2,6 kg und 3,62 kg ein ordentliches Stück Hardware. Daher wird man gerne auf ein Stativ zurückgreifen, was bei diesen hohen Sensorauflösungen mit kleinen Pixelgrößen eh Sinn macht.

    Der Mittelformatsensor ist ca. 2,5 mal so groß wie der einer Nikon D800 oder Sony A7 R II. Wenn man die 36 MP oder 42 MP mit 2,5 multipliziert, kommt man auf 90 respektive 105 Megapixel. Genau in dieser Region befindet sich der IQ3 100 MP-Sensor. Die Pixel sind mit 4,6 µm ähnlich groß. Beugungsunschärfe durch zu starkes Abblenden ist somit auch hier ein Thema.

    Die Kamera muss übrigens eingeschaltet werden, damit der Spiegel in die richtige Position klappt und man ein Sucherblid bekommt.

     

    Ausstattung

    Eine Mittelformatkamera unterscheidet sich von der gewohnten KB-DSLR, ähnlich wie ein Sportwagen zum Lieferwagen. Daher kann man diese Kameramodelle auch nicht 1 zu 1 miteinander vergleichen. Man fotografiert gemächlicher und überlegter und auch das Arbeiten per Stativ ist eher die Regel als die Ausnahme. Ich habe natürlich auch ein paar Fotos aus der Hand geschossen. Meiner Meinung nach macht das erst ab etwa 1/250s Sinn, da es keine Bildstabilisation gibt. Um so besser, wenn es jemand auch mit längeren Zeiten verwacklungsfrei schafft.

     

    Bedienung und Anzeigen

    Die Kamera hat an der Oberseite des Handgriffes ein Touch-Display, über welches die wesentlichen Einstellungen vorgenommen werden können. Die komplette Anzeige ist per Wischbewegung z.B. gegen die Ansicht des Seismografen, der Libelle, etc. wechselbar.

    Phase one xf Kamera - kleines Display

    Auffällig ist, dass die Spiegelvorauslösung (letztes Symbol unten rechts) sich nicht in irgendwelchen Untermenüs befindet, sondern direkt auf dem Hauptbildschirm liegt, denn diese Funktion wird man des öfteren nutzen.

    Der Handgriff besitzt drei Einstellräder, das vordere für die Blende, das hintere für die Zeit und ein Seitliches für die ISO-Werte. Die Belegung der Bedienungselemente ist programmierbar, daher sind diese auch nicht beschriftet. Um das Display herum befinden sich mehrere Knöpfe, über welche die Bedienung erledigt werden kann. Beispielsweise ist  ein „zurück“ über einen echten Knopf immer sehr einfach möglich. Die Wahl der Belichtungskorrektur hat man aber schneller per Touch ausgewählt, es sei denn, man hat sich dafür einen Knopf programmiert. Man hat also mehrere Möglichkeiten die Einstellungen vorzunehmen und kann sich für die persönliche Arbeitsweise die Bedienung zurechtlegen. Der runde Button auf dem Foto rechts unten ist beispielsweise zum Ein- und Ausschalten der Kamera. Die Kamera besitzt noch weitere Knöpfe, die ebenfalls frei belegt werden können.

     

    Seismograf
    Phase one xf Kamera - kleines Display - Seismograph
    Per Fingerwisch kommt man zum eingebauten Seismografen, der die Kameraerschütterungen misst. Auf Wunsch wartet die Kamera nach dem Betätigen des Auslösers, bis die Erschütterungen minimiert sind, damit das Foto nicht verwackelt.

    In Verbindung mit der Spiegelvorauslösung können auch feste Verzögerungszeiten vorgewählt werden.

     

    Wasserwaagen (Libelle)

    Phase one xf Kamera - kleines Display - Wasserwaage - Libelle
    Es gibt eine digitale Wasserwaage zur präzisen Ausrichtung der Kamera. Die Kameraausrichtung wird bei der Aufnahme in den Metadaten gespeichert, so kann in Captue One Pro eine automatische Trapez-Korrektur gemacht werden, um beispielsweise stürzende Linien auszugleichen. Eine ähnliche Funktionalität bietet z.B. Jobo mit dem LensTRUE System an.

     

    Display des IQ3

    Das Touch-Display des IQ3 Digitalbacks bietet weitere Einstellungen wie z.B. Netzwerk, Karte Formatieren, Datum Uhrzeit, etc. und auch den LiveView. Man kann sich auch das kleine Display, vom Griff, hierhin spiegeln, was je nach Kameraposition sehr sinnvoll ist. Das gemachte Foto kann mit unterschiedlichen Hilfen betrachtet werden, die Overlays für Schärfe und Belichtungswarnungen aus Capture One bekannt, gibt es beispielsweise auch hier. Das Rückteil besitzt für die Bedienung zusätzlich vier Knöpfe.

     

     

    Autofokus

    Man kann den Autofokus nicht mit dem AF moderner digitaler Kleinbildkameras vergleichen, es gibt nur einen einzelnen Fokuspunkt in der Bildmitte. Subjektiv gefühlt ist der AF auch etwas langsamer. Mit dem 120er Makro habe ich meistens grob manuell fokussiert und erst dann den Autofokus genutzt, weil der AF doch öfters Hin und Her gefahren ist ohne sein Ziel zu treffen. Der AF-Bereich kann bei diesem Objektiv limitiert werden, wenn die Motive nicht im Nahbereich liegen. Bei den anderen Objektiven hat der Autofokus sehr gut funktioniert.

    Phase One XF - AF-Hilfslicht

    Die XF-Kamera besitzt ein weißes AF-Hilfslicht.

    Weil der AF-Punkt mittig liegt, muss man erst fokussieren und dann den Bildausschnitt bestimmen. Wenn man aus der Hand fotografiert, drückt man leicht den Auslöser und der Autofokus stellt scharf. Man lässt den Auslöser halb gedrückt und die Schärfe bleibt fixiert, während man die Kamera in den gewünschten Ausschnitt verschwenkt. Beim Fotografieren eines statischen Motivs funktioniert das wunderbar.

    Bei der Arbeit mit Stativ ist das, wenn man wie ich gerne einen Getriebeneiger arbeitet, nicht ganz so optimal. Man kann alternativ auch den LiveView nutzen, bei den 100MP ist man allerdings auf dem kleinen Display etwas verloren. Daher macht ein iPad mit der Capture Pilot App (und der Adhoc Netztwerkfunktion des IQ3) sehr viel Sinn. Man hat ein deutlich größeres Preview (in zwei Qualitäten umschaltbar) und auch die Bildrate ist selbst auf einem ollen iPad 2 brauchbar. Das Zoomen und Verschieben funktioniert ebenfalls gut.

     

    Capture One Pro 9 für die RAW-Entwicklung und Kabelgebundenes fotografieren

    Da das Programm relativ komplex ist und sehr viele Möglichkeiten bietet, kratze ich an dieser Stelle nur etwas an der Oberfläche.

    LiveView

    Mit dem LiveView hatte ich zwei Problemchen, zum einen gab es Pixelfehler und zum anderen ging die Bildrate deutlich runter, sodass man eigentlich kaum mehr von einem LiveView sprechen konnte.

    Capture One Pro - LiveView

    Im LiveView sind Pixelfehler erkennbar (eingekringelt), oben links sieht man das komplette Bild. Die Anzahl ändert sich je nach den Helligkeitsbedingungen.

    Beides lag im Prinzip am selben Grund. Der LiveView passt sich an die Lichtsituation an, und wenn es zu dunkel ist, dann wird die Belichtungszeit (für den LiveView) verlängert (deswegen geht auch die Bildrate deutlich zurück) und wie in der Videotechnik üblich wird der Gain-Level (Signalverstärkung) angehoben, was zu Bildrauschen führt und wodurch auch die Pixelfehler im LiveView sichtbar werden. Im richtigen Foto konnte ich diese nicht wiederfinden.

    Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich bei der Nutzung der Kamera Probleme bekommen habe. Die Bilder wurden nicht mehr übertragen. Das lag daran, dass der Akku vom IQ3 nur noch 10% Leistung hatte (nach Ladegerät 5%). Da die Kamerabatterie noch etwa halb voll war, hat die Batterieanzeige in der Software mit dem Mittelwert von 28% noch keine Warnung angezeigt. Durch Anklicken des Batteriesymbols wird übrigens der Ladezustand der einzelnen Akkus getrennt angezeigt.

     

    Phase-one-xf-system-Capture-One-Pro

    Capture One Pro Fokuseinstellung mit dem IQ3

    Mit der Capture One Pro Software hat man in Verbindung mit dem IQ3 Rückteil eine wertvolle Hilfe für die Schärfefindung durch bis zu zwei frei positionierbare Messfelder. Im Bild erkennt man auf der Blaubeere zwei Quadrate mit einem Balken an der Oberseite, dies sind die Messfelder, welche in der Position und in den Proportionen frei einstellbar sind. Im Menübalken auf der linken Seite sind zwei orange umrandete weiße Balken. Je breiter der Balken, desto schärfer ist die Einstellung innerhalb des Messfeldes. Der beste erreichte Wert wird mit einer Orangen Linie begrenzt. Man soll möglichst in der 100%-Ansicht diese Fokusmessung durchführen, die übrigens mit einer getesteten Nikon Kamera leider nicht funktioniert.

    Ich habe noch eine zweite Blaubeere ergänzt und das Ergebnis sieht so aus.

    Blaubeeren - Phase One XF iQ3 100MP mit Schneider Kreuznach 120 mm Makro bei Blende 11 fotografiert.

    Blaubeeren – Phase One XF iQ3 100MP mit Schneider-Kreuznach 120 mm Makro bei Blende 11 fotografiert.

    An dieser Stelle tauchte dann der Wunsch des integrierten Focus Stacking auf ;-)


    Update:

    Die Kamera bietet seit dem 2. Firmwareupdate (17.3.2016) jetzt auch die Möglichkeit des Focus Stacking, Zeitraffer und einiges mehr


     

     

    Steuerung per Capture Pilot App

    Im iTunes Store gibt es die kostenlose Capture Pilot (Werbung) App, mit welcher die fotografierten Fotos angezeigt werden können. Wer die Kamera auch bedienen möchte, benötigt die kostenpflichtige Erweiterung Camera Control. Die App unterstützt sowohl das iPhone als auch das iPad und kann direkt mit dem IQ3 eine WLAN-Verbindung aufbauen. Das funktioniert z.B. in freier Natur über ein Adhoc WLAN des IQ3.

    Es gibt in meinen Augen auch noch Verbesserungsmöglichkeiten, beispielsweise sind keine Raster oder Hilfslinien im LiveView einblendbar, auch die Belichtungsmesseranzeige fehlt. Positiv ist, dass man zwischen Low- und High-Quality umstellen kann, um so eine deutlich höherer Bildrate des LiveViews zu erzeugen.

    Wenn jemand die App mit anderen Kameras nutzen möchte, dann muss er leider auf den LiveView verzichten, jedenfalls bei den von mir ausprobierten Modellen von Nikon. Auch reicht der App nicht das WLAN der Kamera, sondern diese muss per Kabel mit dem Computer verbunden sein und der Bildserver in Capture One Pro aktiviert sein. Das Auslösen und verändern der Kameraeinstellungen, sowie die Betrachtungsfunktionen funktionieren. Ich würde mir für diese Kameramodelle allerdings eine andere App, wie beispielsweise qDslrDashboard (Werbung) zulegen.

    Wenn es „nur“ darum geht, das beispielsweise der Kunde die Bilder während des Shootings sehen und bewerten kann, dann kann man mit Capture One Pro auch einen Webserver starten. Man gibt dann in den Web-Browser eines Computers (innerhalb desselben Netzwerkes) die angezeigte IP-Adresse an und dort können dann die Fotos angesehen und mit Farb- und Sternchenbewertungen versehen werden.

     

     

    ISO und Bildrauschen

    Da ich hier keinen wissenschaftlichen Test mit einer zertifizierten Prüfanlage mache, sondern meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen schildere, gibt es hier auch keine Reihen mit zahllosen Messwerten, Kurven oder Diagrammen. Aber ich habe natürlich auch meine Testbilder gemacht und möchte mich hier auf das Bildrauschen bei unterschiedlichen ISO-Einstellungen beschränken, sonst könnte ich auch noch tagelang über das System schreiben.

    Phase One xf-system - colorchecker

    Fotografiert mit Schneider-Kreuznach 80 mm LS f/2.8

    Hier wird der Testaufbau gezeigt, aus dem der Ausschnitt der nachfolgenden Bilder verglichen wird. Es wurde mit einem Dedolight DLED 4.2 (Tageslicht) beleuchtet, die ISO-Werte und Belichtungszeiten stehen an den Bildern, die Blende ist unverändert. Die Bilder sind als unbearbeiteter Screenshot auf einem Retina iMac entstanden und dann als JPG gespeichert worden, damit man auf eine mediengerechte Dateigröße kommt. Natürlich geht hierbei etliches an Bildinformationen verloren und es entstehen unter anderem auch sichtbare Banding-Fehler.

    Phase One IQ3 100MP ISO-Vergleich-Screenshot

    Ausschnitt ISO-Vergleich: Aufgrund der JPG-Komprimierung des Screenshots treten Bandingfehler auf, für einen ersten Eindruck sollte es reichen. (Für 100% anklicken)

    Bei dem folgenden Bild mit 400% sollte man berücksichtigen, dass wir weit jenseits der 1:1-Darstellung sind. Als Orientierung dient der kleine Fussel auf dem Knebel.

    Phase One IQ3 100MP ISO-Vergleich-Screenshot 400%

    Darstellung mit 400 %

    Das Rückteil erreicht die beste Qualität mit der Nennempfindlichkeit des Sensors. Man kann aber durchaus auch mit höheren ISO-Werten sinnvoll Arbeiten. Die ganz hohen Werte sind jedoch, wie bei allen anderen Herstellern auch, nur mit sichtbaren Qualitätseinbußen nutzbar.

     

     

    Objektive / Bildqualität

    Hier braucht man eigentlich nicht viel zu schreiben, die mir vorliegenden Objektive sind hochwertig verarbeitet und die Bildqualität so, wie man es sich wünscht, nahezu perfekt. Die Umschaltung zwischen manuellem Fokus und Autofokus ist beim 80 mm-Objektiv durch einen Drehring gelöst. Bei den beiden anderen schiebt man den gesamten Fokusring vor (Autofokus Position) oder zu sich heran (manueller Fokus).

    Das manuelle Fokussieren mit dem 120er funktioniert gut, da ein ordentlicher Weg zu drehen ist. Bei den anderen Objektiven habe ich es mangels Bedarf nicht ausprobiert.

    Im Gegensatz zur Welt von Canikon & Co. gibt es in diesem Segment auch so gut wie keine Alternativen von Fremdherstellern. Man ist mit den beiden vorhandenen Objektivserien aber gut aufgestellt.

     

    Schneider-Kreuznach 120 mm LS f/4,0 Makro

    Das Freistellungspotenzial im (echten) Mittelformat ist extrem, wie man bei dem Versuch eines Selbstporträts bei Blende 8 sehen kann.

    Phase One xf system iq3 100mp - selbstportrait und 100% Ausschnitt

    Für 1:1 Darstellung Bild anklicken

    Ein 100% Detail von einem anderen Bild (Blende 8) zeigt auch, warum ich nicht als Beauty-Modell geeignet bin und man die Bilder besser nur retuschiert zeigen sollte, hier die völlig unbearbeitete Wahrheit ;-)

    Phase One xf system iq3 100mp - selbstportrait - 100% Ausschnitt Nase

    Für 1:1 Darstellung Bild anklicken

     

    Zum Thema Schärfe also lieber ein Motiv, wo es thematisch passt.

    Messerscharf - Phase One xf system iq3 100mp

    Küchenmesser aus dem täglichen Gebrauch

     

    Schneider-Kreuznach 35 mm LS f/3.5

    Schneider Kreuznach LS 35mm f/3,5 an XF IQ3 100 MP bei 1/200 Sek. - f/4,5 - ISO 50 -- Ausschnitt

    Für 100 % bitte anklicken. Aufgenommen mit Schneider-Kreuznach LS 35mm f/3,5 an XF IQ3 100 MP bei 1/200 Sek. – f/4,5 – ISO 50

    Der 1:1 Ausschnitt der Bildecke und aus dem Zentrum zeigt, was es bedeutet, wenn ein Objektiv auch für 100 Megapixel berechnet wurde.

     

    Mein Fazit zum Phase One XF System mit IQ3 100 MP

    Das System hat mich von der Bildqualität überzeugt. Die Bildqualität und auch der Dynamikumfang sind sichtbar besser, gegenüber den Kameras, die mir zur Verfügung stehen. Ob der sichtbare Unterschied den Mehrpreis gerechtfertigt muss natürlich jeder für sich selber entscheiden. Ich muss hier einschränken, das ich z.B. noch keine Nikon D5, um ebenfalls ein neues Modell mit aktuellem Sensor zu nennen, im Vergleich hatte. Der Vorteil der Megapixelanzahl bleibt bestehen aber in puncto Dynamikumfang könnte hier durchaus eine Annäherung erfolgen.

    Ob sich der Kauf lohnt, ist von diversen Faktoren abhängig. Das IQ3 100 MP Paket liegt bei knapp unter 39.000 EUR netto und ist damit eine Investition, die gut überlegt sein sollte. Das IQ3 gibt es auch preiswerter mit 80, 60 und 50 Megapixeln.

    Phase One bietet 5 Jahre Garantie auf das komplette IQ3-System. Darüber hinaus gibt es einen Leihgeräte Service, falls etwas kaputt geht, auch wenn der Defekt selbst verschuldet wurde.

    Den Support durfte ich auch kennenlernen, denn ich hatte ein paar Fragen und ein paar kleinere Problemchen (s.o.) beim Testen. Und ich kann auch hier sagen, dass man mir alle Fragen qualifiziert beantworten konnte und mir auch noch ein paar Hintergrundinformationen gegeben hat, die in Zukunft relevant werden.

    Es gibt die Möglichkeiten upzugraden, wenn man auf ein aktuelleres Rückteil wechseln möchte. Wer preiswerter einsteigen möchte und nicht das neuste Rückteil braucht, kann entweder auf das XF IQ1 System mit 40 bis 80 Megapixel oder auf gebrauchte refurbischte Systeme zurückgreifen, die ab etwa 10.000 EUR beginnen.

    Der Speicherbedarf eines Bildes schwankt übrigens, je nach Motiv zwischen ca. 73 bis 157 MB, bei den von mir gemachten Bildern. Als Tiff sind es dann zwischen knapp 300 MB bis über 500 MB.

    Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich die .IIQ Dateien (noch) nicht direkt in Lightroom oder Photoshop öffnen konnte und diese erst mit Capture One Pro exportieren musste, damit diese dort nutzbar waren. Nach der Bearbeitung in PS bin ich beim Abspeichern (mit mehreren Layern) auch schnell an das 2GB-Dateigrößen-Limit von Photoshop gestoßen.

    Da sich das Wetter in meinem Testzeitraum leider fast durchgängig durch Dauerregen ausgezeichnet hat, findet ihr hier noch einen englischsprachigen Bericht zur Landschaftsfotografie von Ryan Mense, (Werbung) der mehrere Wochen mit dem System (auch dem IQ3 50 MP) fotografiert hat.

     

    Letzte Worte
    Die Bilder sind alle nicht (nach-) bearbeitet, wie man es für einen Kunden machen würde. Einerseits kann man in den gezeigten stark komprimierten 8 Bit JPGs die Bildqualität eh nicht zeigen die in den RAWs steckt, zum anderen warum sollte ich die Bilder optimieren oder verfremden, wenn es um eine neutrale Beurteilung geht? Das man hier alle Möglichkeiten hat, sollte jedem klar sein. Daher empfehle ich jedem, der sich ernsthaft für so ein System interessiert, einen eigenen Test zu machen.

    Zur Phase One Website (Werbung)


    Siehe auch: Mittelformat

    Phase One XF update

     

      * Dies ist ein Affiliate-Link. Wenn Du diesen Link bei einem Einkauf nutzt, unterstützt Du unsere Arbeit, ohne dass es Dich mehr kostet. Vielen Dank!

     

    mehr Informationen

     

    Werbung

     

    Lass eine Nachricht da

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *