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    02 Blendenreihe, Zeitintervalle und ISO dem Lichtwert zuordnen

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    Fotokurs: Zeit und Blende begrenzen die Lichtmenge bei der Belichtung. Die ASA oder ISO Empfindlichkeit gibt die benötigte Lichtmenge vor.

    Die Bilder zeigen eine analoge Spiegelreflexkamera. Diese besitzt für alle Funktionen noch getrennte Bedienungselemnte auf denen auch die ASA-, Zeiten- und Blendenreihe anzeigt werden.

    Einstellmöglichkeiten um die einfallende Lichtmenge für die Belichtung zu regulieren

    Wie wir im 1. Teil gelernt haben, müssen wir „nur“ die richtige Menge Licht in die Kamera bekommen, um ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten.

    Hierzu müssen wir wissen, wie viel Licht vorhanden ist. Ein Belichtungsmesser ermittelt den Lichtwert des vorhandenen Lichtes, für eine vorgegebene Lichtempfindlichkeit des Sensors (oder Films) ASA-Einstellung.

    Diesem Lichtwert werden Kombinationen von Belichtungszeiten und Blendenzahlen zugeordnet, welche alle dieselbe Menge Licht auf den Sensor oder Film treffen lassen.

    Wir schauen uns die verschiedenen Parameter im Einzelnen genauer an und machen dafür eine kurze Zeitreise in die Vergangenheit, als noch analog (chemisch) fotografiert wurde. In das Kameragehäuse würde ein Film eingelegt werden und man hat sich vorher überlegt, welche Filmempfindlichkeit für die nächsten 36 Aufnahmen die geeignete sein wird. Oftmals wurden Filme mit ASA 100 verwendet. Da diese Empfindlichkeitsstufe am meisten verkauft wurde, hat diese Stufe sich als Pseudo-Standard etabliert.

    Wesentlich war, dass man sich für die Länge des ganzen Films mit meist 24 oder 36 Aufnahmen, auf eine ASA-Stufe festgelegt hat. Diese wurde an der Kamera eingestellt und beim Fotografieren konnte nur noch die Belichtungszeit und die Objektivblende verändert werden. Das schauen wir uns jetzt genauer an.

     

     

    Belichtung – ASA/ISO

    ISO ASA Einstellung - für die richtige Belichtung

    Das Bild zeigt auf der linken Seite die Rückspulkurbel und die Drehrichtung (Pfeil), mit der der Film zurückgespult wird im Zentrum. Uns interessieren die ASA/ISO-Werte, es sind 100 ASA eingestellt. Der zweite rote Strich, der mit der 0, ist für eine mögliche Belichtungskorrektur, was durch das +/- Symbol gekennzeichnet wird.


    Die Empfindlichkeit der Digitalkamera oder des Films wird in ISO angegeben. Der ISO-Wert besteht aus zwei Teilen dem ASA- und dem Din-Wert.

    ASA = American Standards Association
    ISO = International Standard Organisation
    DIN = Deutsches Institut für Normung

    12 Din und 12 ASA haben dieselbe Empfindlichkeit. Die DIN-Reihe entwickelt sich logarithmisch, das bedeutet es gibt Sprünge von jeweils einem Din und alle drei DIN haben wir eine Verdopplung der Empfindlichkeit. Bei ASA entspricht eine Verdopplung der Empfindlichkeit auch einer Verdopplung des ASA-Werts. Diese Verdopplung wird in den folgenden Reihen fett dargestellt.

    ASA-Reihe:

    12, 16, 20, 25, 32, 40,, 50, 64, 80, 100, 125, 160, 200, 250, 320, 400, 480, 640, 800, etc.

     

    DIN-Reihe:

    12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, etc

     

    ISO Angabe:

    Die ISO-Angabe gibt den ASA-Wert und Din-Wert zusammen an, z.B. ISO 100/21 oder ISO 200/24

    In der digitalen Praxis taucht meist nur noch die ASA-Angabe auf.

    Die Verdopplung des ASA-Wertes entspricht einem Lichtwert, also einer Zeit- oder Blendenstufe Unterschied.

     

    Bildqualität bei höheren ISO-Werten

    Bei Digitalkameras kann für jedes Bild der ISO-Wert verändert werden. Ein Sensor hat eine Basisempfindlichkeit, in der die höchstmögliche Bildqualität (sensorseitig) erreicht wird. Durch Erhöhen der Empfindlichkeit entsteht Bildrauschen. Dieses wird um so stärker je empfindlicher der Sensor eingestellt wird. Das Rauschen tritt stärker in dunklen Bildbereichen auf und ist oftmals auch farbig. Wie stark das Rauschen zunimmt und bis, zu welchem ISO-Wert man gute Bildergebnisse erhellt, ist abhängig vom verwendeten Sensor (Hersteller und der Sensorgeneration) sowie der Pixelgröße.

     

     

    Belichtung – Belichtungszeit (t) auch Verschlusszeit genannt.

    Damit nicht permanent Licht auf den Sensor (Film) fällt, gibt es einen Verschluss, der sich nur auf Anforderung beim Auslösen öffnet und eine definierte Zeit lang das Licht durchlässt und sich dann wieder schließt. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Verschlüssen den Zentralverschluss und den Schlitzverschluss, im Moment spielen die Unterschiede aber keine Rolle, weil es an dieser Stelle nur um die Zeit geht.
    Das abgebildete Zeiteneinstellrad geht von B über zahlreiche Zahlen bis zu A. Die Zeiten verdoppeln sich oder werden halbiert (teilweise gerundet).

    Die Belichtungszeitenreihe kann in beide Richtungen erweitert werden, die Werte auf dem Foto bedeuten:

     

    Belichtungszeit - Zeitenwahlrad für die Belichtung - Verschlusszeit

    Verschlusszeitenreihe des Bildes:

    B = bulb (solange der Auslöser gedrückt wurde solange ist der Verschluss offen)
    M250 = feste mechanische Verschlusszeit (also ohne Strom möglich) von 1/250 Sekunde
    8 = 8 Sekunden
    4 = 4 Sekunden
    2 = 2 Sekunden
    1 = 1 Sekunde
    2 = 1/2 Sekunde
    4 = 1/4 Sekunde
    8 = 1/8 Sekunde
    15 = 1/ 15 Sekunde
    30 = 1/30 Sekunde
    60 = 1/60 Sekunde
    125 = 1/125 Sekunde
    250 = 1/ 250 Sekunde (Rot zeigt die kürzeste Blitzsynchronisationszeit an (oftmals nur 1/60 Sekunde))
    500 = 1/500 Sekunde
    1000 = 1/1000 Sekunde
    2000 = 1/2000 Sekunde
    4000 = 1/4000 Sekunde
    A = Automatik

     

    Belichtung – Blende (f)

    Die Blende ist eine, durch mehrere Lamellen gebildete, variable Öffnung im Objektiv und kann von offen (großer Querschnitt) nach geschlossen (kleiner Querschnitt) über mehrere feste Stufen verändert werden.
    Das Verhältnis zwischen ganzen Blendenstufen beträgt immer einer Halbierung der Öffnung (Fläche) und damit auch dem halben Lichtdurchlass gegenüber der vorangegangenen Blende.

    Das entspricht 1: √ 2 = ca. 1,4 . Genau wie bei unseren DIN-A Papierformaten, ein Blatt DIN-A3 Papier hat die doppelte Fläche wie ein DIN-A4 Papier und dies hat die doppelte Fläche von einem DIN-A5 Blatt, usw.

    Die Blendenreihe beginnt mit dem Wert 1, was komplett geöffnet ist. Die Blendenzahlen werden jetzt mit ca. 1,4 multipliziert und die Fläche der Blendenöffnung halbiert sich mit jeder Stufe, das ergibt folgende Blendenreihe, wobei die Werte teilweise auch gerundet werden.

     

    Blende - unterschiedliche Blendenöffnungen regulieren den Lichtduchlass für die Belichtung

    Die Abbildung zeigt unterschiedlich weit geschlossene Irisblenden.

    Blendenreihe:

    1 – 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32 – 45 – etc.

    Es gibt auch Objektive mit einer Blende kleiner als 1, wie z.B. das Voigtländer Nokton f=0,95/25 mm für Micro-Four-Thirds-Anschluss (MFT). Eine Offenblende von maximal f= 1,4 ist normalerweise das, was man bei Festbrennweiten im Vollformat (24 x 36 mm) bekommen kann, bis auf wenige Ausnahmen.

     

    Zusammenhang
    Bei der Zeiten- und Blendenreihe geht es also immer um die Halbierung der Lichtmenge.

    Eine Zeit- oder Blendenstufe lässt also genau die halbe Menge Licht durch oder die Doppelte je nach dem, in welcher Richtung man sich in der Reihe bewegt.

    Wenn jetzt eine richtig belichtete Aufnahme z.B. mit Blende 4 und einer 1/125 Sekunde entsteht, haben wir dir Möglichkeit proportional die Werte zu ändern. Das bedeutet eine Blendenänderung um eine Stufe erfordert auch eine Zeitänderung um eine Stufe. Bei 2 Blenden müssen auch zwei Zeitstufen geändert werden, usw. Wichtig ist dabei, dass die Einstellungen gegensätzlich sind, Also wenn durch das Ändern der Blende weniger Licht durchgelassen wird, dann muss die Zeit verlängert werden, um dies auszugleichen und vice versa.

    Wenn wir also die Blende eine Stufe von 4 auf 2,8 öffnen kommt, doppelt so viel Licht durch das Objektiv. Also brauchen wir nur die halbe Belichtungszeit und wir verkürzen diese auch genau um eine Stufe, auf eine 1/250 Sekunde. Das funktioniert auch in die andere Richtung.

     

    Der Lichtwert und die Zuordnung von Blende und Belichtungszeit

    Der Belichtungsmesser hat beispielsweise den Lichtwert 11 gemessen. Und wir haben die Blende 4 eingestellt, die Frage ist jetzt, was die richtige Belichtungszeit ist.

    Wir suchen jetzt in der 1. Spalte die Blende 4 und gehen dann in der Zeile nach rechts bis wir den LW 11 finden und gehen dann vertikal nach oben und finden als Verschlusszeit eine 1/125 Sekunde. In der Abbildung Orange mit schwarzem Rahmen.

     

    Lichtwerttabelle (LW) für ASA 100 - Zeit und Blendekombination für die richtige belichtung bei entsprechendem Lichtwert

    Lichtwerttabelle (LW) für ASA 100

    Alle anderen möglichen Kombinationen für den Lichtwert 11 (orange unterlegt) sind in der Tabelle für ISO 100 angegeben. Die Tabelle kann übrigens in alle Richtungen erweitert werden, falls wir z.B. eine Blende 45 brauchen.

    Der Lichtwert 0 bei ASA 100 entspricht eine Sekunde Belichtungszeit bei Blende 1 (In der Tabelle grün markiert).
    Eine Änderung des Lichtwerts um 1 entspricht somit immer einer Blenden- oder Zeitstufe.

    Es können für die unterschiedlichen Lichtwerte die möglichen Zeit- Blendenkombinationen aus der Tabelle abgelesen werden.

    Bei anderen ISO-Werten wird eine andere Tabelle benötigt, und weil dies natürlich umständlich ist, gibt es eine praktische Lichtwert-Drehscheibe (Werbung) zum selber bauen von Herbert Pitermann.

    Einfach ausdrucken und auf einen runden Bierdeckel aufkleben. Den inneren Kreis vorher ausschneiden und mit einer Nadel (als Mittelachse) auf dem Bierdeckel befestigen. Die mittlere Scheibe jetzt so einstellen, dass dem gemessenen Lichtwert die Sensorempfindlichkeit zugeordnet wird. Auf der gegenüberliegenden Seite können jetzt die möglichen Zeit-Blendenkombinationen abgelesen werden.

     

    Apps

    Wer ein Smartphone besitzt kann sich Belichtungsmesser Apps laden, in welchen auch der Lichtwert angezeigt wird. Hier stellen wir ein paar Apps vor.

     

    Hinweise

    Es gibt neben vollen Blendenstufen auch Zwischenstufen bei mechanischen Blenden meist halbe Blenden, bei elektronischen Blenden auch Drittelblenden. Belichtungsmesser geben auch 1/10 Stufen an.

    Bei elektronischen Verschlüssen gibt es auch Zwischenstufen in der Zeitreihe. Auch bei der ASA-Empfindlichkeit gibt es Werte dazwischen. Bei digitalen Kameras kann bei jedem Bild die Sensorempfindlichkeit verändert werden.

    Hier im Grundlagenkapitel verwenden wir nur ganze Stufen, damit es verständlicher ist.

     

     

    Zusammenfassung:

    Um etwas richtig zu belichten, müssen wir wissen, wie viel Licht vorhanden ist. Ein Belichtungsmesser ermittelt den Lichtwert für eine Bestimmte Empfindlichkeit (ASA) und definiert die richtigen Kombinationen von Belichtungszeiten und Blendenzahlen, die alle dieselbe Menge Licht auf den Sensor oder Film treffen lassen.

     

    weiter mit Teil 03 Licht nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab

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