Ticker

    08 Sensorgrößen – Fotokurs

    Von
    Sensorgrößen Sensorformate Vollformat, Kleinbildformat, Halbformat, KB, VF, HF, CS, micro four thirds

    Dies sind die drei wichtigsten Formatgrößen von Kamerasensoren. Es gibt auch noch kleinere und größere Sensoren. * Das Micro Four Thirds Format hat eigentlich ein Seitenverhältnis von 4:3. Man kann es auf 3:2 begrenzen, so ist das Seitenverhältnis identisch mit den anderen Sensorformaten.

     

    Sensorgrößen Übersicht

    Die Sensorgröße bezieht sich „nur“ auf die physikalischen Abmessungen des Bildsensors. Sie hat nichts mit der Anzahl der Megapixel (MP) auf dem Sensor zu tun.

    Die Begrifflichkeiten leiten sich oftmals aus den analogen Formaten ab.

    Die wichtigsten Formate können folgendermaßen klassifiziert werden:

    • Vollformat
    • Halbformat
    • Micro Four Thirds
    • Digitales Mittelformat / Mittelformat

    Die genauen Größen der Bildsensoren variieren je nach Sensormodell und Hersteller meistens bei jeder Generation ein klein wenig.

    Es werden auch sehr oft andere Bezeichnungen oder Abkürzungen wie z.B. FF, VF, HF, DX, FX, APS-C, KB, etc. für die Angabe der Sensorgrößen verwendet. Bei den Abkürzungen wird sich meistens an den analogen Filmformaten orientiert. Hier werden nur die wichtigen Formate und Größen behandelt, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

     

     

    35 mm Film

    Hierbei handelt es sich um einen 35 mm breiten Film, der eine doppelseitige Perforation besitzt. Dieses Filmmaterial wurde ursprünglich für Kinofilme verwendet. Man hat später kurze Filmlängen in eine Filmpatrone verpackt und diese dann als 135er Kleinbildfilm benannt und in Fotoapparaten verwendet. Welches Format dabei genau belichtet wurde, ist von der verwendeten Kamera abhängig.

     

    Kleinbildformat / Vollformat (KB, VF, FF, FX)

    Sensorgrößen - Kleinbildfilm KB-Filmformat

    135er Kleinbildfilm mit dem vollen Kleinbildformat belichtet.

    Das Standard Kleinbildformat (KB) besitzt eine Größe von 36 mm x 24 mm. Im digitalen Zeitalter spricht man bei Bildsensoren mit diesen Abmessungen von Vollformat (VF). Im englischen wird es als Full Frame (FF) genannt. Nikon bezeichnet es als FX-Format.

    Das Seitenverhältnis ist 3:2

     

    Halbformat (HF, CS, APS-C, DX)

    Beim Kinofilm wird das Filmmaterial wird mit den Perforationslöchern vertikal transportiert und entsprechend belichtet. Das belichtete Bild ist halb so groß wie beim Kleinbildformat.

    Bei einer Halbierung der Größe des Vollformats wird deswegen auch vom Halbformat (HF) gesprochen. Im englischen wird auch vom Crop Sensor (CS) gesprochen. Die Größe entspricht ca. 24 mm x 18 mm.

    Sensorgrößen - 35mm Filmformat Kinofilm Halbformat, APS-C, DX

    35 mm Film – Kinoformat

    Es gibt auch die Bezeichnung APS-C, welche auf dem Filmmaterial des Advanced Photo System beruht. Das eigentliche APS-Format ist APS-H mit einer Größe von 30,2 x 16,7 mm und einem Seitenverhältnis von 16:9. Das APS-C Format beträgt 25,1 x 16,7 mm und besitzt dasselbe Seitenverhältnis wie Kleinbild von 3:2 und wird daher als Classic bezeichnet. Es gibt auch noch das Panoramaformat APS-P mit einem Seitenverhältnis von 3:1.

    Canon nutzt beispielsweise für seine digitalen Kameras die Bezeichnungen APS-C und APS-H je nach Sensorgröße. Nikon bezeichnet dieses Größe als DX-Format.

    Das Seitenverhältnis im Halbformat ist ebenfalls 3:2

    Das bekannte CinemaScope Breitwandformat im Kino hat ein Seitenverhältnis von z.B. 2,35 : 1 und entsteht dadurch, dass das Bild optisch verzehrt auf dem 35-mm-Film aufgenommen wird und bei der Projektion wieder entzerrt wird. Dieser Vorgang wird auch als anamorphotisches Verfahren bezeichnet.

     

     

     

    Micro Four Thirds (MFT)

    Das Micro Four Thirds Format (MFT oder µFT) ist ca. 17,3 x 13 mm groß. Die Namensgebung leitet sich vom Außendurchmesser damaliger Bildaufnahmeröhren von Fernsehkameras ab und bezieht sich nicht auf das Vollformat, daher etwas verwirrend. Als Schreibweise gibt es auch Micro 4/3

    Das MFT-Seitenverhältnis beträgt 4:3 und kann meistens auf 3:2 innerhalb der Kameraeinstellungen beschnitten werden, was dann ungefähr der Größe von 17,3 mm x 11,5 mm entspricht. Damit ist es fast halb so groß wie Halbformat und entspricht ca. 1/4 des Vollformats.

     

     

     

    (Digitales) Mittelformat

    Das analoge Mittelformat basiert auf dem 61,5 mm breitem Rollfilm, der eine nutzbare Höhe von ca. 56 mm besitzt. Die Formate wurden gerundet und mit 4,5 x 6 cm, 6 x 6, 6 x 7, 6 x 8 oder 6 x 9 cm angegeben. Darüber hinaus gibt es Panoramaformate wie 6 x 12 oder 6 x 17 cm.

    Das kleinste analoge Mittelformat ist somit in Wirklichkeit nur 56 x 42 mm. Da die Bildsensoren zumindest ein wenig oder zum Teil auch deutlich kleiner sind, sprechen die Hersteller vom digitalen Mittelformat, dies bedeutet der Sensor ist größer als das Vollformat. Die Sensorformate schwanken von etwa 45 x 30 mm bis ca. 54 x 40 mm.  Auch das Seitenverhältnis variiert.

     

     

    Großformat

    Vom Großformat spricht man ab einer Größe von 9 x 12 cm. Die gängigen Planfilmformate sind 9 x 12 cm, 13 x 18 cm und 18 x 24 cm. Die mehr verbreiteten Inch-Formate sind 4″x5″, 5″ x 7″ und 8″ x 10″. Das Großformat wird meistens in Verbindung mit Fachkameras oder Laufbodenkameras genutzt.

    Mangels Bildsensoren in dieser Größe wurden Scanbacks, also Scannerrückteile verwendet, um das Großformat auszunutzen zu können.

    Die Firma LargeSense, bring voraussichtlich 2016 eine digitale 8″ x 10″ Großformatkamera heraus und arbeitet auch an einer 4 x 4 Inch Lösung mit 200 Megapixeln. Auch die Firma RED hatte einen 168 x 56 mm großen 617 Mysterium Monstro Sensor auf der todo Liste als sie damals die RED One herausbrachten.

     

     

    Weitere Formatgrößen

    Smartphones und viele Kompaktkameras haben noch sehr viel kleinere Sensorgrößen als MFT-Kameras. Vier bis fünf Millimeter Kantenlänge sind bei Smartphones keine Seltenheit. In der PAL-Videowelt galt der 1 Zoll Sensor lange als das Maß der Dinge und Prosumer Produkte hatten meistens 1/2 oder 2/3 Zoll Sensoren. Die Kamerasensoren der Consumerprodukte waren ebenfalls deutlich kleiner.

    Die DSLR-Kamera hat im HD-/Filmbereich aufgrund ihres großen Bildsensors und dem damit verbundenen cineastischem Bild-Look Kameras, die bis zu 40-mal so teuer waren, den Rang abgelaufen. Obwohl diese digitalen Fotoapparate eigentlich miserabel im Video-Handling waren und zum Teil immer noch sind. Mittlerweile sind die Sensoren in digitalen Filmkameras gewachsen und die Preise nähern sich professionellen DSLR-Kameras an, natürlich gibt es zahlreiche Ausnahmen.

     

     

    Was gibt es bei den unterschiedlichen Sensorgrößen zu beachten?

    Ein großer Sensor hat den Vorteil der Größe.

    Wenn man beispielsweise den Inhalt einer Tageszeitung identisch auf ein kleineres Format z.B Din A4 verkleinert, dann braucht der Leser eine gute Sehschärfe um den Inhalt ohne Vergrößerungsglas noch lesen zu können. Das ist bei der Kamera genauso, die Objektive müssen viel hochwertiger sein, um das Bild scharf abbilden zu können.

    Die Pixelanzahl muss bei dem kleineren Sensor übrigens identisch sein, damit für die Darstellung eines Buchstabens genauso viele Pixel verwendet werden wie bei der größeren Darstellung.

    Unterschiedliche Sensorgröße hat bei identischer Megapixelanzahl starke Auswirkungen auf die Größe eines einzelnen Pixels, was sich in der nutzbaren ISO-Empfindlichkeit und dem damit verbundenen Rauschverhalten auswirken kann, sofern die Sensoren aus derselben Generation stammen. Neuere Sensoren werden immer besser.

    Auch ein Haar oder ein Staubkorn auf dem Sensor verdeckt viel mehr kleinere Pixel. Somit ist eine Sensorverschmutzung viel deutlicher sichtbar.

     

     

    Was ist bei den Sensorgrößen noch wichtig?

    Man muss wissen, dass sich die Sensorgröße im physikalischen Zusammenspiel mit der identischen Brennweite und Blende erheblich auf die Schärfentiefe auswirkt. Der Cropfaktor (s. nächster Beitrag) muss berücksichtigt werden.

    Vereinfacht kann man sagen, je größer der Sensor desto mehr Freistellpotential hat man (siehe auch Brenizier Methode).

    Die Formatwahl hat somit nicht nur Einfluss auf die Größe des Kameragehäuses, was für viele Einsteiger ein Grund dafür ist, sich ist ein kleines Kamerasystem zu kaufen.

    Viel wichtiger ist, wie sich das Format auf die Fotos auswirken kann?

    Spielt das Seitenverhältnis eine Rolle?

    Wer sich ernsthaft mit dem Thema Fotografie auseinandersetzt, sollte sich auch möglichst frühzeitig mit den Auswirkungen auseinandersetzen, die bei späteren Ausrüstungserweiterungen durch die richtige Formatwahl begünstigt oder eingeschränkt werden. Je nach Fotogebiet ist dies durchaus unterschiedlich.

    Um dies zu vertiefen, geht es im nächsten Teil im Fotokurs um den

    Cropfaktor und Bildkreis (Äquivalenzen der Bildformate und die Brenizier Methode)

     


    weiter mit 09 Crop Faktor und Bildkreis – Fotokurs

    zurück zu 07 Bildsensor

    Zur Kategorie Fotokurs

     

    mehr Informationen

     

    Werbung

    Lass eine Nachricht da

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *