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    1.1 Was bedeutet gute Fotografie eigentlich?

    Von
    foto morgan - stative (Werbung)

    1-1- fotografieren lernen

    Was bedeutet gute Fotografie eigentlich?

     

    Diese Frage soll jetzt weder philosophisch noch technisch diskutiert werden, sondern ganz simpel.

    Der Fotograf, egal ob Profi oder Amateur, möchte etwas im Bild festhalten. Seine persönliche Motivation und die spätere Nutzung des Fotos kann dabei völlig unterschiedlich ausfallen. Zum einen kann das Foto nur als persönliche Erinnerung z. B. an einen besonderen Moment erinnern oder es soll beispielsweise den Verkauf eines Produktes fördern, womit das Foto einen ganz anderen Zweck verfolgt.

    Die verschiedenen Anwendungsgebiete und Nutzungsmöglichkeiten der Fotografie spiegeln sich in den zahlreichen Genres wider, die sich teilweise überschneiden können. Anbei eine unvollständige Sammlung, um einen Eindruck zu vermitteln wie vielfältig und auch wie unterschiedlich Fotografie sein kann:

    • Architekturfotografie
    • Industriefotografie
    • Landschaftsfotografie
    • Modefotografie, Personenfotografie, People
    • Porträtfotografie, biometrische Passbilder, Bewerbungsfotos
    • Beauty Fotografie
    • Aktfotografie, Boudoir-Fotografie, Fetisch und Pin-up
    • Hochzeitsfotografie
    • Klassenfoto, Gruppenfoto
    • Sachfotografie, Produktfotografie, Table Top, Still Life,
    • Lebensmittelfotografie, Food
    • Werbefotografie
    • Theater- und Bühnenfotografie
    • Makro Fotografie
    • Tierfotografie
    • Automotive Fotografie
    • Sport-Fotografie
    • Straßenfotografie, Street
    • Fotojournalismus und Dokumentation (Zeitzeugnisse)
    • Reprofotografie
    • Reisefotografie, Urlaubsfotografie
    • Unterwasserfotografie
    • Luftbildfotografie, Drohnenfotografie
    • Abstrakte Fotografie, experimentelle Fotografie, Fotografik
    • Fine Art Fotografie
    • Fotokunst, Kunst
    • Setfotografie (Standfotografie, aussagekräftige Standbilder bei einer Filmproduktion)
    • Zielfoto, Fahndungsfoto, Beweisfoto
    • usw.

    Einige ähnliche Bereiche wurden in einem Aufzählungspunkt zusammengefasst, damit die Liste etwas kürzer ausfällt.

     

    Die Anforderungen können je nach Genre variieren.

    Wie man sieht, gibt es sehr viele unterschiedliche Bereiche in der Fotografie und die Anforderungen an das Foto unterscheiden sich je nach Genre. Manche Bereiche möchten die Motive besonders positiv und schön darstellen, andere wollen die Realität möglichst neutral abbilden.

    In der künstlerischen Fotografie ist alles denkbar. Ein biometrisches Passfoto hat beispielsweise eine Reihe von ganz speziellen Anforderungen, welche den Gestaltungsspielraum extrem einschränken. In der Reprografie tendiert der Spielraum für Kreativität gegen Null. Es bleiben dann nur noch technische Aspekte wie z. B. Belichtung, Schärfe und Ausrichtung über, die entscheiden, ob das gemachte Bild (technisch) gut ist oder nicht.

    Die Anforderungen für ein gutes Foto sind somit, je nach Genre, sehr unterschiedlich.

    In der Theaterfotografie ist der Ausdruck des Schauspielers, sowohl von der Mimik als auch der Körperhaltung, für ein gelungenes Foto mit entscheidend. Im Gegensatz zu einem Produktfoto z. B. eines Duschgels, das sich nicht verändert und dessen äußere Gestalt immer gleich ist. Es sei denn, es wird z. B. mit den Fingern gequetscht und so deformiert. Aber auch das leblose Duschgel kann durch die richtige Inszenierung z. B. durch Beleuchtung, Umfeld, Wasser, Tropfen, Schaum, Wahl der Perspektive und des Ausschnitts spannend gestaltet werden. Manchmal werden auch halb nackte Darsteller hinzugefügt, denn Sex sells.

    Ein weiterer Unterschied zwischen dem Theaterfoto und dem Duschgel ist, das wir in der Regel bei einer Theateraufführung und auch auf jeder anderen Bühne (Musiker etc.) die Szene nicht für unser Foto verändern können. Beim Duschgel haben wir alle Möglichkeiten. Auch in der Landschafs- oder Architekturfotografie können wir weder die Gebäude, Bäume oder Berge verändern und auch das Licht und Wetter ist so, wie es eben gerade ist.
    Man kann aber ganz leicht den Kamerastandpunkt, den Bildausschnitt und die Perspektive beeinflussen.

    1-1-fotografieren lernen - Parfüm
    Bei der Personenfotografie benötigt man auch noch ein Modell. Allerdings hat der Fotograf oft das Problem, das er selbst vom Foto begeistert ist, das (Amateuer-) Modell sich aber schlecht getroffen fühlt oder denkt, es sei zu dick ;-)

    In den Bildern, die wir täglich in den Medien zu sehen bekommen, handelt es sich normalerweise um professionelle Modelle, die von einem Make-up-Artist und Haar-Stylisten zurechtgemacht wurden. Die Kleidung wird noch vom Stylisten (Requisiteur) besorgt und den perfekten Aufnahmeort hat ein Location-Scout recherchiert. Dann rückt der Fotograf mit seinem Assistenten das Ganze ins rechte Licht. Zum Schluss werden die Bilder professionell retuschiert und nachbearbeitet.

    Am Ende wird aus dieser Serie das perfekte Bild ausgesucht und veröffentlicht. Ohne diesen professionellen Apparat ist es schwierig, als Einzelkämpfer, annähernd gleiche Ergebnisse zu erzielen.

    Dadurch, dass man bei vielen Motiven mit der vorgegebenen Situation leben muss und man sich nicht in dem „alles ist möglich“ verliert, ist die vorhandene Umgebung für den Anfang unser Spielfeld.

    Mit welchem Aufwand ein professionelles Werbefoto beispielsweise entsteht, kann man sich in diesem Making Off anschauen.

    Aber keine Angst, hier geht es um die einfachen Möglichkeiten der Bildgestaltung für jedermann.

     


    Jeden Sonntag um 8 Uhr erscheint ein neuer Beitrag dieser Serie, welche auf meinem eBook "Richtig fotografieren lernen – Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger" basiert.

    Einfach Fotografieren lernen - Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

    Wenn du nicht so lange warten möchtest, kannst du die vollständige Serie als eBook oder Videokurs bei Udemy kaufen. Mehr Informationen findest du hier.

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    Zum Anfang: Fotografieren lernen – Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

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