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    1.2 Fotomotive entdecken

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    Es braucht einen Moment, bis man die Strukturen dieses Fotomotivs richtig entschlüsselt hat.
    Treppenhäuser bieten oftmals interessante Blickwinkel.

    Fotomotive entdecken

    Die geplante und inszenierte Fotografie soll zunächst einmal nicht betrieben werden. Deswegen liegt der Schwerpunkt auf den Fotomotiven, welche die Umwelt bereits bietet und nur noch entdeckt werden wollen.

    Das ist viel mehr, als man zunächst vermutet.

    Motive sind überall und zu jeder Zeit um uns herum, sie müssen nur erkannt (gesehen) und richtig eingefangen werden.

    Der fotografische Blick muss geschult werden.
    Unsere beiden Augen nehmen einen Ausschnitt der Umgebung wahr, welcher als Gesichtsfeld bezeichnet wird. Die Form entspricht in etwa einer liegenden Ellipse, welche horizontal maximal ca. 180° und vertikal ca. 130°, 60° nach oben und 70° nach unten, abdeckt.

    Allerdings wird davon nur der Ausschnitt scharf gesehen, auf den die Augen fokussieren, dieser Bereich wird als Blickfeld bezeichnet. Das Blickfeld kann durch Augenbewegung innerhalb des Gesichtsfelds verändert werden.
    Erst durch eine Kopfdrehung oder eine Lageveränderung, z. B. in dem man in die Hocke geht oder sich hinsetzt, verändert sich das Gesichtsfeld.

    Ein wichtiger Unterschied zum Fotoapparat ist, dass dieser normalerweise nur mit einem Objektiv bestückt ist und eine zweidimensionale Abbildung erzeugt. Der Mensch sieht durch zwei Augen ein dreidimensionales Bild.
    Ein gelungenes Foto zeigt in der Regel nicht alles, was wir mit den Augen im Blickfeld haben, sondern nur einen bestimmten Ausschnitt. Diesen Ausschnitt müssen wir „nur“ finden und so einfangen das daraus ein interessantes Motiv wird.

    Man lässt alles weg, was im Bildausschnitt überflüssig ist, damit der Bildbetrachter nur das Wesentliche im Foto wiederfindet.

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    Die Abbildung zeigt, wie man mit seinen Händen ein Rechteck erzeugen kann, um einen Bildausschnitt zu begrenzen.

    Die Hände hat man immer dabei und man ist nicht im Ausschnitt limitiert.

    Beim direkten Blick durch den Fotoapparat wäre dies aufgrund des Objektives der Fall. Durch Verschieben der Hände kann die Proportion des Rechtecks beliebig verändert werden, egal ob Quadrat, Querformat oder Hochformat mit beliebigen Seitenverhältnissen. Der Blickwinkel wird durch Annäherung der Hände an die Augen oder ausstrecken der Arme verändert. Das Schließen eines Auges hilft, um das Gesichtsfeld zu verkleinern und sich der Zweidimensionalität einer Kamera anzunähern.

    Man kann sich alternativ zwei L-Pappen basteln, damit man sich besser auf den Bildausschnitt konzentrieren kann. Die L-Winkel können Schwarz, Weiß oder Grau sein, bei Schwarz ist die Ablenkung durch reflektierendes Licht am geringsten. Farbige Winkel sind nicht neutral und daher nicht geeignet.

     

    Uebung

    Fotomotive entdecken

    Egal wo Du jetzt gerade bist, sieh dich um und versuche mit dieser Methode fünf interessante Motive (Bildausschnitte) zu finden und lies erst danach weiter.

    Wichtig ist, dass du an deiner Umwelt nichts veränderst und dir die Motive in der gegebenen Umgebung suchst, auch wenn die Umgebung auf den ersten Blick nichts Interessantes hergibt.

     


    Jeden Sonntag um 8 Uhr erscheint ein neuer Beitrag dieser Serie, welche auf meinem eBook "Richtig fotografieren lernen – Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger" basiert.

    Einfach Fotografieren lernen - Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

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    Zum Anfang: Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

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