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    1.5 Das leere Bild

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    Das leere Bild

     

    Wie ein Maler braucht man beim Fotografieren als Erstes einen Leinwandersatz, denn die Finger sind zum Bestimmen eines Bildausschnitts zwar gut geeignet aber zum Fotografieren benötigt man etwas mehr Ausrüstung.

    Ein Maler überlegt sich, bevor er mit dem Malen eines Bildes beginnt, sehr genau in welcher Größe und in welchem Format er sein Bild malen möchte. Vielleicht hat er auch zur Vorbereitung schon vorher ein paar Skizzen angefertigt.

    Warum macht er das?

    Der Prozess der Bilderstellung ist nicht mal eben so zu machen und dauert je nach Maltechnik und Größe des Bildes einige Minuten, Stunden, Tage und vielleicht sogar Wochen. Der Maler kann also nicht z. B. 5 Bilder pro Sekunde schießen, wie es mit einer digitalen Kamera leicht möglich ist, sondern er macht sich vorher Gedanken, damit er nicht für die Tonne produziert.

    Auch beim Fotografieren sollte man sich vor dem Auslösen Gedanken machen.

    Eine Ausnahme bildet der Schnappschuss, wo man sonst die Situation verpassen würde. Aber das ist ein ganz anderes Thema, also zurück zum Maler und seinem Motiv.

    Bevor der Maler beginnt, muss er die ersten Entscheidungen treffen, die auch für die Wirkung des Bildes eine Rolle spielen. Während der Maler sich seinen Keilrahmen in einer beliebigen Größe, passend für sein Motiv, individuell selber bauen und mit Leinwand bespannen kann haben wir durch unsere Kamera schon eine Vorauswahl getroffen. Vielleicht nicht absichtlich, sondern weil der Preis oder die Beratung des Verkäufers zur vorhandenen Kamera geführt haben.

    Je nachdem welchen Kameratyp wir verwenden, ist das Format bereits vorgegeben. Das Standard-Kleinbildformat hat ein Seitenverhältnis von 3 : 2 dies ist auch bei digitalen Voll- und Halbformat (APS-C oder DX) Digitalkameras so. Beim Micro Four Thirds Format ist das Standard Seitenverhältnis 4 : 3. Optional kann das Format meistens auch auf 3 : 2 in der Kamera umgestellt werden oder ein breiteres Panoramaformat ist möglich. Es gibt auch noch andere Formate, die zur Vereinfachung absichtlich an dieser Stelle weglassen werden.

    In der späteren Bildnachbearbeitung gibt es die Möglichkeit das Bild in jedes Seitenverhältnis zu beschneiden. Dies ist an dieser Stelle uninteressant, weil man bei der Aufnahme das ganze Format der Kamera sieht. Am Anfang ist es zu schwierig, sich nur einen Ausschnitt vorzustellen.

     

    Bildformate

    Wenn der Maler beispielsweise eine weite Landschaft malen möchte, wird er sich sehr wahrscheinlich für ein Panoramaformat entscheiden. Ein Panoramaformat ist deutlich breiter als hoch. Aus dem Kino kennen wir z. B. das Cinemascope Format, das hat eine Höhe von 1 und eine Breite von 2,35 oder sogar 2,76.

    Damit man die Unterschiede besser abschätzen kann, wie groß die Unterschiede zwischen 4 : 3, 3 : 2, etc. sind, werden alle Formate auf die Höhe von eins (1) umgerechnet.

    Bildschirmfoto 2016-09-20 um 15.15.55

    Auf den Verpackungen von Spielfilmen (DVD, Blu-ray) wird normalerweise das Bildformat ebenfalls mit X zu 1 angegeben.

     


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