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    2.3 Wie das Bildformat die Bildaussage unterstützen kann

    Von
    foto morgan - blitz (Werbung)

    2-3- Bildformat und Bildaussage in der Fotografie - Bildgestaltung

    Wie das Bildformat die Bildaussage des Fotos am besten unterstützen kann.

    Welches ist das richtige Bildformat: Hochformat, Querformat oder doch quadratisch?

    Schon ist man bei der Bildaussage, ja richtig verstanden.

    Das Seitenverhältnis des Fotos nimmt Einfluss auf die Bildaussage.

    So wie beispielsweise das Kindchenschema als Schlüsselreiz dient und ganz automatisch ein Fürsorgeverhalten auslöst, so wirkt auch das Bildformat ganz unterbewusst auf unsere Empfindung. Ein Hochformat im Gegensatz zum Querformat kann die Bildaussage somit unterstützen oder gegenteilig wirken, während die quadratische Form neutral wirkt. Den Bildformaten können z. B. folgende Attribute zugeordnet werden:

    Quadrat:
    ausgewogen, gleichmäßig, neutral, passiv

    Querformat:
    Ferne, Ruhe, passiv, leise,

    Hochformat:
    Nähe, Aktion, aktiv, laut, nervös

    Wenn man sich einen drehenden Spielzeugkreisel vorstellt, der nur aufgrund seiner Drehung nicht umkippt, weiß Jedermann, dass bei abnehmender Rotation der Kreisel ab einem gewissen Punkt zu taumeln beginnt und letztlich umfallen wird.

    Ein Hochformat macht den Kreisel visuell kipp-anfälliger und verstärkt damit seine Fragilität, während ein Querformat ihn eher stabilisiert. Die untere Bildkante fungiert als Standfläche und wirkt um so stabiler, desto breiter diese ist.

    2-3 bildformat Hochformat Querformat Fotografie

    Das Hochkant-Rechteck oder besser ein aufrecht stehender Holzklotz fällt leichter um, als ein schon vermeintlich liegender im Querformat. Denn dieser könnte bereits umgefallen sein, wenn wir in der Metapher der Holzklötze bleiben wollen. Und dieser kann auch nicht mehr umfallen, weil er auf der längeren Seite ruht (liegt).

    Bei einem Würfel (Quadrat) kann man nicht unterscheiden, ob dieser steht oder liegt.

    Im Englischen wird das Querformat auch als Landscape (Landschaft) und das Hochformat als Portrait bezeichnet.

    Um eine Landschaft abbilden zu können, benötigt man einen gewissen Abstand (Ferne) während man bei einem Portrait (Porträt / Brustbild) sich nah am Motiv befindet.

    Die Verknüpfung von Ferne und Nähe ist somit bereits im Format festgelegt.

    Da unsere Augen nebeneinanderliegen, ist unser gewohntes natürliches Blickfeld breiter als hoch. Von daher wirkt ein Hochformat ungewohnter und erzeugt mehr Aufmerksamkeit.

    Wie man bei den Leuchtturm-Fotos erkennen kann, bietet das Panoramaformat den weitesten Blick. Sofern man es „normal“ nutzt und nicht ein Detail im Format abbildet.

    Wer also bis jetzt seine Kamera nur ins Hochformat gedreht hat, damit „mehr“ vom Motiv (z. B. einer Kirche) aufgenommen wird, der sollte sich über die bildunterstützenden Möglichkeiten ein paar Gedanken machen.

     

    Was passiert mit den gemachten Fotos?

    Das Format kann aufgrund der geplanten Nutzung vorgegeben sein.

    Wer Bilder für Dritte gezielt produziert, sollte sich vorher mit den möglichen Nutzungsformaten beschäftigen. Jeder träumt vielleicht von einem Titelbild auf einem Magazin-Cover. Das ist normalerweise ein Hochformat. Im Inhaltsbereich ist die Doppelseite das Höchste, was man erreichen kann und das ist wiederum ein Querformat. Zeitungen und Magazine haben Seitenlayouts mit definierten Größen. Moderne Fernseher haben ein Seitenverhältnis von 16 : 9, während die Nutzung z. B. eines iPads als digitales Fotoalbum das Format 4 : 3 besitzt.

    Das Problem gab es früher auch schon. Als ein Fotoabzug von 10 x 15 cm genau zum KB-Seitenverhältnis passte. Ein Abzug von 13 x 18 cm aber einen deutlichen seitlichen Anschnitt ergab.

    Wer früher auf Diafilm fotografiert hat, der musste bereits bei der Bildaufnahme den perfekten Bildausschnitt bestimmen und der Nutzungszweck war durch die heimische Diaprojektion festgelegt.

    Heutzutage werden die digitalen Bilder ganz unterschiedlich genutzt. Die Bilder-Onlineplattform Instagram hatte beispielsweise über Jahre nur ein quadratisches Bildformat zugelassen.

    Da hat es der Maler doch einfacher der ein Unikat mit beliebigem Format erstellt.

    Wer seine Bilder gerne an die Wand hängt, aber trotzdem mit unterschiedlichsten Formaten seine Bilder produzieren möchte, der kann auf Standardbilderrahmen zurückgreifen und durch passend geschnittene Passepartouts den Bildausschnitt und das Seitenverhältnis beliebig festlegen.

     


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    Zum Anfang: Fotografieren lernen – Bildgestaltung und Bildkomposition für Einsteiger

    Zum 2. Kapitel: Gestaltungsregeln

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