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    Canon Inc.

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    Canon

    Der Canon-Konzern gilt heute als Weltmarktführer bei digitalen Spiegelreflexkameras. Dies war jedoch nicht immer so. Es gab immer wieder Situationen, in welchen der Weg an die Spitze nicht ganz so sicher war. Ein wichtiger Vorteil des Konzerns ist die beachtliche Bandbreite der hergestellten Produkte. Die Fototechnik stellt heute nur einen Bereich des japanischen Unternehmens dar, das inzwischen weltweit 270 Tochterfirmen besitzt.

    Weitere Standbeine sind die Büromaschinen und zunehmend auch medizintechnische Produkte. Während man bei den Büromaschinen mit der Fertigung schon früh in die Nähe der Kunden gezogen ist, hat man die Produktion der Foto-Produkte mit Ausnahme einer Produktionsstätte in Brasilien, in Asien angesiedelt.

     

    Die Ursprünge

    Canon Kwanon anniversary Kwanon 1934

    Kwanon von 1934 – Foto: Canon

    Die heutige Canon Inc. geht zurück auf die 1933 in Tokio gegründete Unternehmung Precision Optical Instruments Laboratory. Im Folgejahr wurde mit der Kwanon der Prototyp einer Kleinbildkamera mit Schlitzverschluss vorgestellt, die der zeitgenössischen Leica nachempfunden war. Der Name Canon wurde 1935 eingetragen und im Folgejahr wurde mit der Hansa Canon das erste Serienmodell vorgestellt. Da man noch keine eigene optische Fertigung hatte, wurden die Objektive der ersten Kameras von Nippon Kogaku K.K., bezogen, der späteren Firma Nikon.

    1937 erfolgte die Gründung der Precision Optical Industry Co. Ltd. Der Firmenname wird 1947 in Canon Camera Co., Inc. geändert und 1969 auf Canon Inc. verkürzt.

     

    Canon in Europa

    1957 wird Canon Europa in Genf gegründet. 1963 folgt ebenfalls in Genf die Canon SA. Im Jahre 1967 formulierte man zum 30-jährigen Firmenjubiläum den Slogan „Cameras in the Right Hand, Business Machines in the Left“. An dieses Motto hat sich Canon bis heute gehalten.

    In Deutschland startete die Firma zu Beginn der 1970er Jahre mit der Canon Copylux GmbH in Düsseldorf mit der Kopiererproduktion bei Canon Giessen. 1990 wird die Canon Copylux mit der Canon Rechner Deutschland zur Canon Deutschland verschmolzen. Mit der Canon France S-A.S. folgte 1975 eine weitere europäische Niederlassung. 1983 folgte der Produktionsstandort Canon Bretagne S.A.S.

    Der Vertrieb der Kameras erfolgte in Deutschland ursprünglich über die zu einer niederländischen Handelsgruppe zählende Firma Euro-Photo Handelsgesellschaft in Willich-Schiefbahn, die 1985 von Canon übernommen und als Canon Euro-Photo weitergeführt wurde. 2001 folgt die Fusion der Canon Euro-Photo und der Canon Deutschland GmbH, Das fusionierte Unternehmen trägt bis heute den Namen Canon Deutschland.

    Im gleiche Jahr wurde die Canon Europe Ltd. in London, die zu Beginn mit der Canon Europa N.V. zusammenarbeitete. Später wurden die europäischen Funktionen in London konzentriert.

     

    Kameras für den Weltmarkt

    Während des Zweiten Weltkriegs waren die Kameras des jungen Unternehmens nur für den Heimatmarkt bestimmt. Mit der J II begann im Jahre 1948 der Export. Bis zum Ende der 1950er-Jahre waren die Kameras von Canon in der Hauptsache Weiterentwicklungen des Leica-Nachbaus der Anfangsjahre.

    Im Jahre 1959 stellte die Firma mit der Canon Flex seine erste SLR-Kamera vor. 1961 gelang dem Unternehmen mit der Sucherkamera Canonet ein erster Durchbruch im Massenmarkt. Die im gleichen Jahr vorgestellte Messsucherkamera Canon 7 hatte ein eigenes Bajonett und glänzte mit einem 0,95/50-mm-Objektiv. 1963 präsentierte man mit der Dial 35 eine Halbformat-Kamera in einem sehr eigenwilligen Design. Bei den Spiegelreflexkameras folgte 1964 die Canon FX mit FL-Bajonett. Die 1965 vorgestellte Pellix hatte im Gegensatz zu den meisten späteren Modellen von Canon einen feststehenden Spiegel. Eine Technik die Canon mit der EOS-RT nochmals aufgegriffen hat. 1969 folgte mit der EXEE eine SLR mit einem eigenen Objektivsystem, das jedoch nicht weiterverfolgt wurde.

    Canon F-1 von 1971

    F-1 von 1971 – Foto: Hersteller

    Die im Jahre 1971 eingeführte F-1 war für viele Jahre Canons Top-Modell. Für den Amateurmarkt folgte im gleichen Jahr die FTb. Mit der 1973 eingeführten EF fand die Linie der F-Modelle für den Amateurmarkt ihren Abschluss. Dem Unternehmen fehlte zum damaligen Zeitpunkt eine SLR-Kamera für den Massenmarkt der Amateurfotografen.

    Dort konnte sich Canon dann im Jahre 1976 mit der AE-1 durchsetzen. Diese Kamera wurde in Gegensatz zu den anderen Kameras der damaligen Zeit in großen Teilen vollautomatisch hergestellt. Zahlreiche mechanische Bauteile, die bei Wettbewerbern wie Yashica durch diskret aufgebaute Elektronik ersetzt worden waren, wurden bei der AE-1 durch einen Mikroprozessor-Baustein ersetzt. Das Spitzenmodell der folgenden A-Serien war die A-1. Die New F-1 war eine im Jahre 1981 vorgestellte neue Version des Spitzenmodells für die professionelle Fotografie.

    Mit der vom deutschen Designer Luigi Colani gestalteten und im Jahre 1986 vorgestellten Canon T90 fand die Entwicklung der analogen Kameras mit manueller Fokussierung ihren Abschluss. Die Grundform der T90 wirkte für alle SLR-Kameras von Canon bis heute stilprägend. Als der damalige Wettbewerber Kyocera mit seiner Yashica 270 eine Kamera vorstellte, welche die gleiche Formensprache nutzte, kam es zu langen rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konzernen, wodurch die Markteinführung der 270 lange verzögert wurde. Die zum Ende der T-Rheihe angebotene Canon T60 wurde nicht von Canon hergestellt, sondern von Cosina bezogen, die vergleichbare Modelle auch für Nikon, Konica und Olympus produzierten.

     

    Die EOS-Kameras

    Canon EOS 650 von 1987

    EOS 650 von 1987 – Foto: Hersteller

    Anstelle des mechanischen FD-Bajonetts wurden die ab 1987 auf den Markt gebrachten EOS-Kameras mit Autofokus, beginnend mit der EOS 650 mit dem neuen EF-Anschluss ausgestattet, der die Blendeneinstellung von der Kamera aus über eine elektromagnetische Blende ermöglichte. Im gleichen Jahr vergab Canon eine Lizenz für den Bau von Kameras an den damaligen koreanischen Konzern GoldStar, einem Vorläufer der heutigen LG Electronics. 1989 wurde mit der EOS 1 das Spitzenmodell der professionellen Kameralinie vorgestellt.

    Im Laufe der kommenden Jahre folgten zahlreiche weitere EOS-Modelle in unterschiedlicher Ausstattung. 1989 griff man mit der EOS RT die Idee des halbtransparenten Spiegels für eine AF-Kamera mit schneller Bildfolge wieder auf. Mit der 1991 vorgestellten EF-M brachte Canon ein analoges Einsteigermodell auf den Markt. Es darf nicht mit der späteren spiegellosen Systemkamera EF M verwechselt werden. Die Reihe der analoge EOS-Kameras fand 2004 mit der EOS 300 X ihren Abschluss.

    Canon EOS DCS 3

    EOS DCS 3 – Foto: Hersteller

    Nachdem Canon im Jahre 1986 mit der RC-701 die erste Digitalkamera vorgestellt hatte, kamen 1995 die EOS DCS 1 und die DCS 3 auf den Markt, die zusammen mit Kodak entwickelt wurden. Die 1998 vorgestellte EOS D2000 war das erste eigenständig entwickelte DSLR-Modell von Canon. Mit der EOS 1D beginnt Canon die Umstellung der Kameranamen. Das „D“ wandert nun hinter die jeweilige Zahlenkombination Die D60 im Jahre 2002 war das letzte Modell mit der alten Buchstaben-Anordnung und darf nicht verwechselt werden mit der EOS 60D von 2010. Man wollte sich mit den neuen Kameranamen offensichtlich abgrenzen von der Namenssystematik bei Nikon.

    2008 folgte mit der EOS 5D Mark II die erste Kamera mit Full HD Video.

    Mit der EOS M wagte das Unternehmen im Jahre 2012 einen ersten, noch wenig überzeugenden Schritt in den Bereich der spiegellosen Systemkameras.

    Canon EOS 5DS

    EOS 5DS von 2015  – Foto: Hersteller

     

    Wo werden die Kameras und Objektive von Canon heute produziert?

    Aufgrund des niedrigen Yen-Kurses wurde bei Canon in der jüngeren Vergangenheit immer wieder diskutiert, die Fertigung von Kameras und Objektiven wieder in Japan zu konzentrieren. Bislang verteilt sich die Fertigung der Fototechnik jedoch neben den japanischen Standorten auf mehrere Produktionsstätten in Ost- und Südostasien sowie ein Werk in Brasilien.

    Bei der Oita Canon Inc. in Oita werden Digitalkameras und EF-Objektive produziert. Im Werk der Nagasaki Canon Inc. Werden Digitalkameras hergestellt. Bei Canon Wind Inc. in Oita erfolgt die Fertigung von Komponenten für Digitalkameras. Neben der eigene Fertigung von Bildsensoren verfügt Canon mit der maßgeblichen Beteiligung am Glashersteller Ohara Inc. über einen zum Konzern zählenden Hersteller von optischem Glas, der jedoch auch die Wettbewerber beliefert.

    Die Miyazaki Daishin Canon Inc. produziert wie Canon Indústria de Manaus Ltda. In Brasilien ebenfalls Digitalkameras. Bei der chinesischen Canon Zhuhai, Inc, in Guangdong werden Digitalkameras und Objektive hergestellt. Auf Taiwan produziert die Canon Inc. in der Taichung Export Processing Zone Digitalkameras, Kamerazubehör und EF-Objektive. EF-Objektive werden darüber hinaus auch bei der Canon Opto (Malaysia) Sdn. Bhd. in Malaysia hergestellt.

    Mit der vergleichsweise starken Konzentration der Fertigung der Fotoprodukte in Japan hebt sich Canon deutlich ab von Firmen wie Nikon, Sony oder Ricoh/Pentax, welche inzwischen die Fertigung ihrer Fotoprodukte zu großen Teilen in die ASEAN-Staaten verlagert haben.

     


    siehe auch:

    Canon EOS 5D Mark IV
    50 Megapixel –  EOS 5Ds und 5Ds R
    120 Megapixel Kamera in der Entwicklung
     250 Megapixel Sensor in der Entwicklung

     

     

     

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