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    Das kleine Heim-Fotostudio – Teil 7 Befestigung

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    Lösungen wie man „irgendetwas“ befestigt.

    In diesem Artikel möchte ich einen kurzen Überblick darüber geben, was ich häufig beim Aufbau zur Befestigung unterschiedlichster Dinge nutze.

    Dass ein Blitz einfach nur oben auf das Stativ aufgesetzt wird, kommt zwar vor aber oftmals möchte ich eine andere Position nutzen, die mit dem Stativ nicht erreicht werden kann.

    Auch die Befestigung von Hintergründen, Aufhellern, Abschattern und dem eigentlichen Motiv erfordert Hilfsmittel.

    Um hier den Rahmen nicht zu sprengen gibt es Links zu weiteren Beiträgen.

     

    Was möchte man eigentlich befestigen?

    Wenn wir die Kameratechnik und Kabel einmal herausnehmen, dann gibt es noch vier Hauptgruppen von Dingen, die man sehr häufig befestigen möchte.

    • Lichtquellen inkl. Lichtformer (z.B. Aufsteckblitze, Studioblitze, Scheinwerfer, etc.)
    • Reflektoren, Abschatter, Cucoloris, Diffusoren, etc. (z.B. Styroporplatte, weiße Pappe, Spiegel, Faltreflektoren, feste Reflektoren, Flags, Scrims, etc)
    • Hintergründe, Deko, etc. (Hintergrundkarton, Stoffe, Lichterketten)
    • Das eigentliche Motiv z.B. in der Objekt-, Produkt- und Sachfotografie auch TableTop oder Still Life.

    Je nach Gebiet gibt es sicher noch einiges mehr, aber ich möchte ja nur eine Übersicht geben, deswegen kommen auch keine Aufnahmetische oder Böcke mit einer Platte drauf in diesem Artikel vor.

     

    Stative, Arme und Befestigungen

    Eine Auswahl von unterschiedlichen Stative haben wir bereits in Teil 5 und 6 kennengelernt, doch es gibt da noch so einiges mehr, denn häufig nutzt man überhaupt nicht die vorgesehene Aufnahme am oberen Stativende. Man möchte beispielsweise etwas viel tiefer befestigen oder in einem seitlichen Abstand. Probleme bekommt man oft, wenn man etwas kippen oder rotieren will, weil das Stativ nur eine Rotation um seine Y-Achse (Pan) ermöglicht.

    Ganz häufig hat man z.B. einen Reflektor in der Hand und sucht die beste Position und Ausrichtung. Nachdem man die geeignete Position gefunden hat, möchte man den Aufheller genau an der gefundenen Stelle und Ausrichtung unter Berücksichtigung aller 6 Freiheitsgrade befestigen. Und wenn man keinen Assistenten zum Festhalten hat, benötigt man eine passende Alternative.

    Ein 15 kg schwerer Scheinwerfer benötigt selbstverständlich eine andere Befestigung als ein Aufsteckblitz. Aber auch der wegrollende 30 g Stift oder ein kleiner Brillantring möchte auf z.B. auf dem Tisch in die gewünschte Position gebracht werden.

    Das Thema ist also sehr vielfältig und neben den unzähligen Improvisationslösungen und selbst gebauten Halterungen gibt es eine Vielzahl von Studiozubehör, welches wir uns hier etwas genauer ansehen. Es kommt sicher auf das Segment an, was man hierbei häufiger nutzt. In diesem Beitrag soll „nur“ eine erste Übersicht gegeben werden.

    Ich stelle hier auch nur die Dinge vor, welche ich persönlich regelmäßig nutze und ein paar die ich kaum verwende, weil es in meinen Augen deutlich bessere Alternativen gibt.

    Eine wichtige Frage ist zugleich, wie viele Arme, Klammern oder andere Utensilien braucht man eigentlich?

    Das hängt natürlich vom jeweiligen Set-Aufbau und der Art und dem Umfang des eingesetzten restlichen Equipments ab. Ich habe es mir zu Regel gemacht, alles immer zumindest doppelt zu kaufen. Viele Dinge, wie z.B Super Clamps wird man eher dutzendweise einsetzen.

     

    Klebebänder

    Gaffertape zur Befestigung

    Im Studio ist die Domäne vom Gaffa Tape, Stage Tape oder Panzerband. Es handelt sich um Gewebeklebeband, welches man einfach mit den Fingern abreißen kann und vielfältig nutzbar ist. Auch zur Markierung von Positionen oder für Beschriftungen werden gerne signalfarbene Klebebänder eingesetzt. Mehr über Klebeband und Gaffa Tape


    Haftpaste

    Haftpaste zur Fixierung und gegen das Wegrollen

    Dauerhaftmasse (Dauerelastische Knetmasse)

    Zum Fixieren von Gegenständen z.B. gegen das Wegrollen oder zum gezielten Ausrichten, auch von kleinen Aufhellerpappen. Die neutralgraue Masse ist ähnlich wie Knetmasse, bleibt aber dauerelastisch. Man kann z.B. mit einem schwarzen Edding anmalen, falls die Masse sich im Objekt reflektiert. Haftpaste gibt es beispielsweise von HAMA im 250 g Karton oder viel preiswerter in der praktischen Plastikdose im Autozubehör. Ich nutze so eine Dose seit wahrscheinlich zwanzig Jahren.

    Hier gibt es mehr über Haftpaste

     


    Bierdeckel, Keile und Klötzchen

    Befestigen meint oftmals nur richtig ausrichten. Zum Unterlegen und positionieren nutze ich für kleine Höhenunterschiede oft ganz normale Bierdeckel aus der Kneipe.

    Keile aus Holz oder Hartgummi, nutzt man beispielsweise beim Verlegen vom Laminat oder Parkett, verwende ich genauso wie Bauklötze aus Holz oder Legosteine.

    Ich besitze ein ganzes Sortiment von extra geschnittenen Leisten mit unterschiedlichen Stärken. Damit man nicht 10 Leisten á 2 mm Dicke unterlegen muss, sondern eine mit 2 cm Stärke verwendet, denn es soll stabil stehen und nicht wie Kartenhaus zusammenfallen, wenn man versehentlich an den Tisch stößt.

     


    Kleben

    Sekundenkleber und eine Heißklebepistole sollten nicht fehlen, weil diese ein rasches Ergebnis bringen. Normale Kleber und Leime benötigen meistens zu lange zum abbinden und trocknen. Bei entsprechender Vorlaufzeit aber selbstverständlich auch brauchbar.

    Sprühkleber für großflächige dauerhafte oder wieder lösbare Verbindungen von z.B. Papier, Karton, Pappe, etc.

     


    Klammern (von der Wäscheklammer bis zur Spezialklammer)

    Grip-Klammern-A-Clamp-Holzklammer-Superclamp-andere

    Die Abbildung zeigt eine Auswahl verschiedenartiger Klammern für unterschiedliche Zwecke. Die Klammern Typ 1 und 2 können z.B. Stoffe oder Aufheller fixieren. Typ 3 ist ideal zur Befestigung von Farb- und Diffusorfolien an vielen Lichtformern. Hier geht es zum Artikel über Klammern und Klemmen

     

    Super Clamp MA 035 und Zubehör

    Manfrotto super clamp MA 035 ist die Befestigung Nr 1 im Fotostudio

    Manfrotto super clamp MA 035

    Die Super Clamp ist in meinen Augen die bedeutsamste Befestigungsklemme überhaupt und wird deswegen hier noch einmal separat erwähnt.

    Zum einen ermöglichst die Super Clamp die direkte Aufnahme z.B. einer Lichtquelle per 16 mm Bolzen. Zum anderen wird sie als Basisbefestigung für viele Zubehörteile, wie z.B. Arme, Haken, Expans, Köpfe, Neiger, etc. verwendet.

    Ich weiß gar nicht ob ich 2 oder 3 Dutzend davon besitze aber es sind eigentlich immer noch zu wenig ;-)

    Hier gibt es eine Vertiefung der Super Clamp

     


    Arme (kurz, lang, fest oder beweglich)

    Es gibt drei wichtige Arten von Armen:

    • Feste Arme
    • Flexible Arme
    • Gelenkarme

    Galgenstative, Jib-Arme und sicher noch ein paar Andere sind an dieser Stelle nicht ganz passend, auch wenn es sich dabei um Arme handelt.

    Manfrotto Auslegearm MA 042 an Super Clamp MA 035 an Autopole

    Manfrotto Auslegearm MA 042 an Super Clamp

    Wenn man in Verbindung mit einer Super Clamp etwas anbringen möchte, nutze ich den festen ca. 20 cm langen Auslegearm MA 042 (Werbung)* am häufigsten, um z.B. Blitzgeräte oder andere Leuchten zu befestigen.

     

    Gelenk-Arme

    grip-manfrotto-magic-arm

     

    Manfrotto Gelenkarm

    Der oberste Arm ist ein Manfrotto Gelenkarm, welchen ich so gut wie nie nutze. Nur wenn ich nichts anders mehr habe,  kommt da vielleicht mal eine Pappe oder ähnlich dran. Er steht jedenfalls nicht auf meiner persönliche Favoritenliste, seine Haltekraft ist zu gering und die Bedienung ist im Vergleich zu einem Magic Arm zu zeitaufwendig.

    Manfrotto-Magic-Arm-Drehknopf

    Bei den beiden anderen Armen handelt es sich um Magic Arme. Sie unterscheiden sich durch ihren unterschiedlichen zentralen Feststeller (Drehknauf oder Hebel) der alle drei Gelenke fixiert. Dies sind meine Lieblingsarme und sie gehören mehrfach in jedes Studio. Hier gibt es mehr Details zum Magic Arm.

     Flex Arme

    grip-Flexarme

    Flexible Arme gibt es in diversen Ausführungen, Längen, Materialien und Befestigungen. Sie werden auch als Schwanenhals bezeichnet.

    Die Haltekraft von Flexarmen ist sehr begrenzt, d.h. einen Studioblitz wird man damit kaum montieren. Für Aufsteckblitze, Classic Dedolights oder Zubehör kann die Tragkraft, je nach Armtyp, ausreichen. Ich nutze diese Arme meistens um beispielsweise kleine Aufheller zu Positionieren.

    Klammern-Flexarm

     

    Zur sicheren, schnellen und variablen Befestigung nutze ich am liebsten Magic Arme, deren Haltekraft allerdings auch begrenzt ist.

    Extension Arme und Grip Heads

    Avenger-Grip-Arm-D500B

    grip-Avenger-Manfrotto-Gobo-heads

    Abschatter, Flags, Scrims und Silk meistens von Avenger oder Matthews werden mit unterschiedlichen Grip Heads befestigt.

    Mittlerweile gibt es 4 in 1 Reflektor Panels z.B. von Walimex* (Werbung) oder Phorex*, (Werbung) die hiermit gehalten werden können. Ich nutze diese Panels selber, jedoch ist mir der Wechsel der Oberflächen zu aufwändig, so das ich lieber mehrere Panels mit verschiedenen Bespannungen dauerhaft verwende.

    Manfrotto Magic-Arm und Avenger Abschatter - Super Clamp

    Abschatter, Grip Head (2), Macic Arm und Super Clamp

    Beachten sollte man, das sich der Knebelgriff immer auf der rechten Seite befinden muss. So kann sich das befestigte Zubehör auch nicht durch seine eigene Last lösen.

    Diese Art der Befestigung mit Extension Armen und Grip Heads wird meistens mit C-Stands und Sandsäcken verwendet. Man bekommt ein stabiles und flexibles System, welches eine lange Lebenserwartung hat. Dafür ist es nicht billig aber seit vielen Jahrzehnten in Filmproduktionen bewährt.


    Neiger, Blitzneiger, Schirmhalter

     

    grip-Schirm-Neiger

    Hierbei handelt es sich um ein einachsiges Gelenk, welches an beiden Enden eine Öffnung für Spigots und Bolzen mit 16 mm Durchmesser besitzt.

    Diese Neiger werden beispielsweise genutzt um Aufsteckblitze neigbar an Stativen anzubringen. Beide Versionen besitzen eine Öffnung zur Aufnahme von Duschlichtschirmen oder Reflexschirmen.

    Wer mit Systemblitzen entfesselt blitzen möchte oder falls die verwendete Lampe (Blitz) keine eingebaute Neigemöglichkeit besitzt, der kann solche Gelenke gebrauchen.

     


    Safety – Sicherungsfangseil

    Zur eigenen Sicherheit und der Dritter und zum Schutz der meist teuren Ausrüstung sollte alles, was über Kopf hängend angebracht wird zusätzlich gesichert werden. Denn man möchte vielleicht nur die Neigung verstellen, löst aber versehentlich die falsche Schraube und schon könnte kiloschweres Equipment der Schwerkraft nach unten folgen.

    Da dies schwereste Verletzungen zur Folge haben kann, gibt es hierzu entsprechende Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen, wie z.B. die BGV C1 Unfallverhütungsvorschrift für Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung.

    Auch jeder Amateur ist gut beraten ein paar Euros in die Sicherheit zu investieren und sich ein Fangseile zur Sicherung zuzulegen.

    Die Sicherungsfangseile bestehen aus Stahldraht. Es gibt sie in diversen Längen und Durchmessern für unterschiedliche Gerätegewichte. An den Enden haben sie häufig eine verstärkte Öse, die per Karabiner oder speziellen Kettenschnellverschluss verbunden wird.
    Es gibt sogar Sicherungsseile, die den Fall abbremsen (Werbung)* und eine Markierung besitzen, die anzeigt, ob sie bereits einen Fall gesichert haben. Denn danach sind sie nicht mehr sicher und man sollte sie aussortieren.


    Sonstiges

    Angel- oder Drachenschnur wird öfters zum Hängen von Gegenständen genutzt und kann leicht retuschiert werden, da diese sehr dünn und (etwas) transparent ist.

     

    Kabelbinder, Blumendraht, etc.

    Es hängt natürlich sehr stark davon ab in welchem Bereich man fotografiert und was befestigt wird. Ein hohes Improvisationstalent hilft einem oft weiter, weil man mit dem auskommen muss, was man vor Ort hat.

    Andernfalls oder auch zu beginn wird man viel Zeit im Baumarkt oder Dekohandel verbringen.

    Die Lagerung der vielen Utensilien ist vom Platzbedarf  nicht zu unterschätzen.


    Das Heim- Fotostudio – Teil 1 Vorüberlegungen

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