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    Digitales Mittelformat (update)

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    Mittelformat-DSLR-System-Kameras – eine Übersicht.

    Digitale Mittelformatkameras bewegen sich heute in einer kleinen Nische und haben dabei gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: Der Vorteil der modularen Systeme ist für die Hersteller letztlich eine gravierende Umsatzbremse, denn wer nur ein neues Rückteil benötigt, um ein neues, besseres System zu bekommen, muss keine neue Kamera kaufen. Mit den steigenden Pixelzahlen kommt jedoch ein bislang eher unerwartetes Problem: die Auflösung wird so hoch, dass man beispielsweise auf Fotos von Automobilprototypen jedes ungenaue Spaltmaß erkennen kann. Wenn man die Bilder schon nacharbeiten muss, macht es durchaus Sinn, die Fahrzeugabbildungen zu rendern und in einen vorhandenen Hintergrund einzubauen.

     

    Sensoren für Mittelformat

    Der Markt ist inzwischen so überschaubar geworden, dass die Mehrzahl der Hersteller jeweils vom gleichen Sensorhersteller beliefert wird. War Kodak ursprünglich der Hauptlieferant für Mittelformatsensoren, ist Sony inzwischen an die Stelle Kodaks getreten. Kodak hat den Sensorbereich im November 2011 unter dem Namen Truesense Imaging an Platinum Equity verkauft, die ihn im Mai 2014 an ON Semiconductor weiterreichten. ON Semiconductor war früher ein Teil von Motorola. Teilweise werden heute in älteren Konstruktionen noch Dalsa-Sensoren eingesetzt. Dalsa ist heute ein Teil von Teledyne.

    Bei den Sensoren für Mittelformat scheint derzeit Sony kaum aufzuhalten zu sein. Zum 1. 4. 2016 will der japanische Elektronik-Konzern die Bildsensoren-Sparte auf die neue Sony Semiconductor Solutions übertragen. Mit Ausnahme von Leica Camera, die sich seit geraumer Zeit nicht mehr zu der Herkunft ihrer Sensoren äußern, kommen die Bildsensoren der neueren MF-Kameras von Sony.

     

    Leica Camera

    Leica S Typ 007

    Leica S Typ 007 – Foto: Leica Camera AG

    Die Leica S ist die einzige derzeitige Mittelformat-Digitalkamera, die nicht auf ein analoges Rollfilm – Vorgängermodell zurückgeht, sondern direkt für die digitale Fotografie entwickelt wurde. Die 1996 vorgestellte Scannerkamera Leica S1 mit einer dreifach linearen Farb-CCD-Zeile mit 5140 Pixeln und einer Gesamtauflösung von 26 MP, hat mit der heutigen Leica S Kamera nur den Namen gemein.

    Die Leica S2 war mit einem 37,5-MP-CCD-Bildsensor KAF-37500 von Kodak in den Maßen 30 x 45 mm ausgestattet. Dieser kam auch in der auf der photokina 2012 vorgestellten Leica S (Typ 006) zum Einsatz sowie in der auf der photokina 2014 vorgestellten Leica S-E (Typ 006), die sich von der S-Version des gleichen Typs durch die geänderte Farbe der Deckkappe unterscheidet.

    Die ebenfalls im September 2014 Leica vorgestellte Leica S (Typ 007) wurde der CCD-Sensor durch einen 37,5-MP-CMOS-Sensor im gleichen Format ersetzt (30 x 45 mm). LiveView, 3 Bilder/Sekunde und 4K-Video sind Bestandteil der 007. Wer von einem anderen Mittelformat auf das Leica-S-System umsteigen will, wird die Objektiv-Adapter für Hasselblad-H- sowie Contax-645-Objektive zu schätzen wissen.

     

    Ricoh Imaging / Pentax

    Pentax 645D digitale Mittelformat-Kamera

    Pentax 645D – Foto: Ricoh Imaging / Pentax

    Die PENTAX 645D kam 2010 als erste digitale Version der Mittelformatkameras von Pentax auf den Markt. Der 40-MP-CCD-Sensor kam von Kodak hat eine Größe von 33 x 44 mm.

    2014 kam mit der PENTAX 645Z die zweite Version der digitalen PENTAX 645 auf den Markt. Als Sensor kommt jetzt ein CMOS-Sensor von Sony mit 51 MP Auflösung zum Einsatz. Er bietet nicht nur LiveView, sondern auch Videos und höhere Lichtempfindlichkeit. Inzwischen verdichteten sich die Informationen, dass Ricoh Imaging einen Vertrag mit Sony über den aktuellen 100 MP-Sensor unterzeichnet hat, wie er auch in den neuen Rückteilen von Phase One zum Einsatz kommt.

     

    Hasselblad

    Hasselblad H5D-50c mit HC100mm - digitales Mittelformat

    Hasselblad H5D-50c mit HC100mm – Bild: Hasselblad

    Für die heute nicht mehr produzierte Hasselblad-V-Serie ist mit dem Rückteil CFV 50c noch ein Digital-Back mit einem 50-MP-CMOS-Sensor in den Maßen 32,9 x 43,8 mm verfügbar.

    Die 2002 eingeführte Hasselblad-H-Serie basiert auf einer ursprünglich von Fujifilm entwickelten MF-Kamera für das Format 4,5 x 6 cm. Die aktuelle H-Kamera trägt die Bezeichnung H5D. Als H5D-60 hat sie einen 60-MP-CCD-Sensor in dem Maßen 40,2 x 53,7 mm. Die H5D-50c hat einen 50-MP-CMOS-Sensor, der wie der Sensor in CFV 50c-Rückteil die Maße 32,9 x 43,8 mm hat. Die Version H5D-40 besitzt einen 40-MP-CCD-Sensor (32,9 x 43,8 mm). Das gleich Sensormaß hat die H5D-200c. Mit Multi-Shot-Technik ausgestattet ist sie mit Auflösungen von 50 und 200 MP erhältlich. Frühere Hasselblad-H-Kameras wie die H3DII-50 waren mit einem mit Kodak KAF-50100 Sensor ausgerüstet.

    1. Update

    Hasselblad stellt die H6D mit 50 oder 100 Megapixel vor.

    Hasselblad X1D – Erste Spiegellose Mittelformatkamera der Welt

     

    MamiyaLeaf

    Das neueste Modell von Mamiya ist die Mamiya 645DF+. Sie wird zumeist im Zusammenhang mit den Rückteilen von Leaf vermarktet. Sowohl Leaf als auch der Hersteller der Mamiya- und Phase One-Kameras, die Phase One Japan, gehören zum dänischen Hersteller Phase One. Die frühere israelische Kodak-Tochter Leaf hatte zuvor Kameras aus Braunschweig bezogen und unter dem Namen Leaf-Afi verkauft. Von Leaf sind derzeit die Rückteile Credo 40 (CCD 32,9 x 43,9 mm), 60 (CCD 40,4 x 53,0 mm) und 80 (CCD 40,4 x 53,7 mm) lieferbar.

    Die Leaf-Credo-Rückteile mit 60, bzw 80 MP sind auch mit Anschluss für die Rolleiflex Hy6 Mod. 2 verfügbar. Digitale Rückteile für das Vorgänger-Modell Hy6 passen nicht an das Mod.2.

     

    Phase One

    Phase One XF Kamera mit IQ3 Digitalback mit 100MP

    Foto: Phase One

    Vom dänischen Hersteller Phase One ist das auf den Mamiya-MF-Kameras basierende DSLR-System XF verfügbar, das inzwischen mit einen 100-MP-Rückteil  verfügbar ist. Bei der gemeinsam mit Alpa entwickelten A-Serie handelt es sich um ein spiegelloses System.

     

    Sinar

    Um die Digitalrückteile der Leica-Camera-Tochter Sinar in Zürich ist es in der jüngsten Zeit etwas ruhiger geworden. Sinar hatte vor vielen Jahren unter dem Einfluss der Jenoptik deren Eyelike-Rückteile übernommen und weiterentwickelt. In ihre ebenfalls aus Braunschweig bezogenen Sinar Hy6 kam in der Version Sinar Hy6-65 der 31,6-MP-Kodak-Sensor KAF-31600 zum Einsatz. Heute vertreibt Sinar kein eigenes MF-System mehr.

    Von Sinar sind derzeit die Rückteile Sinarback eXact (Dalsa FTF 6080C-Sensor mit 12MP bis 192 MP mit 36,0 x 48,0 mm Sensorfläche) und Sinarback eVolution 86 H (Dalsa FTF 6080C CCD-Sensor mit 36,0 x 48,0 mm Sensorfläche) lieferbar. Die Sinar-Rückteile sind für mehrere MF-Systemkameras lieferbar. Trotz der baulichen Ähnlichkeiten sind die Sinar-Rückteile nicht an der aktuellen Hy6 Mod 2 nutzbar. Ein neues Rückteil soll sich in Vorbereitung befinden.


    Fujifilm GFX 50S

    Fujifilm

    Fujifilm stellt mit der GFX 50S eine spiegellose Systemkamera im 4:3 Format (43,8 mm × 32,9 mm) vor, das sich mit einer Auflösung von 51 Megapixeln im gleichen Segment wie die Hasselblad X1D positioniert.

    (Redaktion)

     


    siehe auch: Mittelformat

    Gibt es digitales Großformat?

    Wo kommen die Sensoren der digitalen Kameras her? Alles Sony oder nicht?

     

    mehr Informationen

     

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