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    Feuerwerk fotografieren

    Von
    Feuerwerk vom Ponton

    Belichtung: 3,0 Sekunden – f/6,7 – ISO 100

    Feuerwerk fotografieren – wie geht das?

    Ein Feuerwerk fotografieren und dabei auf die Automatik der Kamera vertrauen, das klappt meistens nicht. Es gibt ein paar Tipps, die man bei der Fotografie befolgen sollte, damit man zu einem schönen Ergebnis kommt.

    Natürlich werden auch dieses Jahr zu Silvester Millionen Menschen mit ihrem Handy das Feuerwerk fotografieren und teilweise sogar erstaunlich gute Fotos bekommen. Manche Kameras besitzen einen extra Modus für Feuerwerk.

    Wir möchten aber nicht knipsen und auf gute Fotos hoffen, sondern von Grund auf an das Motiv Feuerwerk herangehen, das ja auch während des Jahres, je nach Land und Region, öfters stattfindet.

     

    Wie soll das fertige Feuerwerksfoto aussehen?

    Diese Frage erscheint trivial, ist sie aber nicht. Zum einen gibt es unterschiedliche  Feuerwerke, wie z.B. das Silvesterfeuerwerk, wo jedermann etwas in die Luft schießen kann. Und das professionelle Feuerwerk, welches von Pyrotechnikern durchgeführt wird und ganz andere Feuerwerkskörper nutzt. Diese erreichen größere Höhen und deren Effekte sind auch viel beeindruckender, als die Raketen vom Discounter.

    Feuerwerk fotografieren - Bildmontage Kind

    Wie bei jedem Motiv ist die Wahl des Kamerastandorts und des Bildausschnitts wichtig. Soll beispielsweise nur die Explosion im nachtschwarzen Himmel fotografiert werden oder andere Bildelemente wie z.B. Gebäude, Brücken, Türme, Bäume, Menschen, etc. in die Bildgestaltung einfließen?

    Bei dem Bild ganz oben handelt es sich um ein professionelles Feuerwerk, welches von einem schwimmenden Ponton abgeschossen wird. Die Abschussbasis wurde mit der spiegelnden Wasseroberfläche in die Bildgestaltung einbezogen.

    Um so ein Foto machen zu können, braucht man ein freies Schussfeld, ohne das sich andere Menschen vor der Kamera tummeln oder diese im Gedrängel sogar berühren. Das bedeutet auch, dass man sich einen geeigneten Platz rechtzeitig sichern muss.

     

    Oder bilden die Feuerwerksfotos vielleicht „nur“ die Grundlage für eine Bildmontage, wie z.B. das Bild mit dem kleinen Kind am Fenster?

     

     

    Welche Fotoausrüstung braucht man?

    • Kamera
    • Weitwinkelobjektiv
    • Stativ
    • Fernauslöser oder Selbstauslöser
    • Lampe

    Das Stativ ist nötig damit man bei einer langen Belichtungszeit das Bild nicht verwackelt. Deswegen ist auch der Fernauslöser sinnvoll, damit nicht beim Druck auf den Auslöser die Kamera bewegt wird. Alternativ kann man auch den Selbstauslöser mit einer Vorlaufzeit von ca. 2 Sekunden nutzen oder die Kamera auf Intervallauslösung einstellen.

    Wer kein Stativ besitzt, sollte sich nach einer geeigneten Mauer oder ähnlich umsehen, auf welche die Fotokamera aufgelegt werden kann. Ein Bohnensack, Holzkeil oder etwas Anderes hilft bei der Ausrichtung der Kamera.

     

    Welche Kameraeinstellungen?

    • Kamerablitz aus
    • Autofokus aus
    • Belichtungsautomatik aus und M wählen
    • Bildstabilisator aus

    Der eingebaute Kamerablitz sollte deaktiviert werden. Da die Automatik nicht wie gewünscht funktionieren wird, schalten wir auf Modus – M. Das M steht für manuelle Belichtung und somit die Kontrolle über die Parameter Belichtungszeit und Blende.

    Der Autofokus findet im Nachthimmel keinen Punkt, auf den er fokussieren kann, daher den AF ausschalten und per Hand die Schärfe auf einen Fixpunkt einstellen oder unendlich verwenden. Wer weiß, was die hyperfokale Distanz ist, kann diese ebenfalls nutzen. Jetzt hilft einem die oben erwähnte Lampe, um sehen zu können, was man am Objektiv einstellt.

    Damit man das Feuerwerk auch einfangen kann, ist normalerweise ein Weitwinkelobjektiv die richtige Wahl.

    Man sollte darauf achten, dass möglichst keine Dauerlichtquellen, wie z.B. Laternen in unmittelbarer Nähe stehen, deren Licht direkt in das Objektiv fällt.

     

    ISO

    Damit wenig Bildrauschen entsteht, macht die ISO-Nennempfindlichkeit des Bildsensors am meisten Sinn, das ist in der Regel ISO 100 oder ISO 200.

    Bei Bedarf kann dieser Wert angepasst werden.

     

     

    Belichtungszeit

    Es kommt immer darauf an. Beim Silvesterfeuerwerk macht eine lange Belichtungszeit von z.B. 15 oder sogar 30 Sekunden Sinn, damit man zahlreiche explodierende Raketen im Bild einfangen kann. Wenn viel geschossen wird, darf diese Zeit auch verkürzt werden.

    Bei einem organisierten Feuerwerk oder wenn man nur einzelne Raketen aufnehmen möchte, sind auch Belichtungszeiten zwischen 2 – 5 Sekunden möglich. Bei kürzeren Belichtungszeiten werden die kometenartigen Lichtstreifen der glühenden Partikel kürzer, bis man nur noch Punkte aufnimmt.

    Die Zeit steuert die Länge der Streifen und die Anzahl der aufgenommenen Raketen (sofern in diesem Zeitintervall genügend gestartet sind).

     

    Blende

    Blende 8 bis 11 ist ein guter Anfangswert, der bei Bedarf angepasst werden sollte. Wichtig ist, dass die Farben auch im Foto zu erkennen sind, andernfalls ist das Foto zu hell.

    Der beliebte Goldregen ist übrigens nicht so hell wie erwartet.

    Die Blende steuert die Schärfentiefe und die Helligkeit.

     

    Feuerwerk fotografieren – die richtige Belichtung

    Feuerwerk fotografieren - Petersplatz , Foto - TippsDie Feuerwerkskörper leuchten in diversen Farben. Ein Blau-Violett ist dabei deutlich dunkler als ein weiß oder Grün. Von daher wird es vorkommen, dass die Bilder unterschiedlich hell ausfallen werden. Daher ist die Bildkontrolle nötig und auch die Anpassung der Einstellungen, die hier nur als Ausgangswert dienen können. Fotografieren im RAW-Format gibt in der Nachbearbeitung viel mehr Spielraum.

    Wenn man im Vordergrund beispielsweise ein beleuchtetes Gebäude mit dem Feuerwerk fotografieren möchte, könnte dies problematisch werden, weil die richtige Belichtung für das Gebäude und für das Feuerwerk unterschiedlich ausfallen können.

    In diesem Fall macht eine Belichtung ohne Feuerwerk des Gebäudes Sinn. Später kann leicht, per Bildbearbeitung,  eine Feuerwerksbelichtung zusammengefügt werden.

    Hierbei ist die Verwendung eines Stativs mit Fernauslöser obligatorisch, damit sich der Bildausschnitt nicht verändert.

    Man sollte sich übrigens mit dem Fotografieren des Feuerwerks beeilen, denn der auftretende Rauch hellt den Himmel auf und stört die klare Sicht.

     

     

    Nachbearbeitung der Feuerwerks-Fotos

    Die RAW-Entwicklung gehört bei der Digitalfotografie, meiner Meinung nach, genauso dazu wie früher die Arbeit im SW-Labor.

    Die Belichtung, Farben und der Bildausschnitt der Feuerwerks Fotos können leicht optimiert werden. Auch größere Manipulationen sind mit Feuerwerk relativ einfach.

    Bilder von Feuerwerk auf schwarzem Himmel können sehr leicht auf andere Motive aufgesetzt werden, so wie es auch mit Light Leaks und Flares zurzeit sehr gerne gemacht wird. Das Feuerwerk wird dann als Ebene mit der Einstellung negativ multiplizieren über das eigentliche Motiv gelegt. So können auch mehrere Feuerwerks-Fotos montiert werden.

     


    siehe auch:

    Sternenhimmel mit Sternschnuppen fotografieren

    Die Standfestigkeit beim Kamerastativ verbessern

     

    mehr Informationen

     

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    Ein Kommentar
    1. Pingback: Feuerwerk – Sehfahrten

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