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    Filterhalter mit Steckfiltern oder Schraubfilter?

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    Filterhalter mit zwei steckfiltern

    Schraubfilter kennt jeder aber was ist mit Filtersystemen von Cokin, Lee und Co.?

    Die Nutzung von Filtern ermöglicht aktiven Einfluss auf die Bildgestaltung beim Fotografieren und Filmen. Neben den Schraubfiltern gibt es auch Filterhalter-Systeme mit Einsteckfiltern. Dieser Artikel soll die Unterschiede zwischen beiden Varianten vorstellen, denn beide Filtersysteme besitzen ihre Vor- und Nachteile.

    Filter gibt es schon für unter 10 EUR zu kaufen aber ein einzelner Filter kann auch bis zu ca. 500 EUR kosten. Von daher sollte man sich vorher gut überlegen, was langfristig die beste Lösung für den eigenen Bedarf ist.

    Filter sollten übrigens genauso hochwertig sein wie die verwendeten Objektive, da sie die Bildqualität sonst deutlich verschlechtern können.

     

     

    Schraubfilter in der Fotografie

    Schraubfilter als Alternative zum Filterhalter mit Steckfiltern

     

    Schraubfilter gibt es von sehr vielen Marken wie z.B. Heliopan, Hoya, Haida, B+W,  Cokin, Lee, Tiffen, usw. Meistens gibt es verschiedene Serien, z.B. Standard und extra dünn (slim), damit keine Vignettierung bei der Nutzung mit Weitwinkelobjektiven auftritt. Auch unterschiedliche Materialien, Vergütungen oder Spezialbeschichtungen gegen Schmutz oder Wasser sind oft in eigene Serien zusammengefasst.

    Normalerweise schaut man auf den Filterdurchmesser des Objektivs und kauft meistens einen Schutz- oder UV-Filter gleich mit, um die Frontlinse des meist teuren Objektivs zu schützen. Ob das Sinn macht oder nicht soll jetzt nicht Inhalt dieses Beitrags sein. Jedenfalls werden sicher die Meisten jedes ihrer Objektive mit einem eigenen Schutzfilter ausstatten. Für diesen Zweck ist ein Schraubfilter jedenfalls die richtige Wahl.

    Es gibt sehr viele Filter auf dem Markt, die man digitalen Zeitalter nicht mehr braucht. Ein Polfilter ist unersetzbar, auch wenn es Forschungen gibt, Spiegelungen digital zu entfernen. (Werbung) Manche Landschaftsfotografen nutzen den Polfilter sogar als immer drauf Filter.

    Bei drei oder vier Objektiven, mit unterschiedlichem Filterdurchmesser, kommt schon ein ordentlicher Betrag zusammen, denn ein Polarisationsfilter kostet um ca. 100 EUR, je nach Durchmesser und Güte auch etwas weniger oder deutlich mehr.

    Ein großer Filterdurchmesser, der auf die kleineren Objektive mit Adapterringen angepasst wird, kann einiges an Geld sparen. Man sollte noch die passenden Filterzangen* (Werbung) dazu kaufen, denn manchmal bekommt man mit den bloßen Händen die Elemente nicht mehr voneinander getrennt.

    Auch ND-Filter sind ein wertvolles Hilfsmittel, um die vom Fotografen gewünschten Blenden oder Belichtungszeiten einstellen zu können, damit die gewünschte Bildwirkung erreicht wird. Auch hier hilft ein Filter Adapter Set*. (Werbung)

    Leider dunkelt ein ND-Filter das Sucherbild der DSLR-Kamera ab und auch der Autofokus funktioniert nur bis zu einer bestimmten Helligkeit zuverlässig. Ab einer gewissen Filterstärke muss man den Filter abschrauben, seine Einstellungen machen und danach den Filter wieder aufschrauben, was auf Dauer nicht gerade komfortabel ist.

    Bei Verwendung von Verlaufsfiltern kann man bei Schraubfiltern die Position nicht verschieben, um den Verlauf beispielsweise gezielt auf den Himmel zu legen, der z.B. nur im oberen Drittel des Bildes sichtbar ist.

     

    Slim-Filter
    Slim-Filter sind normale Schraubfilter, die von der Bauhöhe deutlich niedriger sind als die Standard-Schraubfilter. So können teilweise auftretende Vignettierungen vermeiden oder zumindest reduziert werden. Im Gegenzug ist der Preis meistens etwas höher.

     

    Schraubfilter Vorteile:

    • Feste Verbindung mit dem Objektiv (kein Lichteinfall oder Verschmutzung von hinten möglich)
    • Handhabung während der Fotografie (beim Fotografieren stört der Filter von seinen Abmessungen nicht)
    • Kompakte Größe (auch mit angeschraubtem Filter passt das Objektiv in die Fototasche)

    Nachteile:

    • Fester Filterdurchmesser (kann durch optionale Adapterringe auch für kleinere Filterdurchmesser adaptiert werden)
    • Filterwechsel (Schraubgewinde sind etwas fummelig und das auf- und abschrauben braucht mehr Zeit als ein Steckfilter. Wenn mehrere Filter gleichzeitig kombiniert werden, ist der Wechsel eines hinteren oder mittleren Filters aufwendiger. Filter sitzen öfters fest und man bekommt diese nur schlecht oder mit Hilfsmitteln getrennt.
    • Unbeabsichtigte Fokusverstellung (extreme ND-Filter müssen während der Bildeinstellung und Fokussierung abgeschraubt werden. Es kann leicht passieren, das man beim Aufschrauben den Entfernungsring versehentlich verdreht.
    • Positionierung (Schraubfilter sind nicht verschiebbar, was für die Nutzung von Verlaufsfiltern ein k.o. Kriterium ist.
    • Nutzungseinschränkung (es gibt ein paar sehr gute Objektive ohne Filtergewinde)

     

     

    Schraubfilter und Gegenlichtblenden

    Die Nutzung mit Bajonettgegenlichtblenden ist ohne Einschränkung möglich, solange durch den Filter keine Vignettierung hervorgerufen wird.
    Aber ein Polarisationsfilter kann nicht mehr bedient werden, weil die Gegenlichtblende den Filter umschließt.

    Eine geschraubte Streulichtblende wird auf den Filter angebracht und ein Polfilter kann ohne Probleme bedient werden. Aber die Gegenlichtblende wandert weiter nach vorne und es kann so zu Vignettierung führen.

     

     

     

    Steckfiltersysteme

    filterhalter und steckfiter - Steckfiltersystem

    Das Foto zeigt einen Cokin Filterhalter inkl. Steckfilter.

     

    Steckfiltersysteme werden vor dem Objektiv angebracht und bestehen aus dem Filterhalter mit passendem Befestigungsadapter und mindestens einem auswechselbaren Steckfilter.

    Nicht zu verwechseln mit Einschubfiltern, die in manche Objektive mit einer Art „Schublade“ eingeschoben werden können, wie beispielsweise beim Nikon Superteleobjektiv  oder einer eher fummeligen Variante beim Canon 15mm EF Fisheye, wo es innerhalb des Bajonettanschlusses einen Einschub für Gelatinefilter gibt, der nur bei abgenommenem Objektiv erreichbar ist. Solche Rear mounted filter gibt es auch bei anderen Objektiven, siehe Beispiel. (Werbung)

     

     

    Adapterringe

    Adapterringe gibt es in verschiedenen Durchmessern und werden in das Filtergewinde der Objektive geschraubt. Welche Durchmesser unterstützt werden, hängt von der Größe des Filterhalters und dem Anbieter ab.

    Lee bietet z.B. für Weitwinkelobjektive spezielle Adapterringe an, damit nicht schon der Adapterring zur Vignettierung führt.

     

    Badpter (Bajonett-Adapter)

    Für 100 mm Filterhalter von Lee und Cokin  bietet 3D printed ideas (Werbung) den Badpter an, dies ist ein Bajonettadapter der genauso wie eine Bajonetgegenlichtblende aufgesetzt wird und an welchem der Filterhalter befestigt wird.

    Vorteile sind das leichtere anbringen gegenüber einem Schraubgewinde und das freie Filtergewinde am Objektiv, welches z.B. von einem Polfilter oder Objektivdeckel genutzt werden kann.

    Ein Nachteil ist, das man diesen Adapter nur mit Objektiven nutzen kann, welche eine Bajonettgegenlichtblende nutzen und das man je nach Objektiv einen anderen Adapter benötigt. Es gibt noch nicht für alle Objektive den passenden Adapter.

     

    Filterhalter

    Der Filterhalter wird je nach Hersteller entweder auf den Adapterring aufgeschoben (meist bei Filterträgern aus Kunststoff) oder aufgesteckt und mit einer Befestigungsschraube gesichert. Der Filterhalter kann je nach Bauweise zwischen einem und bis zu vier Filtern aufnehmen. Für Weitwinkelobjektive gibt es meistens einen dünneren Halter um Abschattungen zu vermeiden. Dieser Halter nimmt weniger Filter auf, bei Lee und Formatt Hitech sind z.B. die Filterhalterungen geschraubt und können vom Anwender in der Anzahl reduziert werden. Bei Lee benötigt man dafür einen Schraubendreher.

     

    Unterschiede der Filterhalter

    Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Filterhalter, die auch Unterschiede im Komfort und den Möglichkeiten bieten. Als Material kommt neben Kunststoff auch Aluminium, Metall oder Materialkombinationen vor. Alle Halter hier vorzustellen würde an dieser Stelle jedoch den Rahmen sprengen.

    Hinter dem folgenden Link werden die 100 mm Filterhalter von Lee, Cokin, Formatt Hitech und Lucroit verglichen.

    (Leider ist die Seite z.Z. nicht verfügbar blog.pashadelic.com/en/100mm-neutral-density-nd-filter-holder-comparison/)

     

    Filterhalter Vorteile:

    • Filterhaltersystem (kontrollierte Anwendung von passenden Filtern bei jeder Aufnahme)
    • Filterwechsel (sehr schnell, jeder Filter kann unabhängig direkt gewechselt werden)
    • Komfortabel (auch bei der Arbeit mit mehreren Filtern und Verlaufsfiltern
    • Entschleunigung (die langsame Arbeitsweise mit Stativ und Filtersystem führt zu mehr Ruhe und lässt Raum für die Bildgestaltung)

     

    Nachteile:

    • Lichteinfall (Spiegelungen durch Lichteinfall sind möglich. Auch Schmutzpartikel sammeln sich auf beiden Seiten des Filters)
    • Platzbedarf (in der Regel muss der Filterhalter beim Transport in der Fototasche vom Objektiv getrennt werden)
    • Handhabung (bei der Fotografie aus der Hand, stört mich der Filterhalter um so mehr je größer dieser ist. Auf dem Stativ spielt das keine Rolle.

     

    Filterhalter für Objektive ohne Filtergewinde

    Es gibt eine ganze Reihe von Objektiven, die baulich bedingt keinen Schraubfilter aufnehmen können, weil diese Objektive eine stark nach außen gewölbte Frontlinse besitzen. Mittlerweile gibt es mehrere Filterhalterlösungen für Objektive wie z.B. das:

    Tamron SP 15-30mm Weitwinkel Objektiv F/2.8 Di VC USD von Haida*
    (Werbung)
    Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED Objektiv von Haida*
    (Werbung)
    Canon EF 11-24 mm von Lensinghouse 180mm Filterhalter* (Werbung)

    Es gibt auch Produkte aus dem 3D-Drucker z.B. von Logodeckel. (Werbung)

    In diesen Filterhaltern werden meistens die 150 mm Filter verwendet, bei Objektiven für Micro Four Thirds Kameras können auch die 100 mm Filter zum Einsatz kommen.

     

    Steckfilter in der Fotografie

    steckfilter verlaufsfilter für die Verwendung im Filterhalter

    Die französische Firma Cokin, war die Erste, die im Fotobereich Steckfilter in den Größen A (für Filterdurchmesser von 36 mm bis 62 mm) und P (48 mm bis 82 mm) angeboten hat. Später kam noch die Größen Z-Pro (bis 96 mm) und X-Pro (bis 112 mm) hinzu. Im Jahr 2013 wurden die Cokin-Filtergrößen in S, M, L und XL umbenannt. Seitdem ist auch die Verpackung keine stabile Kunststoffbox mehr, sondern eine Art Einsteck-Lappen. Ja, es ist eine leichte Wertung in meinem Unterton ;-)

    Wichtiger ist jedoch, die eigentliche Größe des Filters, um auch auf andere Marken zurückzugreifen zu können. Denn es gibt große Qualitätsunterschiede und nicht jeder Anbieter hat beispielsweise ND-Filter im Programm die 11, 12, 15, 16 oder sogar 20 Blendenstufen Licht reduzieren.

     

    Steckfiltergrößen

    Entscheidend bei der Wahl der richtigen Steckfiltergröße sind die Objektive, die man besitzt oder besitzen wird. Ich habe damals mit dem A-System von Cokin begonnen und bin später auf das P-System gewechselt, weil neue Objektive größere Durchmesser benötigten. Bei Weitwinkelobjektiven mit großem Filterdurchmesser bekommt man bei den Filtersystemen leichter Vignettierungen und da hilft neben einem flachen Filterhalter im Sortiment auch ein größerer Filter.

    Steckfilter können quadratisch, rechteckig oder rund sein. Verlaufsfilter sind rechteckig, damit man den Verlauf durch Verschieben des Filters im Filterhalter optimal positionieren kann. Die lange Seite ist je nach Hersteller unterschiedlich lang, wobei die Breiten halbwegs einheitlich sind, wie die (unvollständige) Übersicht zeigt.

     

      Breiten der Steckfilter (kurze Seite)

    Filterhalter - Filtersysteme Groessenvergleich Cokin 67 mm (S/A) 84 mm (M/P) 100 mm (X/Z-PRO) 130 mm(XL/X-PRO) Lee Filter 75 mm 100 mm 150 mm Singh-Ray 66 mm 75 mm 84 mm 100 mm 130 mm 150 mm Formatt Hitech 67 mm 85 mm 100 mm 150mm 165 mm Haida 83 (84) mm 100 mm 150 mm Lensinghouse 100 mm 150 mm Nisi 100 mm 150 mm Aktuelle Größenbezeichnung / alte Bezeichnung ** Der 83 mm Filterhalter ist kompatibel mit 84 mm Filtern

    Es gibt nicht jeden Filter in allen Größen, die größte Auswahl hat man z.Z. mit 100 mm breiten Steckfiltern.

    Von Lensinghouse und NiSi gibt es Filterhalter und Steckfiter mit 180mm Breite.

     

    Steckfilter für Cinematografie

    Der wesentliche Unterschied ist die Materialstärke von ca. 4 mm gegenüber 2 mm bei den Fotofiltern, was dazu führt, dass die Filter nicht in alle Standard-Foto-Filterhalter passen. Bei manchen Filterhaltern (z.B. Formatt Hitech), gibt es passende Spacer, sodass auch 4 mm Filter genutzt werden können.

    Im Filmbereich werden die Filter in drehbare Einzelfilterhalterungen der Matte Box (Kompendium) gesteckt. Die Größenangaben werden in Zoll (Inch) angegeben, z.B. 4×4, was 102 mm entspricht. Es gibt natürlich auch andere Größen z.B. 5×5, 5.65×5.65, etc.

    Bekannte Hersteller in diesem Bereich sind z.B. Schneider Optics, Cavision und Tiffen.

     

    Gegenlichtblende oder Kompendium

    Lee bietet z.B. ein normales und ein spezielles Weitwinkelkompendium für seinen Filterhalter an. Von Cokin gab es für das P-System früher auch ein Kompendium, heute gibt es nur noch quadratische Gegenlichtblenden, wovon mehrere übereinander gesteckt werden können. Nicht jeder Filterhalterhersteller bietet eine passende Lösung an.

    Lichteinfall von oben vermeiden
    Es kann passieren, das Licht von oben oder von hinten auf den Filter fällt und so Spiegelungen  sichtbar werden. Der Lee BigStopper ND-Filter besitzt deswegen z.B. eine Moosgummi-Umrandung, um den unerwünschten Lichteinfall zu minimieren.

    Ein möglichst fusselarmes, schwarzes lichtundurchlässiges Tuch, wie z.B. ein Schlauchtuch* (Werbung) über den Filterhalter gestülpt kann Abhilfe schaffen.

    Schraubfilter haben diese Schwäche nicht.

     

     

    Schutzdeckel

    Wenn der Adapterring auf dem Objektiv aufgeschraubt bleibt, gibt es passende Schutzkappen z.B Cokin P253. Es gibt teilweise auch steckbare Schutzdeckel, die in den Filterhalter eingeschoben werden können, z.B Cokin P252.

     

     

    Filterhalter oder Schraubfilter – Fazit

    Beide Filtersysteme haben ihre Berechtigung und ihre Vorzüge. Landschafts- und Architekturfotografen, die eh mit Stativ arbeiten, werden mit einem Steckfiltersystem besser zurechtkommen. Ein Pressefotograf, der sich im Menschengetümmel bewegt oder ein möglichst unauffällig arbeitender Street-Fotograf wird mit einem Steckfiltersystem nicht glücklich werden.

    Vergessen sollte man auch nicht, das jeder Filter vom Licht durchdrungen werden muss und dabei ein Teil des Lichts absorbiert und reflektiert wird. Wenn die Filteroberfläche nicht hochwertig vergütet ist, können sichtbare Bildfehler wie z.B.  Ghosting-Effekte, Lensflares oder Kontrastminderungen leichter auftreten. Das Stapeln mehrere Filter sollte deshalb auf das nötige Minimum reduziert werden.

    Wozu welche Filter verwendet werden, folgt in weiteren Beiträgen.

     


    siehe auch: Kategorie Filter

    Wine Country Camera 100mm Filterhalter System

    ND Filter, Graufilter (Neutral Density Filter)

    Polfilter

     

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