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    Fstoppers Flash Disc im Test – Systemblitzalternative zur Softbox?

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    fstoppers-flashdisc Lichtformer - Softbox für Systemblitze

    Passt der FS Flash Disc auf alle Blitzgeräte?

    Fstoppers Flash Disc der portable Lichtformer – Review

    Der Fstoppers Flash Disc Lichtformer funktioniert ähnlich wie eine Softbox und ist zusammenfaltbar wie ein Faltreflektor mit Springfederrahmen (keine Ahnung ob das, das richtige Wort ist ;-).

    Nach 6 Jahren, 2 Patentverfahren und 18 Monaten Prototypen-Design ist das Produkt jetzt ausentwickelt und wird demnächst auch nach Europa kommen. Ein guter Grund sich in den USA so ein Fstoppers Flashdisc zu kaufen und in diesem Review  zu testen. Ich möchte Antworten geben, ob sich dieser neue portable Lichtformer in seiner Anschaffung lohnt.

    Warum ich mir den FS Flash Disc besorgt habe

    Beginnen wir damit, dass man mit einem aufgesteckten Systemblitz an sich keine schönen Bilder macht, sondern helle. Ja, absichtlich provokant geschrieben und es gibt da auch ausnahmen aber in der Regel ist das so. Dies ist, wenn man nicht knipsen möchte sehr unbefriedigend. Das Problem ist durch die kleine Abstrahlfläche des Systemblitzes begründet.

    Es gibt alle möglichen Auf- und Vorsätze die versuchen diesen systembedingten Nachteil zu verbessern. Es gibt dabei zwei verschiedene Ansätze die Bouncer, das bedeutet, das Licht wird gegen eine Fläche geblitzt und von da zum Motiv reflektiert, z.B. die Bounce-Wall (Werbung) von Sunbounce. Die Fläche (gibt es mit unterschiedlichen Beschichtungen) ist relativ groß (dies ist positiv für das Bildergebnis) und der Blitz kann auf der Kamera bleiben und alle seine Sensoren verwenden. Der Nachteil dieses System ist, wenn man sich innerhalb von Menschenmengen z.B. auf einer Feierlichkeit bewegt, dass über kurz oder lang jemand daran hängen bleibt. Das Problem hatte ich früher schon mit dem Metz 45 CL Sabblitzgerät bei aufgestecktem Reflektor. Es gibt auch kleinere Varianten, die direkt am Blitz befestigt werden.

    Die zweite Variante sind (teilweise aufblasbare) mini Hard- oder Softboxen, diese verdecken jedoch die Sensoren und sind immer noch relativ klein. Andere Bauformen wie z.B. der „Joghurtbecher“ (Werbung) , gibt das Licht in alle Richtungen ab und man verliert so wertvolle Leistung. Auch ein Aufsteckdiffusor (Werbung) bringt kaum etwas. Ich weiß noch, wie ich mir damals für ca. 50 EUR oder waren es noch D-Mark meinen Ersten gekauft habe aber erst einmal gar keinen Unterschied feststellen konnte. Erst im direkten Bildvergleich nach dem beliebten Quizz „Finde die 7 Fehler im zweiten Bild“ konnte ich etwas hellere Schatten feststellen, war jedoch enttäuscht, was der damalige als „Wunderaufsatz“ angepriesene Diffusor für eine kümmerliche Wirkung hatte.

    Also bleibt eine richtige Softbox mit einem entfesselten Systemblitz als gute Möglichkeit über, die aber im Handling am besten eine 2. Person, ein Stativ oder einen langen Arm erfordert. Dieser fehlt dann, um die Kamera zu bedienen. So eine Firefly oder eine andere Softbox hat im Vergleich zum Flash Disc ein großes Packmaß und muss auch erst aufgebaut werden. Das ist je nach Hersteller auch ein Trauerspiel, vor allem wenn man einmal an der ganzen Konstruktion kräftig schüttelt und sich dann entweder der Blitz oder die Softbox gelöst hat. Dies ist natürlich abhängig von der Konstruktion und der Art der Befestigung.

    Vielleicht kennt der ein oder andere das vom Stativ mit angesetzter Kamera inkl. Teleobjektiv. Wenn das Ganze komplett über die Schulter geworfen wird, um zu einer neuen Position zu gehen, dann gibt es Varianten, wo die Kamera sich dabei löst oder hält. Viele tragen ihr wertvolles Equipment erst gar nicht so, weil Sie kein Vertrauen in die Befestigung haben.

     

    Flash Disc auspacken und los

    Jetzt ist er da und es wird sich schnell herausstellen ob der Hersteller mit seinen Lobpreisungen recht behält oder ob ich auf perfektes Marketing und PR hereingefallen bin, wäre ja nicht das Erste Mal.

    Der Flash Disc wird in einer transparenten Folie lediglich mit einem Sicherheitsaufkleber für Kinder beschriftet geliefert. Es gibt weder ein Umkarton noch eine Anleitung, lediglich der Versandkarton schützt die Sendung. Dem entfaltet geliefertem FlashDisc liegt eine Tasche mit ca. 14 cm Durchmesser bei. Der Flash Disc wird wie ein Faltaufheller zusammengelegt und passt dann gut in die Tasche, welche wiederum in jeder Fototasche passen sollte.

    Aufgesprungen hat der Flash Disc einen Durchmesser von ca. 30,5 cm und eine Tiefe von bis zu 6 cm. Es fällt auf, das die Tiefenausdehnung nicht stabil hält und auf der Oberseite sich zwei Laschen befinden, welche mit einem entsprechend gebogenen Drahtbügel die Form fixieren könnte.

    Fstoppers Flashdisc-Ansichten

    Im Prinzip handelt es sich um zwei Runde Faltreflektoren, der vordere ist mit einem Diffusorstoff bespannt und der hintere ist silbern Beschichtet. Verbunden werden beide Elemente mit einem silbrigen Gewebestreifen, der auf der unteren Seite eine Öffung von ca. 15 cm Breite hat, wo der Blitz eingesteckt wird.

    An der hinteren Fläche ist von innen ein ca. 7 cm breites Gummiband eingenäht, welches zur Befestigung des Blitzgerätes dient. Der Abstand der Nähte beträgt in der Breite ca. 7 cm und ca. 3 cm zum unteren Rand.

    Der vordere Diffusor besitzt einen silbernen Deflektor (das Rechteck auf dem Foto knapp unter der Mitte), der verhindert dass das Blitzlicht direkt nach vorne abgestrahlt wird. Ähnlich wie bei einem Beautydish, wobei es hier wahrscheinlich eher darum geht, das möglichst die ganze Fläche ausgeleuchtet wird. Am Rand erkennt man ein paar kleinere Stellen wo es nicht zu 100% gelungen ist.

    Auf der Rückseite befindet sich eine Art Graukarte mit drei Feldern (Weiß, Grau, Schwarz) gedacht als Referenz für den Weißabgleich oder zur Belichtungsmessung. Das ist ein praktischer Zusatznutzen, der Aufgrund des Materials und der Falten die mit der Zeit durch das zusammenlegen entstehen allerdings gemindert wird.

     

    Passform

    Der auf dem Bild ganz oben gezeigte Stabblitz von Metz passt nicht hinein. Alle anderen ausprobierten Aufsteckblitze passten jedoch. Bei der Anbringung ist mir allerdings Negativ aufgefallen, das entweder das Gummi zu hoch ist (und einen Teil der Blitzfläche abschattet) oder wenn der Blitz komplett eingeschoben wird, der Flash Disc je nach Systemblitz das Anzeigedisplay und oder einen Teil der Bedienungselemente verdeckt.

    Auf folgenden Blitzgeräten habe ich ihn erfolgreich aufgesteckt: Canon 430EX, Nikon SB 600, Nikon SB 700 und Photoflex.

    Der Stabblitz 45 CL-4 von Metz war zu groß.

     

     

    Setup 1

    Der Systemblitz befindet sich im Zubehörschuh direkt auf der Kamera.

    Ich habe im TTL-Modus fotografiert und das Ergebnis ist deutlich sichtbar.

     

    Setup 2

    Aufbau

    Das Bild zeigt das Setup, der Blitz wurde an einem Ausleger befestigt und kommt mit ca. 45 Grad Neigung von vorne. Es wurde mit einer Nikon D7100 und einem SB700 ohne weiteres Zubehör fotografiert. Als Hintergrund dient ein schwarzer Hintergrundkarton.

     

    Multi-Flashdisc

    Bild für große Darstellung anklicken!

    Der Haarschatten am Hals, sowie der Nasenschatten zeigen die offensichtlichsten Unterschiede. Es gibt eine ganz leichte Farbverschiebung (die Bilder sind nicht nachbearbeitet) und auch der Hintergrund ist von der Helligkeit leicht unterschiedlich.

    Wenn man hartes Licht mag, müsste der Blitz ohne Flash Disc, von der Position einen Tick korrigiert werden, damit der Nasenschatten etwas kürzer wird.

    Softboxen erzeugen grundsätzlich Bilder mit weniger „Tiefe“, das rechte Bild wirkt etwas flacher dafür aber gleichmäßiger.

    In der Mitte wurde der Aufsteckdiffusor verwendet, der dem Nikon SB700 beiliegt.

     

    Setup 3 mit zwei weiteren Blitzen

     

    Auch im Zusammenspiel mit weiteren Lichtquellen macht der Flash Disc keine schlechte Figur.

    Im direkten Vergleich mit einer 90 cm Octabox (Softbox), die weiter entfernt positioniert werden musste, damit die Softbox das Motiv nicht (teil-) verdeckt. Können deutliche Unterschiede wie der weichere Schatten am Kinn, Nase etc. festgestellt werden. Hier zeigt sich der Unterschied zu einem wesentlich größeren Lichtformer. Was aber auch in Ordnung ist, denn jede kleine Softbox würde ähnliche Ergebnisse liefern. Nicht ohne Grund gibt es so viele verschieden Lichtformer.

    Falls sich jemand fragt, warum die Farben im 2. Bild anders sind? Da ich parallel Videos aufnehme, um bestimmte Dinge anschaulicher demonstrieren zu können, benötige ich Dauerlicht. Mit welchem das Bild aufgenommen wurde. Ich habe keine Kalibrierungsorgie vorgenommen, weil es hier um das Thema Flash Disc geht.

     

    Fstoppers Flash Disc Fazit

    Mir gefällt der Fstoppers Flash Disc gut, er ist sicher auch nicht ganz perfekt aber bei einem Preis von 50 $ extrem konkurrenzfähig. Die Handhabung ist einfach und er passt in (fast) jede Tasche. Die Sicht auf die oberen Bedienungselemente und Anzeige(n) der Kamera wird etwas eingeschränkt aber damit kann ich gut leben.

    Wer also mit Systemblitzen arbeiten möchte, der kann den Flash Disc prima gebrauchen.

     

    Anmerkung: Alle Angaben ohne Gewähr. Dies ist ein von mir persönlich durchgeführter Praxistest, welcher meine subjektive Meinung wiedergibt.

    Ich hoffe Dir hat der Artikel gefallen und freue mich, wenn Du ihn teilst oder mir ein Like gibst und so diese Seite unterstützt.

     

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    Update

    Es gibt jetzt eine Alternative zu diesem Produkt, den Aurora Lite Bank Speedbounce

     

     

     

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    5 Kommentare
    1. Avatar

      Norman v. Offensichtlich

      7. Januar 2015 at 12:28

      Vielen Dank für diesen wirklich Objektiven Bericht. Ich persönlich versuche immer möglichst alltagstaugliche Lösungen zu finden und da mach die Flash Disc echt einen guten Eindruck.

      Kannst Du vielleicht noch sagen auf welchen Abstand Du fotografiert hast?

      Beste Grüße
      Norman

    2. Avatar

      Jörg Pumpa

      7. Januar 2015 at 12:41

      Hallo Norman, bei Setup 1 waren es ca. 2m. Die Kamera blieb an der Stelle, nur der Flash Disc wurde danach im Abstand von ca. 50 bis 70 cm positioniert.

      Viele Grüße
      Jörg

    3. Avatar

      Norman v. Offensichtlich

      7. Januar 2015 at 18:32

      Ahhhhhh. Vielen Dank!
      (auch für die schnelle Antwort)

    4. Avatar

      Koray

      17. Februar 2015 at 19:37

      Evt. eine Idee über welchen deutschen Anbieter ich das „Teil“ beziehen kann?

      • Avatar

        Jörg Pumpa

        18. Februar 2015 at 8:58

        Hallo Koray,
        er ist bei Amazon.de gelistet, dort aber nicht lieferbar. Wahrscheinlich bekommst du das Teil nur direkt aus den USA. Da gibt es z.B. folgenden Dienstleister http://www.myus.com/ (Werbung) über den, kann es dann weiter nach Deutschland Versand werden.

        Aber es kommt ja auch der sehr ähnliche Speedbounce von Aurora Lite Bank.

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