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    Grauverlaufsfilter GND

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    Grauverlaufsfilter - Wolken - GND-Filter - Steckfilter

    Was ist ein Grauverlaufsfilter?

    Ein Grauverlaufsfilter, engl. graduated neutral density filter (GND), bietet sich an, wenn man eine zu helle Partie gezielt im Bild abdunkeln möchte. Dies ist der wesentliche Unterschied zu einem Standard ND-Filter, der vollflächig die Lichtmenge eines Fotos reduziert. Hochwertige Neutraldichte- und Grauverlaufsfilter verursachen im Idealfall keine oder nur eine sehr geringe Farbverschiebung der Aufnahmen.

    Das häufigste Anwendungsgebiet ist es in der Landschaftsfotografie den Himmel abdunkeln zu können, um so z.B. die durch Überbelichtung verlorengegangene Himmelsfarbe und die fehlende Zeichnung in den Wolken (s. Bild) mit der Kamera abbilden zu können.

     

    Welche Unterschiede gibt es bei Grauverlaufsfiltern?

    Der Grauverlaufsfilter ist in unterschiedlichen Dichten erhältlich. Normalerweise absorbieren ND-Verlaufsfilter zwischen ein bis drei Blendenstufen Licht im dunklen Bereich des Verlaufs. Manche Hersteller bieten auch Filter mit 4 Blenden Lichtreduktion an.

    Wie andere Steckfilter auch sind Grauverlaufsfilter in unterschiedlichen Größen von zahlreichen Herstellern wie Lee, Cokin, etc. in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich.

    Je nach Hersteller werden die Filter auch als Neutral Density Grad(s) Filter bezeichnet. Anbei ein paar Steckfilteranbieter mit angebotenen Abstufungen

    • Formatt Hitech, Hard oder Soft Ege Filter von ND 0,3 bis ND 1,2 (volle Blendenstufen)
    • Lee Filters,  Very Hard, Hard, Medium oder Soft von ND 0,3 bis ND 1,2
    • Singh-Ray, Hard, Soft, Reverse ND 0,3 bis ND 1,2 (volle Blendenstufen)
    • Cokin (Werbung), ein bis drei Blenden

     

    Unterschiedliche Verläufe

    Bei Schraubfiltern ist keine Positionierung des Verlaufs entsprechend des Motivs möglich, daher sollte man mit Steckfiltern arbeiten. Im Gegensatz zu den quadratischen ND-Steckfiltern sind Grauverlauf-Steckfilter rechteckig, damit man mehr Spielraum zum Verschieben im Filterhalter hat. Die Art des Verlaufs gibt es je nach Hersteller in unterschiedlichen Varianten, wie die folgende Abbildung zeigt.

     

    Grauverlaufsfilter (GND) Unterschiede full soft hard reverse - ND-Filter Verlauf

     

    • Ganzer Filter – Soft, der Grauverlauf erstreckt sich über den kompletten Filter.
    • Halber Filter – Soft, der Verlauf geht vom dunklen oberen Rand bis etwa zur Mitte des Filters, je nach Hersteller geht es auch deutlich über die Mitte und läuft weich (soft) aus.
    • Halber Filter – Hard, der Verlauf geht vom dunklen oberen Rand bis etwa zur Mitte des Filters und läuft nicht weich aus, sondern es gibt eine harte (engl. hard) Kante, ähnlich wie beim Übergang des Horizonts zum Meer. Der Übergang ist ganz leicht diffus.
    • Halber Filter – Reverse, der Verlauf beginnt dunkel ungefähr in der Mitte und wird zum Rand hin heller. Diese Version gibt es nur von wenigen Herstellern und wird z.B. für Sonnenuntergänge verwendet, damit der Bereich um die Sonne nicht ausbrennt.

     

    Wenn der zu helle Bildbereich fast wie mit dem Lineal gezogen ist, wie z.B. der Horizont am Meer, dann ist der harte Verlauf für die Fotos meistens die bessere Wahl. Dementsprechend bleibt der weiche Verlauf für die etwas unruhigeren Übergänge.

     

     

    Wann nutzt man einen Grauverlaufsfilter am besten?

    Den Dynamikumfang durch Grauverlaufsfilter partiell anpassen

    Das Histogramm zeigt die Helligkeitsanteile des aufgenommenen Bildes an und manchmal kommt es vor, dass an den Seitenrändern Helligkeitsstufen (Lichter oder Schatten) abgeschnitten werden, z.B. wenn man aus einem Fenster, Tunnel, Burgtor oder ähnlich heraus fotografiert. Dann entscheidet man sich entweder für Struktur im hellen Himmel oder dem dunklen Mauerwerk. Wenn man beides erkennen möchte, macht man eine Belichtungsreihe Sinn und daraus wird dann z.B. eine HDR- Fotografie gerechnet, wie im folgenden Beispiel.

    HDR-Motiv

    Bei solchen Motiven ist der Kontrastumfang extrem hoch. Eine Belichtungsreihe und EBV bietet sich an.

     

    Wenn sich der zu helle Bereich in einem definierten Bildbereich wie z.B. oben, unten, links oder rechts befindet , dann kann man diesen sehr einfach mit einem Grauverlaufsfilter abdunkeln. Der Verlauf wird in die richtige Position verschoben und bei Bedarf kann der Filerhalter in den passenden Winkel gedreht werden.

    (Die Abblendtaste der Kamera und / oder der LiveView erleichtert die genaue Positionierung des Grauverlaufsfilters, um den Dynamikbereich so zu verkleinern, dass der Kamerasensor ihn verarbeiten kann.)

    Wer seine Bilder als JPG aufnimmt, der sollte einen Grau-Verlaufsfilter unbedingt einmal ausprobieren.

     

    weicher Grauverlaufsfilter

    Simulation: links ohne Filter, rechts mit weichem Grauverlaufsfilter auf den Himmel angewendet

     

    Wenn allerdings Helligkeitsbereiche außerhalb des Dynamikumfangs liegen, wie in dem gezeigten Histogramm (s. unten), dann hilft nur ein passender Filter oder eine Belichtungsreihe. Wenn das Histogramm keinen Peak an der Seite aufweist, kann man die aufgenommene RAW-Datei auch per Bildbearbeitung so optimieren, als ob man mit Grauverlaufsfiltern fotografiert hätte. Viele Fotografen möchten allerdings schon beim Fotografieren ihr Bilder möglichst perfekt aufnehmen und nicht mehr Zeit vor dem Computer verbringen als unbedingt notwendig.

     

    Histogramm mit Potenzial für einen Grauverlaufsfilter

    Histogramm-Himmel-hell-erforderd-GND

    Das Histogramm zeigt Helligkeitswerte über den gesamten Bereich. Ganz rechts werden die hellsten Werte (z.B. Himmel bei Landschaftsaufnahme) angezeigt.

    Das Histogramm einer Landschaftsaufnahme zeigt das komplette Helligkeitsspektrum an. In den hellen Bereichen (des Himmels ganz rechts) gibt es einen deutlichen Peak, der zum einen die Menge der Bildpixel mit diesem Helligkeitswert anzeigt und zum anderen darauf hindeutet, dass es weitere Helligkeitswerte jenseits des Anzeigebereichs gibt. Die Belichtung insgesamt zu verändern ergibt wenig Sinn, da man dann die dunklen Bereiche (ganz links) verlieren würde.

     

    Das Histogramm nach Verwendung eines Grauverlaufsfilter im Bereich des Himmels

    Histogramm-Himmel-mit-Grauverlaufsfilter

    Ein Grauverlaufsfilter (GND) dunkelt die Helligkeitswerte im Himmel ab und bringt so deutlich mehr Struktur in den Wolken, weil die Helligkeitswerte mit ihren Abstufungen in den sichtbaren Bereich wandern.

    Der Filter muss nicht unbedingt den Himmel abdunkeln, sondern kann auch anders herum in den Filterhalter eingesteckt oder auch rotiert werden. Je nach Motiv können Kombinationen von mehreren Filtern Sinn machen. Es kommt dann auch schon einmal vor, dass man einen Filter in die Hand nimmt und diesen für die Dauer der Belichtung vor den Filterhalter hält, weil man zwei unterschiedliche Winkel benötigt.

     

    Motive bei denen ein Verlaufsfilter nicht optimal ist

    nicht Grauverlaufsfilter geeignet

    Bei diesem Foto ist der Himmel leider ausgefressen.

    Es kommt oft vor, dass das eigentliche Haupt-Motiv deutlich in den Bildbereich ragt, welcher eigentlich mit dem GND-Filter dunkler gemacht werden soll. Hierbei stößt ein Verlaufsfilter an seine Grenzen, denn der Filter dunkelt dann auch z.B. den Turm, den Baum oder Ähnliches deutlich sichtbar ab was nicht gewollt ist.

    Für die Fotografie solcher Motive bietet sich eine Belichtungsreihe an, die später in der Bildbearbeitung kombiniert wird.


    siehe auch: Kategorie Filter

    ND Filter, Graufilter (Neutral Density Filter)

    Polfilter

     

     

     

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