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    Kein Akt! – Fotografie al dente – Rezension

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    Kein-Akt-Buchrezension

    Kein Akt! – Die neue Fotoschule für unkomplizierte Aktfotografie von Charlie Dombrow – Rezension

     

    Die Aktfotografie bietet seit jeher eine reizvolle Thematik innerhalb der Fotografie und das Buch Kein Akt! von Charlie Dombrow möchte dem interessierten Leser einen Überblick verschaffen. Neben der ästhetischen Darstellung, des meist völlig unbekleideten Körpers, werden viele Themen angesprochen, die zur praktischen Betrachtung der ganzheitlichen Aktfotografie gehören.

    Das Buch ist am 21. Mai 2015 erschienen und als eBook und Softcover mit 224 Seiten Umfang erhältlich.

    Doch gehen wir in diesem Artikel etwas mehr ins Detail, schon beim Durchblättern merkt man anhand der vielen Bilder, dass es sich nicht nur um Theorie handelt, sondern in vielen Bildern anschaulich das Thema der Aktfotografie näher gebracht wird.

    Die Bilder zeigen Aktfotos unterschiedlichster Art sowie Making-Offs, Vorher-Nachher-Vergleiche (z.B. mit Aufhellung, Bildbearbeitung, etc.).

    Bei manchen Beispielen muss man sehr genau hinsehen, damit man den beschrieben Unterschied erkennt, aber dies liegt wahrscheinlich auch etwas an der Abbildungsgröße im Druck.

    Die Beispiele sind so gewählt, dass auch der Fotoamateur diese in ähnlicher Qualität mit einfachen Mitteln nachgestellt bekommt. Es sind also nicht die Art von aufwendigen Glamour-Fotos, wie man sie in dem Magazin mit dem Bunny sieht. Nicht ohne Grund schreibt der Autor, dass es einen profunden Unterschied zwischen geil und schön gibt.

    Von daher ist es auch klar definiert, an wen sich dieses Buch richtet. Den Einsteiger in die Aktfotografie, der Tipps und Informationen hilfreich vermittelt bekommen möchte ohne mit einer ganzen Entourage und Tonnen von teurem Equipment ausgerüstet sein Shooting bestreiten möchte.

    Schauen wir auf die Themenschwerpunkte:

    Ausrüstung
    Hier spricht mir Herr Dombrow aus der Seele, denn es ist jede Kamera geeignet, solange man die Automatik abschalten kann. Natürlich wird auch die DSLR oder die geeignete Objektivwahl beschrieben, dazu ein Stativ, Faltreflektor und Blitzgerät als Basis. Was braucht man im Heim- oder Wander-Studio? Der Notfallkoffer mit Make-Up und Kleinigkeiten darf bei dieser Aufzählung nicht fehlen.

    Rahmenbedingungen
    Der Umgang mit dem Modell sowie die rechtliche Absicherung durch einen Vertrag sind Thema. Welche Arten der Aktfotografie gibt es? Wie kommuniziere ich beim Shooting und darf ich mein Modell anfassen? Ob der Ausspruch „Give it to me, Baby!“ die adäquate Wortwahl beim Fotografieren ist, wird auch beantwortet.

    Fotomodelle
    Wie und wo findet man seine Modelle? Unterschiede zwischen Agenturen und Communitys. Honorare oder TfP? Requisiten, Haare, Make-Up, etc.

    Location
    Die Wahl des Ortes kann vielfältig sein. Fotografiert wird im Freien, zu Hause, im Hotel, im Heim- oder Mietstudio, usw. Besonders im Freien gibt es so einiges zu beachten, wie man in dem Buch erfährt. Worauf man bei der Wahl der Location generell achten sollte, beschreibt der Autor, der übrigens auch als Location-Scout tätig ist.

    Bei den Mietstudios hat sich allerdings ein kleiner Fehler eingeschlichen, es geht um den Preis von „circa 20 87,203 bis 25 EUR pro Stunde“. Der 1.Wert gibt Spielraum in der Interpretation ;-)

    Praxis
    Der Umgang mit einem Faltreflektor oder Blitzgerät zur Aufhellung wird beschrieben, was gibt es noch Hilfreiches im Baumarkt? Lichttechniken wie z.B. Beauty-Licht, High-Key, Low-Key, arbeiten mit vorhandenem Licht und zusätzliches Licht setzen, werden zum Thema.

    Bildnachbearbeitung
    Was sollte wie nachbearbeitet werden? Die beschriebenen Retuschen bieten ein Überblick einfacher Techniken, die mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen umgesetzt werden können. Es geht nicht um High-End-Beauty-Retusche-Techniken, sondern wie bekomme ich beispielsweise „einfach“ eine Narbe, Falte, Hautflecken oder den Bikinistreifen weg. Auch der manipulative Eingriff durch elektronisches Lifting wird gezeigt.

    Bei der Bildbearbeitung nutzt der Autor gerne die Presets von Color-Projects-Professional (Werbung)*; um seine Bildlooks zu kreieren oder eine Ganzkörper-Hautretusche anzuwenden.

    Montagen
    Es werden Montagetechniken gezeigt, die teilweise etwas künstlich wirken. Aber dafür gibt es auch genug andere Photoshop-Bücher und -Videos, um diese Techniken zu perfektionieren.

    Um über die grundsätzlichen Möglichkeiten der Montage zu informieren und was bei der Planung, Fotografie und dem Compositing zu beachten ist, reicht das vorliegende Werk.

     

    Kein Akt! – Kommentar

    Der Text ist sehr angenehm geschrieben und ein schmunzeln hier und da konnte mir der Autor entlocken. Es werden sehr viele relevante Themen der Akt Fotografie angesprochen und hilfreiche Information zum Fotografieren gegeben.

    Das Buch ist aus meiner Sicht gut für Einsteiger und Fotoamateure geeignet, die sich für Aktfotografie interessieren und Kein Akt! gibt viele hilfreiche Tipps. Natürlich muss das Modell auch nicht nackt fotografiert werden, um vom Buch profitieren zu können.

    Der Fortgeschrittene oder semiprofessionelle Fotograf mit Erfahrungen im Bereich der Modellfotografie wird aufgrund der Informationstiefe wahrscheinlich besser mit einem Buch „nur“ über ein einzelnes Thema wie z.B. Posing, Umgang mit Modellen, Retusche, Lichtführung, Bildlooks, etc. zurecht kommen.

     

     

    Titel: Kein Akt! – Die neue Fotoschule für unkomplizierte Aktfotografie

    Autor: Charlie Dombrow

    Publisher: Franzis-Verlag

    Softcover ISBN: 978-3-645-60373-7

    eBook ISBN: 978-3-645-20373-9

    Sprache: Deutsch

    Genre: Fotografie, People, Akt

    Kein Akt! bei Franzis* (Werbung) oder Amazon* (Werbung)

     

    Ich finde es übrigens vorbildlich, wenn ein Verlag die volle Kostenersparnis eines eBooks an seine Kunden weiter gibt. Das eBook gibt es für den halben Preis bei Franzis* (Werbung), wieso schaffen das viele andere Verlage nicht? Ist doch kein Akt! Um das Wortspiel des Titels einmal aufzugreifen ;-)

     

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    Ein Kommentar
    1. Avatar

      Markus

      19. Juni 2015 at 23:31

      Ich habe das besagte Buch auch von vorne bis hinten gelesen und kann dem Autor hier nur zustimmen. Das einzig uninteressante war für mich zu erfahren, wann der Autor mit welchen Programmen das Freistellen erlernt hat.
      Ansonsten ist das Buch angenehm geschrieben und so mancher Satz lässt das humorvolle Kopfkino anspringen

      Markus

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