Ticker

    Das kleine Heim-Fotostudio – Teil 6 Leuchtenstative-Bauformen

    Von
    Leuchtenstative

    Unterschiedliche Leuchtenstative: Säulenstativ auf Rollen, Galgenstativ und Century Stand (C-Stand)

    LeuchtenstativeBauformen / Konstruktionen

    Leuchtenstative gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten.

    Im letzten Teil haben wir uns mit den Details und Spezifikationen von Licht-, Lampen- und Leuchtenstativen beschäftigt, in diesem Teil behandeln wir die wichtigsten Leuchtenstativ Bauformen für Fotografie und Video.

     

    Klassisches Dreibein Leuchtenstativ (Klappstativ)

    Dreibein Leuchtenstativ

    Foto: Amazon

    Es gibt unterschiedliche Bauformen wie z.B. das „normale“ Dreibeinstativ mit schrägen Beinen.

    Durch das Lösen der oberen Beinbefestigung können die Beine durch Verschieben ein- und aufgeklappt werden. Der Winkel der Schrägstellung ist variabel und es kann der Aufstellradius etwas verändert werden. Bei manchen Stativen kann auch die Verstrebung, am unteren Ende der Auszugsrohre, separat verstellt werden.

    Mehrere Stative dieser Bauform lassen sich nicht so gut zusammenstellen, da die Beinverstrebung einem anderen Stativbein im Weg ist.

    Wenn man ein zweites Klappstativ eng zusammenstellen möchte, dann muss das 2. Dreibein unterschiedlich steil eingestellt werden, sodass man das zweite Stativ durch die Verstrebung durchstecken kann und die Verstrebungen sich nicht behindern. Das klingt und ist umständlich, auch weil ein Stativ dabei hochgehoben werden muss und der Positionierungsspielraum ist nur minimal.

    Die Kombination beispielsweise mit einem Studiostativ geht meistens gut, weil der andere Fuß unter die Verstrebung passt.

    Die Aufnahme ist je nach Stativ unterschiedlich. Alle Stative, die auch eine Aufnahme für einen 28 mm Zapfen besitzen, fallen entsprechend stabil aus und können auch mit einen stabilen Galgengelenk verwendet werden.

     

    Century Stand (C-Stand)

    Century Stand (C-Stand) mit Arm

    Foto: Amazon

    Das Century Stand stammt aus der Filmindustrie und ist als Halterung für Diffusoren, Scrims und Abschatter, meist in Verbindung mit einem zusätzlichen Arm gedacht. Abgesehen davon, dass es extrem robust und schwer ist, kann es sehr vielfältig eingesetzt werden und trägt natürlich auch Blitze oder andere Lichtquellen mit seinem 16mm (5/8″) Zapfen.

    Die C-Stand Basis (Fuß) gibt es in unterschiedlichen Varianten. Als Turtle Base kann die Basis auch als reines Bodenstativ mit 28 mm Aufnahme genutzt werden.

    Als Sliding-Leg-Variante, kann man das C-Stand gut auf Treppen oder anderen nicht ebenen Untergründen nutzen.

    Das C-Stand ist ein universeller Begleiter und gehört eigentlich in jedes Studio und oder in das KFZ on Location.

    Es lassen sich mehrere Stative aufgrund der unterschiedlichen Beinhöhen einfach zusammenstellen. Auch Sandsäcke können einfach nur auf die Beine aufgelegt werden. C-Stands gibt es auch in schwarz.

     

     

    Studiostativ (Mittelsäulenstativ auf Rollen)

    Studiostativ (Mittelsäulenstativ auf Rollen)

    Foto: Amazon

    m Studio werden gerne Stative mit Rollen verwendet. Die Version mit einer durchgehenden Mittelstange und Gleitträger ist sehr beliebt und wird auch gerne als Studiostativ (bei Lichtstativen) bezeichnet. Das Stativ besteht aus zwei miteinander verbundenen Rohren, die die Säule bilden (man kann es auch nur mit halber Höhe nutzen). Ein selbst arretierender Gleitträgerarm dient zur Höhenverstellung und Befestigung der Lichtquellen.

    Bei der Nutzung von Auslegerarmen an „normalen“ Stativen mit mehreren Auszügen möchte man oftmals an der Stelle der Feststeller die Lampe anbringen und fängt dann wieder an die Auszüge zu verändern, damit es passt. Beim Mittelsäulenstativ kann man in einem Rutsch, von Bodennähe bis zur vollen Höhe blitzschnell, jede Position einstellen.

    Das dichte Zusammenstellen mehrere Mittelsäulenstative geht aufgrund des festen Fußes nicht gut, nur in Kombination mit anderen Bauformen. Bei Nutzung eines 2. Gleitträgers kann aber einfach zusätzliches Equipment befestigt werden.

    Als Aufnahme liegt ein wechselbarer 16 mm Spigot Adapter bei.

    Manche Blitzgerätehersteller wie z.B. Bacht, Bron, etc, bieten auch ähnliche Konstruktionen an, die im Fuß eine Stellfläche für einen Generator bietet, der zugleich als Beschwerung dient. Meistens befindet sich eine rechteckige Säule am Rand der Konstruktion und der Fuß besitzt vier Räder.

     

    Bodenstative

    Bodenstativ

    Foto: Amazon

    Manfrotto Bodenstativ Brake Base S

    Foto: Amazon

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Um wirklich nur geringe Höhen z.B. als Hintergrundlicht oder hinter dem Motiv positioniert nutzen zu können, machen Bodenstative Sinn. Die Lampe kann damit knapp über dem Boden positioniert werden.

    Manche Leuchtenstative sind auch modular aufgebaut, in den Fuß (Base) kann dann entweder direkt die Lampe oder die Stativauszüge eingesteckt werden.

    Die Fotos zeigen als Aufnahme eine 16 mm Hülse inkl. Spigot Adapter und auf dem 2. Foto einen 16 mm Zapfen und eine 28 mm Aufnahme.

     

    Einbein- Klemmstative / Autopole

    Foto: Amazon

    Autopole sind Einbeinstative, die zwischen Boden und Decke eingeklemmt werden oder auch horizontal von Wand zu Wand.

    Es gibt Autopole in unterschiedlichen Spanngrößen für unterschiedliche Deckenhöhen und mit einem speziellen Hebelmechanik werden sie dann gespannt.

    Ich finde Autopole ideal um z.B. Hintergründe temporär zu befestigen oder wenn ein Dreibein zu viel Stellfläche benötigt. Es können mehrere Autopole auf engstem Raum zusammengestellt werden.

    Bei Deckenhöhen bis 3,7 Meter und engeren Räumen sind Autopole super. Für höhere Decken, gibt es eine Verlängerungsstange, die besitze ich auch aber es wird mir persönlich schon zu wackelig.

    Autopole besitzen keine Aufnahme, sondern werden in Verbindung mit Klammern wie z.B. Super Clamps genutzt.

     

    Galgenstative

    Wenn man über sein Motiv eine Lichtquelle positionieren möchte, dann hat man entweder ein Deckenschienensystem, ein Gerüst oder einen Galgen.

    Der Galgen ist ein Arm oder Ausleger, der von der Länge über das Motiv reicht und an einem Stativ befestigt ist, so wie der obere T-Strich. Um das Gewicht z.B. der Lampe auszugleichen und damit die Konstruktion auch bei nicht mittig angebrachten Ausleger in der Waage steht, kommt ein Gegengewicht an den Galgen. Die Verbindung zwischen Ausleger und Stativ ist meistens ein einachsiges Drehgelenk. Bei gelöstem Drehgelenk sollte der Galgen in der wage stehen mit leichter Tendenz, das die Lampe hoch schwingt. Das hat den Vorteil, das der Blitzkopf nicht auf den Boden schlägt, wenn das Gelenk mal lose ist, die Decke muss natürlich auch hoch genug sein.

    Beim Anbringen/Entfernen des Blitzkopfes/Lichtformers muss man aufpassen und eine 2. Person, die den Galgen in geeigneter Position festhält, ist von Vorteil.

    Aufgrund des Gegengewichts schnellt der Galgen sehr leicht hoch, wenn die Lampe (bei gelöstem Gelenk) abgenommen wird. Ist das Gelenk fest, dann kippt das Galgenstativ um, nachdem die Lampe entfernt wurde, es sei denn, man hält es fest. Durch Verschieben des Gegengewichts zum Drehpunkt, bei mit der Hand festgehaltenem Galgen, kann man diesen Hebel etwas bändigen, wenn man alleine arbeitet.

    Man muss jedenfalls aufpassen, sonst hat man schnell einen Monetären oder auch gesundheitlichen schaden.

    Galgen Leuchtenstativ, Galgenstativ im Fotostudio

    Für einen Galgen ist ein stabiles Stativ das A und O, denn es kommt neben der eigentlichen Lampe auch der Ausleger, das Gelenk und vor allem das Gegengewicht hinzu. Was schnell 10 kg und mehr zusätzlich wiegen kann.

    Das Foto zeigt den Manfrotto 025BS Superboom*, (Werbung) einen Galgen, dessen Kopf vom Ende der Stange mit zwei Kurbeln geneigt und rotiert werden kann.

    Beim Galgen muss man immer aufpassen, zum einen liegt der Schwerpunkt sehr hoch und die Lampe ragt über den Standradius des Stativs hinaus und ist anfällig für das Umkippen. Nicht ohne Grund ist auf dem Foto ein zusätzliches Gewicht zwischen den Stativbeinen zu sehen.

    Und ja, mir (ich wahr jedenfalls dabei) ist so eine Konstruktion schon zwei-dreimal umgefallen und es ist auch immer etwas kaputt gegangen.

    Die Galgenstange ist am besten aus einem Stück. Bei Manfrotto wird teilweise gestückelt, damit es besser zu transportieren ist, dann werden mehrere Rohre mit einem innen liegenden Verbinder verschraubt. Es gibt auch Galgen mit mehreren Segmenten zum Ausziehen, die sind allerdings nicht so stabil.

    Auch sollte man auf die Befestigung des Galgengelenks achten, die 16 mm Versionen sind eher Spielzeuge, also nur für Aufsteckblitze, Klassik Dedolights oder andere leichte Gerätschaften geeignet. Die 28 mm Version ist stabiler, wobei die ganze Galgenkonstruktion immer noch wackelig genug bleibt.

     

    Galgen

    Foto: Amazon

    Der Platzbedarf von einem Galgenstativ ist übrigens auch nicht zu unterschätzen.

    Es gibt auch Galgenstative, die wie ein Kamera-Jib-Arm mit Parallelschwingarm konstruiert sind.

    Diese besitzen den Vorteil, dass bei Veränderung der Höhe, die ursprünglich eingestellte Ausrichtung der Lampe erhalten bleibt.

     

     

     

    Wind up Stativ – Kurbelstativ

    Wind up Stativ – Kurbelstativ

    Foto: Amazon

    Die Auszüge werden über eine Kurbel aus- und eingefahren.

    Hohe Lasten können sicher bewegt werden, man dreht die Kurbel an einer zentralen Stelle und muss nicht die Segmentfeststeller betätigen.

    Ein Kurbelstativ ist ein echter Brummer, daher wird er weder von der Größe noch vom Preis den Weg ins kleine Heimstudio finden. Ein 5 kW Stufenlinsenscheinwerfer wird man aber gerne auf so ein Stativ setzen.

     

    Rohrsysteme

    Spezielle Rohrsysteme z.B. das Foba Combirohr-System oder das Multitube System von Manfrotto, können mit den passenden Füßen, Tellern oder Platten auch zu einem Stativ werden. Allerdings sind diese mehr als Baukasten-System gedacht, aus denen z.B. Aufnahmetische und eigen Konstruktionen gebaut werden können, die z.B. bei der Produktfotografie gerne eingesetzt werden.

     

    Deckenschienensysteme

    Deckenschienensystem

    Foto: Amazon

    Wenn man, beispielsweise aus Platzgründen, die Leuchtenstative nicht auf den Boden stellen möchte, gibt es Deckenschienensysteme. An zwei festen Schienen werden die beweglichen Laufschienen befestigt, diese können wiederum Schienenwagen aufnehmen, an denen die Leuchten direkt befestigt werden können. Alternativ werden Scherengitter (Pantographen) oder Teleskopstangen befestigt, die eine Höhenverstellung erlauben und meistens selbst arretierend sind. Die Stromkabel oder auch die Blitzgeneratoren werden ebenfalls über das System geführt, so bleibt der Studioboden frei. Und das ist sehr angenehm.

    Deckenschienensysteme gibt es auch teil- oder vollmotorisiert. In kleinen TV-Studios gibt es oftmals (nur) einen festen Stangenraster, in den die Scheinwerfer eingehangen werden oder auch Kombinationen. Für die manuelle Bedienung der Scheinwerfer und Wagen gibt es eine spezielle Stange (engl. pole). Beim Kauf von Scheinwerfern, kann man meistens zwischen manueller- und pole- Bedienung (diese können auch manuell bedient werden) wählen.

     

    Marken / Hersteller von Leuchtenstativen

    Die bekanntesten Hersteller für Lampenstative sind Manfrotto, Avenger und Matthews.

    Viele Lichthersteller verkaufen auch fremde Stative unter eigenem Namen, dies wird dann meist durch einen eigenen Aufkleber markiert, wobei man den Originalhersteller noch erkennt und das ist meistens Manfrotto.

    Matthews und Avenger werden überwiegend im Filmbusiness unter sehr harten Bedingungen eingesetzt und sind extrem robust. Manfrotto ist der Platzhirsch im Fotostudio.

    Bei der Auswahl eines Leuchtenstativs sollte man dieselbe Sorgfalt wie bei einem Kamerastativ anwenden. Es macht Sinn das Stativ in die Hand zu nehmen und damit etwas zu spielen. Dabei sollte möglichst ein Blitzkopf mit Softbox angebracht werden und auch maximal ausgefahren werden. Wenn man im Laden dabei schon Angst um den Blitzkopf bekommt, dann ist es das falsche Stativ.

    Von Jinbei gibt es Stative, die sehr ähnlich wie die von Manfrotto aussehen. Im verlinkten Video, von Patrick Ludolph, werden zwei interessante Stative beschrieben.  Wenn die Pistolengriffe (Gleitträger) richtig herum benutzt werden, macht das Stativ keinen schlechten Eindruck. Bei dem 2. Stativ, das auch als Galgen fungieren kann, sieht man im Beitrag sehr gut, wie wackelig es als Galgen ist (auch wenn das nicht die Intention von Paddy war). Ich würde in der Galgenposition nur leichte Gerätschaft, z.B. Systemblitze mit kleiner Softbox dranhängen oder den Auszug nur minimal ausfahren. Aber das kann ja jeder für sich selber entscheiden.

    Zum Film auf Youtube (Werbung)

     

    Fazit:

    Die Frage, die sich jeder stellen sollte ist, wo und wie er die Stative nutzen möchte und ob und wie diese transportiert werden. Natürlich spielt auch das vorhandene Budget eine Rolle und wer die Stative nur gelegentlich nutzt, kann sicherlich auch mit ein paar Kompromissen leben.

    Im Studio sind Rollenstative mit einer festen Mittelsäule eine gute Wahl, den sie erlauben eine schnelle und einfache Bedienung von Bodennähe bis zum vollen Auszug per Gleitträger wie z.B. Manfrotto 231B* (Werbung) die Alternative JB16-2003* (Werbung) von Jinbei kostet weniger als die Hälfte.

    Die restliche Ausrüstung und das Einsatzgebiet sind sicherlich sehr entscheidend und man wird mit der Zeit auf eine stattliche Sammlung unterschiedlicher Leuchtenstative kommen.

    Es macht Sinn Leuchtenstative paarweise zu kaufen, weil die Handhabung dann oftmals einfacher ist als bei unterschiedlichen Stativen, z.B. wenn man einen Hintergrund, Stoffbahn, o.ä. mit 2 Stativen befestigt, haben beide Stative bei vollem Auszug dieselbe Höhe. Das gilt auch für einige Lichtsituationen wie z.B. gleichmäßige Hintergrundausleuchtung, Zangenlicht, etc.

    Unterschiedliche Fußkonstruktion helfen beim engen Zusammenstellen.

    Bevor ein Leuchtenstativ im Warenkorb landet, sollte man bei diesen meist sperrigen Artikeln auf die Versandkosten achten.

     

    Wie man die Standfestigkeit von Leuchtenstativen verbessern kann, lest ihr hier.

     


    weiter mit: Das kleine Heim-Fotostudio – Teil 7 Befestigung

    zurück zum 5. Teil – Alles, was Du über Lichtstative wissen musst.

    Zum 1. Teil – Vorüberlegungen für das eigene Fotostudio

    Lampenstative stehen durch Gewichte stabiler

     

      * Dies ist ein Affiliate-Link. Wenn Du diesen Link bei einem Einkauf nutzt, unterstützt Du unsere Arbeit, ohne dass es Dich mehr kostet. Vielen Dank!

     

     

    foto morgan - studio (Werbung)

    You must be logged in to post a comment Login