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    Das kleine Heim-Fotostudio – Teil 5 Lichtstative

    Von
    Leuchtenstativ Aufnahme-Zapfen

    diverse Lichtstative

    Alles, was Du über Lichtstative wissen musst.

     

    Im Fotostudio und on Location muss man zusehen, wie man seine Blitzgeräte, Scheinwerfer, Reflektoren, Abschatter und weiteres Fotozubehör in der richtigen Position sicher und dauerhaft befestigt bekommt. Die Basis bieten Lichtstative in unterschiedlichsten Bauformen, Größen und Materialien.

    Lichtstative werden ja nach Hersteller auch Beleuchtungsstativ, Lampenstativ, Leuchtenstativ, Blitzstativ, Stand (engl.), Tripod (engl.) oder einfach nur Stativ genannt. Viele Bauformen besitzen ihre eigene Unterbezeichnung, wie z.B. das Galgenstativ, Century Stand, etc.

    Als Ständer werden Stative für Mikrofone oder Lautsprecherboxen bezeichnet, also Mikrofonständer, Boxenständer oder Mikrofon- oder Boxenstativ.

    Es gibt eine Vielzahl von Herstellern mit einer breiten Auswahl an unterschiedlichen Modellen und der Einsteiger ist oftmals überfordert, was er für sein Heim-Fotostudio überhaupt kaufen soll. Die Auswahl fällt dann meistens der Preis und jedermann weiß „Wer billig kauft, der kauft zweimal“.  Aber viel wichtiger ist die richtige Auswahl für den gewünschten Anwendungszweck.

    Ich versuche hier einen Überblick darüber zu geben, was es zum einen alles gibt und wozu die unterschiedlichen Merkmale und Bauformen gedacht sind und worauf man je nach Einsatzzweck achten sollte.

    Es gibt natürlich auch enorme Qualitätsunterschiede und die Frage ist, ob man täglich professionell mit den Lampenstativen im Fotostudio oder on Location arbeitet oder es nur ab und zu benutzt.  Auch das persönliche Budget spielt eine Rolle, denn ein Lichtstativ kann den Geldbeutel extrem belasten, wie z.B. das Long John Silver Stativ von Avenger für ca. 5.000 EUR. Aber keine Angst, es gibt auch gute Lampenstative ab ca. 75 EUR. Allerdings ist man ist je nach Einsatzzweck auch schnell bei höheren Beträgen, genau wie bei Kamerastativen auch.

    Lichtstative, die Blitz-Sets beigelegt werden, sind oft nicht die stabilsten Produkte. Zum Halten eines Aufhellers oder von einem Kompaktblitz mit Standardreflektor reichen diese schon. Man sollte sich, je nach Anwendungszweck, noch etwas Stabiles dazu kaufen.

    Wenn man beim Lichtstativ auf Qualität und die richtige Dimensionierung achtet, halten die Stative jahrzehntelang.

    Um den Umfang des Beitrags nicht völlig zu sprengen, werde ich einzelne Themen in weiteren Beiträgen vertiefen, sofern ein Interesse hierfür besteht. Dies kann ganz einfach durch Teilen des Artikels oder Kommentare bekundet werden.

    Genug der Vorrede, jetzt wird es konkret.

     

    Der Stativ-Schwerpunkt

    Je weiter ein Stativ ausgefahren wird, desto weiter verschiebt sich der Schwerpunkt nach oben. Bestückt mit einem schweren Gegenstand, wie z.B. einen Kompaktblitzkopf inklusive Lichtformer und die Wahrscheinlichkeit, dass das Stativ z.B. bei Wind (gibt es per Windmaschine auch im Studio ;-) umfällt steigt erheblich.

    Meistens stößt aber jemand versehentlich an das Stativ oder bleibt am Kabel des Blitzes oder Scheinwerfers hängen. Ein stabiles Stativ kann jetzt viel Geld einsparen, wenn es dann nicht sofort umkippt.

     

    Die Stabilität ist beim Stativ das A und O. Darunter fällt die Standfestigkeit genauso wie das möglichst Verwindungsfreie und Schwingungsarme tragen der Last. Die beweglichen Elemente müssen sicher fixiert und einfach wieder gelöst werden können. Die Handhabung sollte einfach und ohne sich die Finger zu Klemmen möglich sein.

    Wer mit Glühlichtscheinwerfern arbeitet, trägt wegen der Verbrennungsgefahr meistens Handschuhe. On Location, wenn alles geschleppt und aufgebaut werden muss, sollten Crewmitglieder sinnvollerweise auch Handschuhe tragen und das Lichtstativ sollte auch mit Handschuhen gut bedienbar bleiben.

     

     

    Die Kriterien für die richtige Stativauswahl

    Das Lichtstativ besteht prinzipiell aus den Bereichen Kopf, Mittelteil und Fuß, die in unterschiedlichen Bauformen ausgeführt sein können. Bei Bodenstativen entfällt der Mittelteil. Zusätzlich gibt es noch die technischen Spezifikationen, die man sich näher ansehen sollte.

    • Kopf – Stativaufnahme für Leuchten (Blitzgeräte) oder Zubehör (Angabe der Befestigung(en)
    • Mittelteil – meistens ein mehrteiliger Säulenauszug zur Höhenverstellung (Angabe der Segmentanzahl inkl. Durchmesser, Extras wie z.B. Luftfederung)
    • Fuß – meistens drei Beine, für einen stabilen Stand (Extras wie z.B. Nivellierbein, Räder)
    Lichtstativ - Leuchtenstativ-Angaben

    Dieser Aufkleber schmückt beispielsweise eins meiner Stative mit folgenden Angaben: Durchmesser der Standfläche, Packmaß, maximaler Auszug, Gewicht und Tragkraft

    • Durchmesser der Standfläche
    • Packmaß (zusammengeklappt)
    • Maximale Höhe
    • Minimale Höhe
    • Maximale Tragkraft
    • Maximale Tragkraft bei vollem Auszug
    • Eigengewicht
    • Material
    • Farbe

     

     

     

     

    Material / Gewicht

    Aluminium oder Stahl sind die gängigen Materialien bei Leuchtenstativen. Dies schlägt sich nicht nur im Preis, sondern auch im Gewicht nieder und die Frage ist, wo und wofür das Stativ eingesetzt werden soll?

    Es gibt auch Stative mit Materialkombinationen, also die Füße und das 1. Segment sind aus Stahl und die weiteren Auszüge aus Aluminium, dies ist für den niedrigen Schwerpunkt die beste Variante.

    Stabilität gegen Transportkomfort und Preis. Wenn es ein Stativ-Typ in unterschiedlichen Materialien gibt, dann ist die leichtere Aluminiumversion immer etwas teurer. Wer die Stative selber on Location tragen muss oder mit dem Flugzeug reist, der wird sehr stark auf das Gewicht achten. Wer maximale Stabilität haben möchte, der nutzt die großen und schweren Varianten.

    Stative werden aus Stabilitätsgründen oftmals extra beschwert. Wenn das Stativ bereits ein hohes Eigengewicht hat, ist dies nicht so schnell notwendig, dafür hat man aber die Schlepperei. Je weiter ein Stativ ausgefahren wird, desto höher kommt der Schwerpunkt, um so wichtiger ist ein hohes Eigengewicht, welches möglichst tief liegen sollte.

     

    Rohrdurchmessser

    Große Rohrdurchmesser bedeuten mehr Stabilität und höheres Gewicht. Auch das Festklemmen von Zubehör hält besser.

    Wer z.B. das Multi Tube System von Manfrotto nutzt, freut sich über ein Stativsegment von 35 mm Durchmesser. So können die Verbinder auch am Stativ befestigt werden. Bei andern Klemmen (Foba hat z.B. 25 mm), können andere Durchmesser Sinn machen.

     

    Verbesserung der Stabilität durch zusätzliche Gewichte

    Damit auch der Schwerpunkt bei langem Auszug möglichst tief liegt, beschwert man ein Stativ oft mit Gewichten am Fuß. Auch wenn der Schwerpunkt z.B. durch einen Arm, Ausleger oder auch nur eine große Softbox zur Seite wandert, hilft ein Gewicht, welches dann auf der gegenüberliegen Seite möglichst tief angebracht mehr Stabilität bringt.

    Hier gibt es eine Vertiefung zum Thema Lampenstative stehen durch Gewichte stabiler

     

    Stativfarbe

    Spielt die wirklich eine Rolle?

    Lichtstative sind entweder Schwarz oder metallisch (Silberfarben, Chrome) ganz selten findet man auch mal ein graues Stativ. Ich persönlich bevorzuge Schwarz (matt wenn möglich), damit kein Licht unbeabsichtigt vom Stativ in das Motiv reflektiert. Man mühsam die Quelle sucht und das Stativ letztlich mit schwarzen Tüchern abhängen muss. Die schwarzen Beleuchtungsstative kosten meist ein paar Euro mehr, als die silberne Version.

    Ein schwarzes Lampenstativ ist viel unauffälliger, wenn es in einem abgedunkelten Part des Bildes vor dunklem Hintergrund steht.

    Am Filmset sind die Stative normalerweise nicht schwarz, von daher kann man auch damit arbeiten.

     

     

    Kopf Stativaufnahme Halterung

    Stativ-Aufnahmen mit 16mm oder 28mm Durchmesser

    Am Auszugsende vom Stativ befindet sich die Möglichkeit zur Befestigung einer Lampe oder anderm Zubehör. Dies Aufnahme ist nicht einheitlich, wie man anhand der vier beispielhaft gezeigten Ausführungen auf dem Foto sehen kann.

    Im Fotobereich kennt man zunächst einmal die beiden Standardgewinde von ¼ und 3/8 Zoll. Kameras besitzen meistens ein ¼-Zoll-Gewinde, während der Stativkopf meistens ein 3/8-Zoll-Gewinde besitzt.

    Lichtstativ, Leuchtenstativ-Aufnahme-Zapfen

    unterschiedliche Stativaufnahmen und Stativsegmente-Feststeller (Knebel und Flügelschraube)

    Die Stativaufnahmen Nr 2 und 4 besitzen am Ende jeweils ein männliches 3/8-Zoll-Gewinde.

    Wenn man sich dieses Gewinde wegdenkt, dann bleibt ungefähr die Form vom 1. Stativzapfen über, der einen Maximaldurchmesser von 16 mm besitzt und damit einen der beiden wesentlichen Standarddurchmesser von Stativbefestigungen zeigt.

    Ein Studioblitzkopf hat meistens eine Hülse mit 16 mm Durchmesser und kann auf die bereits erwähnten Zapfen aufgesetzt werden. Die Schraube am Blitzkopf wird dann bis auf Kontakt mit dem dünneren Bereich des Zapfens geschraubt und dient der Festklemmung und Sicherung, da die Hülse nicht nach oben heraus gehoben werden kann, weil die Feststellschraube nicht am breiteren oberen Bereich vorbei kommt. Dies ist besonders in hängender Position wichtig.

    Das 3. Stativ besitzt neben der sichtbaren- noch eine weitere Öffnung von oben, in welche Zapfen und Stangen mit 16 mm Durchmesser eingesteckt werden können, die mit der Flügelschraube fixiert werden.

    Das 4. Stativ besitzt neben dem sichtbaren 16 mm Zapfen mit 3/8-Zoll-Gewinde, der auch komplett versenkt werden kann, auch eine Öffnung mit 28 mm Durchmesser. Dies ist der 2. Standarddurchmesser, welcher beispielsweise vom viel stabileren TV-Zapfen genutzt wird.

     

     

     

     

    Säulenauszug / Mittelteil

     

    Segmentanzahl / Auszüge / Sektionen

    Je mehr Segmente (Auszüge) desto weiter lässt sich das Stativ ausfahren aber um so instabiler wird es, genau wie beim Kamerastativ auch. Das Packmaß wird durch mehr Segmente kleiner und man braucht mehr Handgriffe um es komplett auszufahren. Aus Stabilitätsgründen beginnt man beim Auszug mit dem größten Rohrdurchmesser.

     

    Segmente Feststeller

    Es gibt unterschiedliche Arretierungen, wie man auch auf dem Bild oben sehen kann. Knebel oder Schraubgriffe (Flügelschrauben, T-Griffe, etc.) in unterschiedlichen Größen und Formen gibt es. Die Knebel taugen oftmals nicht viel und unter Last sacken die Stative ein. Auch die drehbaren Feststeller sind nicht bei jedem Hersteller gleich gut.

    Die T-Griffe von Avenger sind 60 mm lang, bei Manfrotto sind die großen Drehgriffe 50 mm und zwischen 25 bis 35 mm die anderer Hersteller (Die Maße beziehen sich auf Stative die ich hier vor Ort habe, da gibt es sicher noch weitere). Macht selber den Vergleich und die Wahl fällt danach sehr leicht, denn je größer der Griff, desto größer ist der Gewindedurchmesser und um so besser die Bedienbarkeit (auch mit Handschuhen)

     

     

    max. Höhe

    Ein Hintergrund muss beispielsweise möglichst hoch angebracht werden können, wofür man normalerweise zwei Stative oder eine Wandbefestigung nutzt. Mindestens das Hauptlicht und das Gegenlicht sollten bis direkt unter die Decke (bei Räumen bis zu ca. 4 Meter Höhe) positioniert werden können.

    Bei einer Deckenhöhe von beispielsweise 250 cm und einer Oktobox von 2 Metern Durchmesser braucht das Stativ nur bis auf 1,5 Meter ausgefahren werden, dann stößt die Softbox bereits an die Decke, sofern diese nicht geneigt wird. Es muss also nicht jedes Stativ dieselbe Maximalhöhe besitzen.

     

    min. Höhe

    Die minimale Höhe beschreibt die niedrigste Höhe, mit welcher das Stativ aufgestellt werden kann.

    Wenn ein „normales“ Stativ beispielsweise eine minimale Höhe von 120 cm besitzt, ist dies auch die niedrigste Position der Lampenbefestigung.

    Nur mir Zubehör, wie z.B. einer Super Clamp und einem Arm, kann man die Lampe auch wesentlich tiefer an den Stativauszügen befestigen.

    Bei einem Gleitträgerstativ ändert sich die Höhe des Stativs nicht, da es eine feste Mittelstange besitzt und ein Gleitträger (Arm mit 16 mm Aufnahme und eingebauter Bremse) wird auf dieser Stange in der Höhe stufenlos verschoben. Solche Stative sind ca. 235 cm hoch, die Mittelstange besteht meistens aus zwei Teilen und es kann auch nur mit einer  Hälfte genutzt werden.

     

    Tragkraft und Tragkraft bei max. Auszug

    Hier muss man ein wenig aufpassen, denn die maximale Tragkraft bei vollem Auszug beträgt je nach Lichtstativ nur ca. 1/4 oder 1/5 der angegebenen maximalen Tragkraft. Markenhersteller geben oft beide Werte an und zusätzlich noch die Tragkraft mit einem Neigungswinkel von 5 bis 6 Grad.

    Dieser Wert sollte zum getragenen Equipment passen und man sollte es nicht unbedingt auszureizen. Beim Kauf sollte man auch daran denken, dass der nächste Blitzkopf ein ganz anders Gewicht haben könnte und wenn dann noch ein schwerer Lichtformer dazu kommt oder man doch mal im Freien mit etwas Wind das Stativ nutzt, oder , oder …

    Es kommt auch oft vor, das mehrere Leuchten oder weiteres Zubehör mit an einem Stativ befestigt werden. Je höher die Tragkraft ist, desto mehr Spielraum.

    Wenn man ein Stativ überlastet, bekommt es oftmals einen Knick und danach steht oder hält es nicht mehr richtig gerade.  Unter seiner Last zusammengebrochen ist mir persönlich noch kein Stativ, umgefallen sind schon einige und dabei bekommen sie auch schon mal einen Knacks weg.

    Die einzelnen Segmente sollte man möglichst nicht ganz ausziehen, denn an den Verbindungen ist die Abknickgefahr am höchsten und die Stabilität ist deutlich höher, wenn das obere Rohr noch ein gutes Stück im unteren steckt.

     

    Beispielrechnung

    Wer lange Freude an seinen Lichtstativen haben möchte, sollte seine Traglast mal grob überschlagen und da kommen schnell ein paar Kilos zusammen:

    • Blitzkopf ca. 2 kg bis 3 kg
    • Große Softbox mit Adapter-Ring und Waben ca. 2 kg
    • Superclamp mit Ausleger und Stromkabel ca. 1 kg

    Ein anderer Lichtformer wie z.B eine Stufenlinse kann auch schnell 10 kg wiegen und noch ein Sandsack als Gegengewicht mit ebenfalls 10 kg und wie haben fast 25 kg. (Die Softbox wurde abgezogen)

    Wer nur ein Aufsteckblitz mit Neiger, Fernauslöser und kleiner Softbox nutzt, dem reichen auch 3 kg Traglast im Studio. Draußen kommt bei Wind immer noch ein passendes Gewicht zur Stabilisierung hinzu.

     

     

    Federung

    Damit die Auszüge beim Einfahren nicht hart aufschlagen können, besitzen manche Stative, meistens nur im untersten Segment, eine Luftfederung oder es ist eine Spiralfeder eingebaut, damit es beim Absenken keinen harten Aufschlag gibt. Dies schont das Equipment, vor allem die Brenner, die harte Stöße nicht gut vertragen.

    Im Video zum Nivellierbein (weiter unten) zeige ich den Unterschied.

     

     

    Fuß/Beine (Base)

    Die Beine berühren mit ihren Enden die gedachte kreisförmige Standfläche, die in den Spezifikationen angegeben wird.

    Bei einem Klappstativ, besitzen die Beine eine zusätzliche Verstrebung, die am unteren Ende der Stativauszüge fixiert ist. Bei vielen Stativen ist diese auch verschiebbar. Die Enden der eigentlichen Stativbeine enden in einem Ring oberhalb dieser Befestigung. Durch verschieben dieses Ringes werden die Beine gespreizt oder zusammengeklappt. Die Verschiebung ist stufenlos, daher kann ein Klappstativ mit unterschiedlichen Radien aufgestellt werden.

    Das Stativ sollte, soweit möglich, immer mit seinem Maximaldurchmesser aufgestellt werden. Wichtig ist, dass dabei die obere Befestigung der Beine einen möglichst großen Abstand zu der unteren Strebenbefestigung besitzt, damit die Mittelsäule in zwei möglichst weit auseinanderliegenden Punkten gehalten wird.

    Lichtstativ - Stativ Fuss richtig aufgestellt

    Neben den „normalen“ schrägen Beinen eines Klappstativs gibt es auch andere Formen wie z.B. beim Century-Stand. Das hat zum einen den Vorteil, dass einfach ein Sandsack über ein horizontales C-Stand Bein gelegt werden kann und zum anderen bieten die 3 unterschiedlich hohen Beine die Möglichkeit mehrere Stative dicht ineinander zustellen.

    Wenn eins der Stativbeine drehbar gelagert ist und nicht im festen Winkel von jeweils 120 Grad in der Kreisfläche stehen muss, dann kann das Stativ auch durch Verschwenken des Beins, dicht an die Wand gestellt werden. Sodass die Mittelsäule nur einen sehr geringen Abstand zu Wand besitzt, das geht z.B. beim C-Stand.

    Es gibt spezielle Stapelstative (Stacker Stands, z.B. Avenger A 485), deren Beine sind anders gelagert und zusammengeklappt liegen sie nebeneinander. So nehmen die gestapelten Stative deutlich weniger Platz beim Transport weg.

    Mehr dazu schreibe ich im nächsten Teil dieser Reihe.

     

    Sonderfall

    Sunbounce Butterfly 6x6 (Werbung)

    Foto: Amazon

    Da man nicht immer nur eine Lampe auf das Stativ setzt, sondern auch beispielsweise einen Butterfly-Rahmen (s. Bild) verwendet, müssen die Füße hierfür niedrig sein, da man sonst, bei Neigung des Rahmens immer die Stativbeine im Weg hat.

     

     

     

    Standfläche (Durchmesser), Standfestigkeit

    Je größer der Durchmesser, desto stabiler steht das Stativ und desto mehr Stellfläche benötigt man. Die Stativbeine berühren die imaginäre Stand-Kreislinie.

    Viele Klappstative können auch mit einem kleineren Durchmesser aufgestellt werden, indem die Beine steiler gestellt werden. Allerdings kippen sie dann auch leichter.

    Bei schräg stehendem oder schwingendem Lichtstativ wird es gefährlich, wenn die Stativspitze oder die zu tragende Last, die Stand-Kreislinie lotrecht trifft. Dies ist der Bereich, wo das Stativ umfällt.

    Wann der Punkt genau eintritt hängt von der Gewichtsverteilung und dem Schwerpunkt der gesamten Konstruktion (inkl. Lampe, Lichtformer, Arme, Gewichte, etc.) ab.

    Schon bei geringer Neigung wandert der Schwerpunkt zur Seite.  Je weiter das Stativ nun ausgefahren wird, desto größer wird der Hebel, der die Standfestigkeit massiv verschlechtert und das Stativ bis zum Umfallen bringt.

    Ein Stativbein sollte immer in die Richtung zeigen, wie der Lichtformer. So wird das Gewicht und der Kippmoment in diese Richtung am besten abgefangen.

     

     

     

    Wie dicht kann man Lampenstative zusammenstellen?

    Gemeint ist, dass die Stativauszüge möglichst dicht beieinander stehen, sich also fast berühren.

    Es kommt oft vor, dass man vor einen Scheinwerfer noch einen Abschatter o.ä. positionieren möchte oder einfach mehrere Lampen auf engem Raum positionieren möchte. Daher ist das enge Zusammenstellen von mehreren Stativen gar nicht so selten.

    Wie gut das geht, ist abhängig von der Bauform der Stativbeine. Das Zusammenstellen ist mit Klappstativen problematisch, da man ein Bein immer durch die Verstrebung des anderen Stativs stecken muss und dabei muss das Lichtstativ zwangsläufig hochgehoben werden. Auch die festen Beine eines Mittelsäulenstativs können nicht dicht zusammengestellt werden.

    Meistens ist es einfacher unterschiedliche Stativkonstruktionen zu einer Gruppe zusammenzustellen, weil die Beine sich dann nicht gegenseitig, auf identischer Höhe, behindern. Es ist meistens leicht möglich, ein flachbeiniges Rollenstativ unter einem Klappstativ zu positionieren.

    Alternativ können per Superclamp (und Arm) weitere Dinge an einem Stativ befestigt werden.

    Oder man nutzt Stative wie, z.B. C-Stand oder Autopole.

     

     

     

    Nivellierbein (lazy leg)


    Über ein Nivellierbein verfügen nicht alle Lichtstative. Das Nivellierbein wird benötigt, damit das Stativ auch auf einem leicht schrägen Untergrund geradesteht. Im Studio braucht man diese Funktion normalerweise nicht aber on Location ist der Boden oft nicht ganz in der Waage.

     

    Extreme Höhenverstellung eines Beines (Sliding Leg)

    C-Stand mit Sliding Leg (Werbung)

    Foto: Amazon

    Wenn ein Bein z.B. auf einer anderen Treppenstufe stehen muss, reicht die Nivellierung nicht aus, und das Stativ muss einen verstellbaren Fuß auch Sliding Leg genannt besitzen (gibt es z.B. bei C-Stands), ein Bein kann in der Höhe von bis zu 120 cm verstellt werden.

    Stative sollten immer geradestehen, notfalls mit Brettern o.ä. unterfüttern.

     

     

     

    Rollen mit und ohne Bremse

    Manfrotto Stativrollen Rädersatz für Beine mit 22 mm Durchmesser (Werbung)

    Foto: Amazon

    Manfrotto Rollen mit Bremse (Werbung)

    Foto: Amazon

    Im Studio nutze ich für Lichtquellen gerne Stative mit Rollen, denn so kann beim Licht setzen die Position sehr leicht und relativ präzise verändert werden.

    Empfindliche Dauerlichtquellen (auch das Einstelllicht) bekommen bei der Umpositionierung keinen harten Schlag ab, was die Lebensdauer der Brenner verbessert.

    Die Bremse zur Fixierung macht Sinn, damit die Position gehalten wird, es geht aber auch ohne.

    Viele Stative lassen sich mit Rollen nachrüsten, die Öffnung muss zum Rohrdurchmesser des Stativbeins passen.

     

    Für Hintergründe, Lichtstopper, Flags, Diffusoren etc. nutze ich meistens Stativen ohne Rollen.

    Im Freien machen die abgebildeten kleinen Rollen wenig Sinn, da diese bei jedem kleinen Steinchen blockiert werden. Man benötigt deutlich größere Durchmesser und besser auch pneumatische Räder wie z.B. Avenger B9000P.


    Im 6. Teil geht es um Bauformen der Leuchtenstative

    Zum 4. Teil der Serie Heim-Fotostudio

    Zum 1. Teil – Vorüberlegungen

    Lampenstative stehen durch Gewichte stabiler

     

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