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    Lytro Illum Lichtfeldkamera – Teil 1

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    Lytro Illum Lichtfeldkamera - Vorstellung bei Abenteuer DSLR Fotografie

    Lytro Illum Lichtfeldkamera (plenoptische Kamera) – Review

    Für mich ist es eine Premiere mit einer Lichtfeldkamera zu fotografieren und ich bin schon sehr gespannt, wie diese neuartige Technologie sich in der Anwendung verhält. Gut – das Konzept basiert auf den bereits im Jahre 1908 vorgestellten Überlegungen von Gabriel Lippmann zur integralen Fotografie, welche später auch als Lichtfeld Fotografie bezeichnet wurde.

     

    Lichtfeld Technologie

    Das besondere an einer Lichtfeldkamera ist, dass man die Schärfeebene nachträglich im Bild verändern kann, weil nicht nur Informationen einer zweidimensionalen Ebene, sondern innerhalb eines definierten dreidimensionalen Raums, dem sogenannten Lichtfeld, gespeichert werden.

    Soweit ich es verstanden habe funktioniert es so, dass in der Kamera vor dem Sensor eine Mikrolinsenmatrix eingebaut ist, um viele unterschiedliche Bildinformationen pro Pixel gleichzeitig aufnehmen zu können.

    Bei einem klassischen Stereoskopischen 3D Bild, benötigt man beispielsweise zwei Objektive, die durch einen kleinen Abstand zwei perspektivisch leicht unterschiedliche Bilder aufnehmen, so wie es auch unsere Augen erfassen. Die Mikrolinsen nehmen durch die Anordnung als Matrix (also wie ganz viele kleine Objektive nebeneinander und übereinander) eine Vielzahl von unterschiedlichen „Perspektiven“ auf.

    Dies ist auch der Grund, warum die Megapixelanzahl so viel kleiner ist, denn es werden mehrere Sensorpixel benötigt, um jeweils ein und dasselbe Bild-Pixel mit den unterschiedlichen Bildinformationen innerhalb des dreidimensionalen Lichtfelds digital abzuspeichern.

    Die Mikrolinsen haben in einem regelmäßigen Raster unterschiedliche Fokuseinstellungen, um das Lichtfeld aufnehmen zu können. Ähnlich wie beim Fokus Stacking werden mehrere Bilder mit unterschiedlichen Entfernungseinstellungen aufgenommen. Allerdings passiert dies nicht zeitlich hintereinander bildbasiert, sondern innerhalb einer einzelnen Aufnahme pixelbasiert.

    Wenn wir uns ein Schachbrett mit 3×3 Sub-Pixeln für jeden Bildpunkt vorstellen, dann speichert jedes dieser 9 Subpixel einen anderen Schärfepunkt ab. Und die Auflösung des Sensors beträgt dann auch nur noch 1/9, denn man nutzt ja immer nur eins dieser Subpixel mit identischer Schärfeeinstellung und die restlichen 8 Pixel bleiben ungenutzt.

    In der Bildbearbeitung kann man auswählen, welches der 9 Subpixel man anzeigen möchte. Es können so Schärfeverlagerungen mit diesen 9 Abstufungen erfolgen, die Software interpoliert wahrscheinlich noch etwas aber man hat nicht genug Spielraum, um von der Naheinstellgrenze des Objektives bis unendlich alles damit abdecken zu können. Dafür müssten dann viel mehr Subpixel gespeichert werden, deswegen muss man bei der Aufnahme den Schärfebereich (das Lichtfeld) vorgeben.

    Aus den gespeicherten Bildinformationen lassen sich auch Tiefeninformationen ermitteln, was neben einer stereoskopischen 3D-Ansicht auch das generieren von 3D Modellen (3D Scanner) zumindest theoretisch ermöglicht. Die Firma Raytrix (Werbung) macht das beispielsweise mit ihren Lichtfeldkameras.

    So oder so ähnlich funktioniert also auch die Lytro Illum.

     

     

    Lytro Illum im Praxis- Test

    Ich hatte vorher noch nie eine Lichtfeldkamera benutzt, von daher bin ich jetzt sehr gespannt, wie man mit einer Lytro Illum fotografiert und vor allem wie gut die Bilder werden.

     

    Technische Daten:

    Die Angabe der Sensorauflösung wird bei einer Lichtfeldkamera nicht in Megapixel, sondern in Megaray angegeben.

    Die Lytro Illum hat 40 Megaray, was sich in einer Dateigröße von ca. 55 MB pro Bild niederschlägt. Ein exportiertes Bild (Tiff) hat die Auflösung von 2.450 × 1.634 Pixel, das sind 4 Megapixel.

    Der Sensor hat eine aktive Nutzfläche von 10,82 x 7,52 mm, das entspricht einem Cropfaktor von 3,19 zum Kleinbildformat.

    Das fest verbaute Objektiv hat einen Zoombereich von 30 – 250 mm (umgerechnet auf KB) bei konstanter Blende von F= 2.0

    Die kompletten technischen Daten findet ihr hier (Werbung)

     

    Auspacken / Unboxing

    Die Verpackung wirkt hochwertig, nachdem man die Hülle erst einmal entfernt hat. Der schwarze Würfel mit ca. 22 cm Kantenlänge wird aufgeklappt und man erwartet eher eine Schweizer-Armbanduhr als eine Kamera.

    Im aufgeklappten Zustand werden jetzt Schwarz aufgedruckte Symbole mehr oder weniger gut sichtbar, die darüber informieren, was sich unter der jeweiligen Klappe befindet. Jetzt kommt das Schachtel in der Schachtel Prinzip, was bei Geschenken sehr beliebt ist, ein Schaumstoffeinsatz mit ausgeschnittenen Lücken, welche die Einzelteile fixieren würde, wäre da sicher praktischer gewesen.

    Auf der linken Seite sind Symbole für Netzkabel, USB-Kabel und Ladegerät. Es findet sich allerdings noch eine weitere Schachtel mit einem ND-Filter.

    Die Symbole rechts bezeichnen die Gegenlichtlende, Trageriemen und Akku.

    Es liegt auch noch die Kurzanleitung, ein kleines Heftchen von ca 9 x 9 cm mit 12 Seiten inkl. Umschlag, in 4 Sprachen bei. Neben der Riemenbefestigung und das Einlegen der Speicherkarte gibt es noch Links auf Trainings Material von Lytro und dem Nutzerhandbuch.

    In der Mitte befindet sich die Kamera und wer genau hinsieht, erkennt noch ein Symbol auf dem Karton. Wenn man die Einlage herausnimmt, findet man dort noch ein Büchlein mit 104 Seiten ca. 11,5 x 13 cm. Ab Seite 41 stehen auf 20 Seiten die dt. Produktinformationen, Garantiebestimmungen und Hinweise.

    Die Software Lytro Desktop muss man von der Website laden. Neben der Desktop Applikation (Mac und Windows) findet man dort auch eine App für iPad und iPhone, die per kamerainternen WiFi Bilder auf die Geräte übertragen kann.

    Im Video packe ich die Lytro Illum aus und stelle die Bedienungselemente kurz vor.

    Mein erster Eindruck

    Die Kamera sieht sehr stylish aus und erinnert mich von der Form etwas an die Blackmagic Design – Cinema Kamera. Das große fest verbaute Objektiv dominiert die Kamera. Das Display ist klappbar (vertikal) aber es gibt keinen Sucher. Man hat also das typische Problem bei Sonnenschein, das Bild auf dem Display zu beurteilen.

    Die Kamera wirkt sehr aufgeräumt, da es nur wenige Bedienungselemente gibt. Neben dem Ein /Ausschalter auf der Oberseite gibt es ein vorderes und hinteres Einstellrad, einen Auslöse- und den Lichtfeldknopf. Auf der Rückseite befinden sich noch vier Buttons rechts vom Display.

    Das Display ist ein Touchscreen und ermöglicht die einfache Einstellung vieler Funktionen. Auf der Unterseite sitzt der Verriegelungsknopf für den Akku sowie der Anschluss für ein Stativgewinde. Auf der Oberseite findet man noch den Zubehörschuh für einen Blitz.

    Das Objektiv besitzt zwei Einstellringe für Zoom und Fokus. Ja, man muss auch den Fokusbereich einstellen, da dieser nicht unendlich groß ist. Die Ringe lassen sich endlos durchdrehen, ein Feature, das ich bei dem Canon Camcorder XL-1 das erste Mal kennengelernt habe und dem ich bis heute nichts abgewinnen kann. Ein begrenzender Anschlag ist mir persönlich 1000-mal lieber, als wenn ich endlos weiter drehen kann und nichts passiert, geschweige denn man ein Feedback bekommt, das man out of range ist. Das Objektiv ist übrigens innen fokussierend, d.h. es verändert seine äußere Größe nicht und auch das Filtergewinde bleibt in seiner Position fixiert.

    Eine Markierung für die Sensorebene habe ich leider nicht gefunden, das erschwert genaue Testmessungen.

    Auf der linken Seite befindet sich eine Klappe, hinter der die SD-Speicherkarte verschwindet und auch der Micro-USB-3.0 Anschluss liegt.

     

    Im 2. Teil wird es dann praktisch und ich fotografiere mit der Kamera und vertiefe die Bedienung.
    Hier geht es weiter

     

    Freundlicherweise ist uns eine LYTRO Illum als Pressemuster zum Testen zur Verfügung gestellt worden. Alle im Artikel gemachten Aussagen beschreiben meine subjektiven Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder.

     

     

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