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    Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema – Buchvorstellung (aktualisiert)

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    portrait lighting for photo, tv and cinema - buchvorstellung

    Buchrezension von: Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema, geschrieben in 7 Sprachen.

    Das Taschenbuch Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema habe ich vom Achim Dunker als Rezensionsexemplar gestellt bekommen, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Freundlicherweise hat er noch 3 weitere Exemplare für eine Verlosung zur Verfügung gestellt, doch dazu mehr am Ende des Artikels.

    Der Autor könnte dem ein oder anderen Leser bereits bekannt sein. Ich habe sein Buch“Die chinesische Sonne scheint immer von unten“ hier bereits vorgestellt.

     

    Worum geht es in diesem Taschenbuch?

    Der Titel verrät bereits, dass Porträtbeleuchtung für Fotografie, TV- und Kinofilm behandelt wird. Das Buch ist dennoch anders, als man zunächst vermuten möchte, denn es ist primär ein Bilderbuch zum Thema Lichtsetzung.

    Es werden etwa 100 Licht-Aufbauten mit Skizzen und ca. 500 Fotos bebildert. Ergänzt durch kompakte Beschreibungen in 7 Sprachen (Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Chinesisch).

    Schönheit entsteht nur durch Licht

    Dieses Zitat von Achim Dunker, kann ich voll unterschreiben, denn Licht verleiht dem Bild mehr Ausdruckskraft als jede Kamera oder das teuerste Objektiv.

    Wahrend der Landschaftsfotograf eher die Morgen- oder Abendlichtstimmung nutzt, ist der Studiofotograf sein eigener Herr über Licht und Schatten und besitzt damit alle erdenklichen Möglichkeiten. Jedenfalls wenn er weiß, wie man es macht. Und genau hiervon handelt das Buch, wie und womit man viele unterschiedliche Beleuchtungssituationen selber erstellen kann. Und das geht bereits mit einem preiswerten 10 EUR Studio los. Dabei bleibt es natürlich nicht und es werden je nach Lichtsetup zwischen einer und bis zu 5 Lichtquellen verwendet.

    Es kommen unterschiedliche Lampen, Reflektoren und Hilfsmittel zum Einsatz, die auch kurz erörtert werden. Da es neben der Fotografie im Schwerpunkt um Video und Film geht, wird mit Dauerlicht gearbeitet, was aber für die Positionierung der Leuchten und die gegebenen Tipps unerheblich ist.

    Das Format ist mit ca. 142 x 105 mm kompakt. So eignet sich das Büchlein (144 Seiten) prima, um es im Lichtkoffer immer dabei zu haben oder in die Tasche zu stecken. Man hat dann stets eine große Menge Fachwissen in komprimierter Form verfügbar und kann sich so inspirieren oder helfen lassen.

    Das Werk bietet die Möglichkeit, andern zu zeigen wie ein Setup sein soll. Anhand der Übersetzungen ist es so auch in internationalen Teams verwendbar. Aufgrund der vielen Abbildungen, einem extra Kapitel mit Ausrüstungsgegenständen und Werkzeugen sowie einem Kapitel zu Posen, ermöglicht es eine Anwendung als Zeige- oder Bildwörterbüch. Weltenbummler nutzen oftmals ähnliche Verständigungshilfen, wie beispielsweise Point It* (Werbung)  auf ihren Reisen.

     

    Inhaltsverzeichnis der Kapitel

    The picture book for professionals 4
    The €10 Studio 18
    Variations with a fluorescent tube 21
    Variations with one to three lamps
    25
    Setup of a complex illumination
    66
    Scrims and shadows
    80
    Eyeslight
    84
    Four and more lamps
    86
    Reflexes in eyes
    102
    Guerilla Lighting
    106
    Lighting with two fluroscent tubes
    110
    Foils, films and diffusion
    112
    Bluebox,
    Greenscreen and Whitecube 118
    Equipment
    122
    Posing
    130
    Books and Lessons
    138

     

    Meine Eindrücke

    Ich habe mir das Buch ausführlich angesehen und beschreibe hier meine subjektiven Eindrücke.

    Diskutiere nicht, mache!

    Das Zitat habe ich herausgegriffen, weil es doch so anschaulich ausdrückt, das man über Lichtgestaltung viel reden kann, aber nur durch das Machen zu einem Ergebnis kommen wird.

    Durch Lesen von Büchern wird man die Beleuchtungstechnik kaum erlernen können, sondern nur Anregungen, Impulse, Hinweise und Anleitungen bekommen. Erst durch das Nachmachen, Ausprobieren und viel Praxis wird man zu einem ansprechenden Ergebnis gelangen.

    So verstehe ich auch das Buch Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema als ein Impulsgeber und Nachschlagewerk für die eigene Umsetzung von unterschiedlichen Lichtsetups in der Portraitbeleuchtung.

    Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass die gezeigten Fotos weder mit Photoshop retuschiert noch farbkorrigiert wurden.

    Ich möchte hierzu ergänzen, dass die abgebildeten Personen keine Modelle sind wie man sie in der Beauty oder Werbefotografie erwarten könnte. Es wurde dementsprechend ebenfalls auf aufwendiges Make-up, Styling etc. verzichtet, denn der Leser soll seinen Blick für das Wesentliche schärfen.

    Es werden meistens mehrere Personen wie du und ich, mit unterschiedlicher Frisur- und Haarfarbe gezeigt, wie man es bereits auf dem Cover sieht. So kann jeder erkennen, dass dasselbe Licht Setup je nach Person verschieden wirken kann. So brennen beim strohblonden Modell beispielsweise schon mal die Haare aus, während dunkle Haare sich kaum vom Hintergrund trennen.

     

    Ein Arbeitsbuch

    Es geht in dem Buch nicht darum, dass in jeder Abbildung ein optimales Ergebnis gezeigt wird, was man sich als Poster an die Wand hängen möchte, sondern um die Möglichkeiten und Unterschiede. Es ist ein Arbeitsbuch und kein Bildband. So kann eine Frisur beispielsweise schon mal einen dunklen Schatten auf das Gesicht werfen, was bei dieser Person zu einem „schlechten“ Foto führt, währenddessen bei einer anderen Person das Bild völlig in Ordnung ist.

    Das Sehen und verstehen, was, wie beleuchtet wurde und das Erkennen, dass nicht jedes Licht für jede Person identisch wirkt, muss der Leser selber. Im Buch helfen die Beleuchtungsskizzen und Erörterungen beim Verständnis. Making-of Fotos einiger Sets, Varianten oder Vorher-Nachher-Vergleiche werden teilweise ergänzend eingesetzt.

    Das bedeutet, dass man sich Zeit nehmen muss, um zu schauen, zu analysieren und zu verstehen, was da im Detail gezeugt wird.

    Auch wer nach Rezept kocht, sollte trotzdem das Gericht abschmecken und bewerten können, ob es so gut ist. Andernfalls muss nachgewürzt werden. Dieses Gefühl für Licht und Schatten muss jeder selber entwickeln und Geschmäcker sind bekanntlich nicht alle gleich.

    Hier liegt vielleicht auch ein kleines Risiko, dass der Leser eben nicht die schönen „perfekten“ Fotos sieht, so wie er sie anderswo vorgeführt bekommt. Ich sehe dies als Vorteil, denn so ist das Buch viel näher an dem, was der Leser zunächst selber für Ergebnisse erzielen wird.

    Dementsprechend werden einzelne Leuchten auch nicht immer subtil, sondern manchmal übertrieben eingesetzt, damit man auf den Fotos besser erkennen kann, welche Bereiche diese beleuchten. Die richtige Dosierung kann man wie beim abschmecken eines Gerichtes später selber vornehmen, um beim Kochvergleich zu bleiben.

    Das Buch bietet viel Inspiration und ist als Nachschlagewerk geeignet. Die vermittelten Elemente können ähnlich wie in einem Baukasten kombiniert werden und so in deinen eigenen Foto-, Video- oder Filmproduktionen kombiniert werden.

     

     

    Meine Kritik

    Obwohl die eigentliche Textmenge sehr reduziert und auf den Punkt gebracht ist, habe ich beim Lesen so meine Probleme gehabt. Das Layout bietet leider kaum Anhaltspunkte, um die jeweils richtige Sprachversion auf den ersten Blick zu finden. Ein Textmarker kann hier helfen.

    Die Zuordnung der Bilder ist nicht immer klar, weil diese beispielsweise erst bei einer anderen Sprachversion auftauchen. Eine Kennzeichnung der Fotos zu jeweiligen Skizze und Variante, würde die Übersicht verbessern. Man übersieht zuweilen auch, dass ein neuer Abschnitt, Variante o.ä. beginnt. Als „Profi“ kann man diese Dinge noch nachvollziehen, ein Laie wird hier und da Probleme haben.

    Die einzelnen Licht Setups Skizzen verfügen über eine Fliesstextlegende, in welcher mit nummerierten Punkten, je nach Sprache unterschiedlich umgegangen wird. Eine Vereinheitlichung oder Tabellenform, wäre hier übersichtlicher.

    So gut und fachlich versiert der Inhalt ist, hätte auch ein Grafiker das Layout des Buches übersichtlicher gestalten sollen, damit es dem Inhalt gerecht wird. Gerade dann, wenn ein visuelles Thema behandelt wird.

    Ein 5 Gänge Gourmetmenü, von einem kleinen Kind auf einem einzigen Teller angerichtet würde auch nicht zur Geltung kommen, denn das Auge ist bekanntlich mit.

    Ihr merkt schon, dass ich mich bei meiner Kritik auf das Buchlayout stürze, daran seht ihr, das ich nichts anders gefunden habe was einer Kritik bedarf. Schade finde ich noch, dass aufgrund der Abbildungsgröße, die Unterschiede in den Bilden teilweise nicht deutlich sichtbar sind, z.B. beim Rembrandtlicht mit Spot oder Softbox. Hier hätte ich persönlich eine direkte und größere Gegenüberstellung besser gefunden. Aber das ist natürlich meine subjektive Meinung und ich bin hier mit meiner Kritik schon sehr Tief in Details.

     

     

    Für wen lohnt sich das Buch?

    Wer einen Beleuchtungskurs sucht, der einen Schritt für Schritt in die Tiefen der Lichtsetzung einführt und ausführlich alle Details erklärt, für den ist das Buch nicht die richtige Wahl, weil es zu knapp in den Erörterungen ist. Man benötigt schon ein paar Grundkenntnisse, damit man von den vielen komprimierten Informationen profitieren kann.

    Bereits beim ersten Durchblättern erhält man viele Eindrücke, Anregungen und Informationen, die zum Nachmachen animieren.

    Wie sich Licht aufgrund seiner Position und je nach Lichtquelle verändert und wofür man es nutzen kann und das selbst das jeweilige Modell Einfluss nimmt, bekommt man hier gut gezeigt. So erhält man je nach Wissensstand diverse Einblicke in unterschiedliche Teilbereiche der Lichtsetzung und Ausrüstung, die man gezielt nachmachen oder vertiefen kann.

    Für (Video) Filmer gibt es Informationen darüber, worauf man bei verschiedenen Kamerapositionen oder mehreren Personen im Bild achten sollte. Wie einzelne Lichtquellen mehrfache Aufgaben zugewiesen bekommen. Dies schadet auch einem Fotografen nicht, ganz im Gegenteil!

    Auf der Buchrückseite steht „Illustrated Guide for Professionals“, ich sehe jedoch den Profi nicht als die primäre Zielgruppe, denn der Profi braucht dieses Buch nicht unbedingt. Er wäre kein Profi, wenn er all dies nicht bereits kennen, wissen und praktizieren würde. Zur Kommunikation oder zum Zeigen, kann auch der Profi das Taschenbuch sinnvoll einsetzen.

    Derjenige der noch kein Profi ist aber schon weiß, dass beispielsweise das Licht einer Softbox sich von dem eines Standardreflektors unterscheidet. Der wird meiner Meinung nach viel eher von diesem Buch profitieren und sein Wissen erweitern.

    Für 11,99 EUR erhält man ein Buch mit komprimierter Information zu einem sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

     

    Ich vergebe 4 von 5 Kameras, wegen des Layouts.

     

    Titel: Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema (1. Auflage 2016)

    Autor: Achim Dunker

    Publisher: ZWO Filmproduktion

    ISBN-10: 3000532110

    Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch,  Chinesisch

    Genre: Film, Fotografie, Beleuchtung

    Portrait Lighting for Photo, TV and Cinema bei Amazon* (Werbung)

     

    Hier kommt ihr zur Website (Werbung) von Achim Dunker.


     

    Verlosung

    Ich habe hier drei Exemplare des Buches liegen, die Herr Dunker mir netterweise für eine Verlosung zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür!

    Um an der Verlosung teilzunehmen brauchst du nur, bis zum 31. Januar 2017, einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen, worin du beschreibst, was dich im Themenfeld Beleuchtung interessiert.

    Das Feedback, das ganz oben steht, entspricht der Nummer eins, das Folgende der zwei, usw.

    Die Gewinner werde ich per Zufallsprinzip (RANDOM.org) auslosen, hier als Beitrags-Update benennen und per E-Mail anschreiben, weil ich die Postadresse für den Versand benötige.

    Das nur ein Kommentar pro Teilnehmer erlaubt ist, versteht sich von selbst.
    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

    Ich wünsche viel Glück!


    Gewinner

    Die Gewinner stehen fest.

    Gewonnen haben somit:  Volker, Günter Müller undReinhold Schiemer

    Herzlichen Glückwunsch!

     


    siehe auch: Die chinesische Sonne leuchtet immer von unten

    Just one Flash! Tolle Fotos mit nur einem Blitz – Rezension

     

     

    Werbung

     

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    10 Kommentare
    1. Avatar

      Bob

      18. Januar 2017 at 9:27

      Hi, mich würde das Thema Greenscreen und dessen Beleuchtung / Ausleuchtung interessieren.
      LG Bob

    2. Avatar

      Dieter

      18. Januar 2017 at 12:59

      Hallo,
      und besten Dank für die gute und informativ geschriebene Rezension.
      Nach „Die chinesische Sonne..“ scheint mir, dass mir dieses Buch ebenfalls weiter helfen wird.
      Also werde ich gespannt die Verlosung abwarten ;)
      Beste Grüße
      Falls ich hier doppelt auftauche: Sorry, beim ersten Versuch gab’s die Meldung „unreadable captcha tokel file“

    3. Avatar

      Volker

      18. Januar 2017 at 17:59

      Hallo,

      da ich mich demnächst verstärkt mit Lichtgestaltung in Räumen beschäftigen werde, würde das Thema passen. Außerdem möchte ich mich vermehrt mit Videos, Greenscreen und deren richtigen Ausleuchtung (ähnlich Bob) auseinandersetzen.

      Da ich schon einige Versuche in der Richtung unternommen habe, brauche ich auch nicht unbedingt die absolute Anfängerliteratur.

      Von daher scheint mir das Buch recht interessant zu sein.

      Schöne Grüße
      Volker

    4. Avatar

      Reinhold Schiemer

      18. Januar 2017 at 20:10

      Ich könnte das Buch seht gut gebrauchen, zumal ich mit den Beleuchtungsmöglichkeiten in unserem Clubstudio noch immer nicht zurechtkomme!

    5. Avatar

      Andrea

      18. Januar 2017 at 20:25

      Mich interessiert das Buch, da ich noch ziemlich am Anfang der gezielten Lichtsetzung stehe. Habe schon einige VHS-Kurse besucht, aber da bleibt nicht immer alles von hängen. Wenn man dann so ein „Nachschlagewerk“ für immer dabei hätte… Schade, daß es bei Amazon kein „Blick ins Buch gibt“.
      Liebe Grüße

    6. Avatar

      Carsten

      19. Januar 2017 at 9:35

      Das Buch wird auch sehr gut für Einsteiger geeignet sein.

    7. Avatar

      Thomas Magyar

      19. Januar 2017 at 16:52

      Danke für die detaillierte Rezension.

      Licht ist in der Fotografie das A&O.
      Weiß man nicht um die Wirkung Bescheid, kann schnell ein schönes Motiv unvorteilhaft fotografiert werden. Da man im Punkto Licht setzen nie auslernt, stelle ich mir dieses Buch als Bereicherung für mich vor.

    8. Avatar

      Thomas Karner

      20. Januar 2017 at 10:33

      Ich bin seit bald 20 jahren ein echtlicht-freund und ein „restlichtverwerter“. Ich kenne mich also recht gut aus, was natürliches licht betrifft. Ganz anders sieht es nach wie vor mit künstlichem licht aus. Da stosse ich permanent an meine grenzen.
      Was mich besonders interessiert, sind sets, die mit wenig lichtquellen und wenig aufwand eindrucksvolle lichtstimmungen zaubern. Von dieser ausgangssituation könnte ich mich dann schritt für schritt an aufwändigere aufbauten heran wagen.
      DAS würde mir wirklich helfen… :)

    9. Avatar

      Martin

      21. Januar 2017 at 18:08

      Mich interessiert warum man teilweise so viele Lichtquellen nutzt. Es gibt ja auch nur eine Sonne, wenn man draußen fotografiert.

    10. Avatar

      Günter Müller

      26. Januar 2017 at 20:16

      Hallo Jörg,

      Beleuchtung richtig setzen ist ein wichtiges Mittel in der Fotographie, um es richtig zu lernen ist ein Buch immer ein gutes Hilfsmittel.

      Gruß
      Günter

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