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    Model Posen für Fotos – Buchvorstellung POSEN, POSEN, POSEN

    Von
    Posen-Posen-Posen von Mehmet Eygi - Buchvorstellung, Review

    Sammlung und Tipps mit Posen für Fotos

    Wem nützt das Buch – Posen, Posen, Posen?

    Was ist ein Fotoshooting ohne die richtigen Posen der Models? Damit die Models im Foto gut aussehen, sollte Wert auch das richtige Posing gelegt werden

    Wer Amateure fotografiert, kennt das Problem wahrscheinlich, die meist hübschen und sonst auch sehr quirligen und voller Energie steckenden Menschen verfallen vor der Kamera oftmals in eine Starre und verkrampfen, ja sie sprechen nicht einmal mehr normal. Aber auch die ohne Kamerascheu fragen diese meist nach kurzer Zeit was sie machen sollen?

    Und wenn man selber nicht die nötige Erfahrung mit Posen für Fotos hat, das Laien- Model richtig anzuleiten, fällt einem selber auch schnell nicht mehr viel ein. Deswegen ist die Vorbereitung wichtig und man kann beispielsweise Bilder mit Posen für eigene Fotomotive sammeln, die man gut findet und umsetzen möchte.

     

    Posen für Fotos – Tipps

    Hier kommt das vorgestellte Posen-Buch ins Spiel, welches mehr als 250 verschiedene Grund-Posen mit über 750 Varianten zeigt. Es ist für die Vorbereitung sowohl für Freizeit-Modelle als auch Fotografen geeignet um eine Reihe von passenden Posen herauszusuchen.

    Die Foto-Posen decken eine breite Palette ab, wie der Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät. Die Zahlen entsprechen den durchnummerierten Grundposen.

     

    Inhaltsverzeichnis

    Frauen:
    Fashion 001 – 037
    Plus Size 038 -050
    Dessous 051 – 061
    Nude 062 – 100

    Männer:
    Fashion 101 – 119
    Sport 120 – 136
    Business 137 – 151

    Paare:
    Fashion 152 – 186
    Sexy 187 – 203

    Schwangere:
    Fashion 204 – 214
    Nude 215 – 225
    Belly 226 – 230

    Familie:
    Baby & Mom 231 – 245
    All Together 246 – 256
    Baby 257 – 264

    Es wird also nichts über den psychologischen Umgang mit Modellen oder deren Führung oder Motivation geschrieben, sondern viele Posen gezeigt, die mit ein paar helfenden Hinweisen versehen wurden.

     

    In dem Video wird das Buch Posen, Posen, Posen (Werbung) durchgeblättert.

    Meine Kritik:

    Was mir gefällt sind die Detailhinweise innerhalb der Bilder und das es um die eingenommene Haltung der eigentlichen Pose geht und nicht um die Fotografie. Diese könnte aber trotzdem etwas hochwertiger sein.

    Es ist also kein Buch wie man Personen fotografiert oder mit ihnen umgeht, welche Kamera und Objektivauswahl man nutzt oder wie man ein „schönes“ Licht setzt, sondern eine Sammlung von vielen unterschiedlichen Posen, die größtenteils gut gewählt wurden. Sicher wird man die ein oder andere Pose unglücklich oder gekünstelt finden, es sind aber genug brauchbare vorhanden.

    Auch wenn das Thema Nude also nackt vorkommt, bekommt man maximal entblößte Brüste zu sehen, da ein Slip getragen wird. Ich finde das völlig in Ordnung, denn es ist ja kein Bildband im eigentlichen Sinne, sondern eine Anleitung oder besser ein Nachschlagewerk und hier kann auch ein Kochbuch ohne Bilder auskommen. Dass Bilder bei Posen, Posen , Posen gezeigt werden liegt in der Natur der Sache.

    Im Inhaltsverzeichnis kann man anhand der angegebenen Posen der Bereiche die Schwerpunkte erkennen.

    Der Bereich Familie > All Together ist für mich der Schwächste. Zum einen finde ich persönlich einige Posen nicht richtig gut, weil beispielsweise das Gesicht von „Papa“ öfters verdeckt wird oder alle in eine andere Richtung blicken.

    Ja, ich weiß um die Problematik in der Kinderfotografie, die ist ähnlich der mit Haustieren und da muss richtig animiert und motiviert werden und der Ausschuss ist trotzdem sehr hoch. Aber Ausschuss würde ich nicht in einem Buch publizieren wollen.

    Das wäre übrigens noch eine Möglichkeit gewesen, die Unterschiede grundsätzlich anhand von ein paar Beispielen als Einführung zu erörtern. Indem man exemplarisch die eigentlich gleiche Pose gut und schlecht umgesetzt zeigen würde. Denn dann würde man besser die Erklärungspfeile mit ihren Hinweisen wahrnehmen und verstehen.

    Was bedeutet z.B. „Schultern locker“ im Bild? Was wäre das Gegenteil?  Fest? Und wie sieht das dann aus? Wie ist der Unterschied zu „Schultern runter„? (Auch wenn die Arme nach oben über den Kopf geschlagen werden).

    Handrücken von der Kamera wegdrehen„, mein erster Eindruck auf dem Bild war, das der Handrücken der Kamera zugewandt war. Er liegt auf dem Bild etwa 45° zur Bildebene des Sensors. Ich denke es ist gemeint, das der Handrücken nicht parallel zur Bildebene stehen soll, sondern eingedreht sein soll, damit der Handrücken (der sich in diesem Fall am Gesicht befindet) schmaler wird, weil er sonst den Blick des Betrachters vom Gesicht zur Hand abwenden würde, da diese zu dominant wird. Aber sieht das auch der unerfahrene Leser so?

    Warum soll das angezogene Bein das hintere Knie verdecken? Hier hätte ich mir insgesamt ein wenig mehr Tiefe über das „warum“ gewünscht. So wie im Video beispielsweise etwas über die Position der eingestützten Hände gesagt wird, damit der Körper oder die Beine nicht zu lang oder zu kurz wirken. Umkehrschluss, bei einem kurzen Oberkörper könnte die gezielte tiefere Positionierung ausgleichend im Bild wirken.

    In den späteren Videos werden ein paar wichtige Dinge erwähnt, die dem Buch fehlen.

    Darüber hinaus wird nur ein Pärchen mit einem Kleinkind im Kapitel Familie gezeigt. Hier fehlen also Bilder mit etwas älteren Kindern oder auch Bilder mit mehr als drei Personen oder generationsübergreifende Familienbilder.

     

    Und in diesem Video sieht man den Autor in Aktion. Mir gefällt direkt am Anfang die Softbox rechts neben ihm sehr gut, diese Form kenne ich noch gar nicht, denke die sollte eigentlich quadratisch sein ;-)

    Aber er sagt viele wesentliche Dinge in dem Video und stellt seine Vorgehensweise vor, die im Umgang mit Amateuren sicherlich hilfreich sein können.

     

    Das Buch ist mit einem Preis von knapp 40 EUR kein Schnäppchen von daher möchte ich über ein paar Dinge nörgeln.

    Buchlayout

    Das Buch ist ein Brummer und man hat ordentlich etwas in der Hand. Die 296 Seiten im großen Querformat von 30 x 24 cm sind nicht besonders handlich um es mal eben in die Hand zu nehmen und dem Modell etwas zu zeigen. Es gibt auch ein eBook, welches man alternativ kaufen kann. Leider ist es für den gedruckten Buchkäufer nicht kostenfrei zu laden.

    Es ist nicht sehr viel Text in diesem Buch aber der ist durch seinen zentrierten Satz auf Mittelachse schlecht zu lesen. Bei einer Einladungskarte kann ich diese Satzform ja verstehen, aber wenn der Text knapp wie ein Blocksatz aussieht, dann sollte dieser  auch als Blocksatz oder zumindest linksbündig ausgerichtet sein.

    Auch die große Schriftgröße ist zwar für den kurzsichtigen Leser gut zu erkennen, aber aufgrund der vielen Umbrüche und Worttrennungen, (es stehen manchmal nur zwei, oftmals nur drei oder vier Worte in einer Zeile) ist der leseflus nicht besonders angenehm, zum Glück sind die Texte kurz.

     

    Bildqualität / Druck

    JA, es handelt sich um ein Posing-Buch also wie sehen unterschiedliche Posen eines Modells aus. Das kann man auch erkennen und man darf von den belanglos beleuchteten und fotografierten Bildern keinen besonderen Genuss erwarten.

    Es wurde (wahrscheinlich) auf einem weißen Hintergrund fotografiert, der im Buch allerdings zwischen verschiedenen Farbstichen wie beispielsweise Grün- oder Gelbtöne variiert oder einfach nur dreckig wirkt oder auch mal eher Grau. Die Texturen der Kleidung laufen oftmals zu. Wäre es ein Kunstband, hätte man diesen aufgrund der schlechten Qualität wahrscheinlich eingestampft.

    Aufgrund des Formates, Gewichtes und Preises des Buches erwarte ich eigentlich einen hochwertigen Bildband mit entsprechender handwerklicher Qualität.

     

    POSEN, POSEN, POSEN – Fazit

    Das Werk bietet eine gute Übersicht über Posen und jedes Modell und auch jeder Fotograf kann sich Anregungen holen. Es hat aber auch Lücken, wer z.B. im Kapitel Babyposen etwas in Richtung Anne Geddes sucht, wird nichts finden, denn das verwendete Baby-Modell ist dafür schon zu alt. Natürlich kann man nicht alle möglichen Posen in ein Buch packen aber den Klassiker aus der H&M Werbung mit Anna Nicole Smith (Werbung) hätte ich mir schon gewünscht, besonders wo es mit Pose 97 eine „Füße nach oben“ Pose gibt, die ich aber deutlich unattraktiver finde.

    Viele Posen sind bekleidet fotografiert, hier hätte ich mir ein paar Anmerkungen gewünscht, denn es ist schon ein Unterschied ob Frau Hotpants trägt oder ein Sommerkleid. Auch beim lobenswerten Kapitel Plus Size, ist die Anmerkung über „entsprechender Kleidung“ alles, was man zum Thema Kleidung liest.

    Wer ein Buch sucht, was einem beispielsweise eine Schritt für Schritt Anleitung gibt, dass erst einmal auf den Figurtyp (ob Apfel- oder Birnenform) des Körpers eingeht und Problemzonen aufzeigt und Hinweise gibt wie diese gezielt kaschiert werden, für den ist dieses Buch nicht das richtige.

    Die Posen kommen ohne Requisiten aus, es gibt lediglich einen Sitzwürfel für sitzende Posen. Nur im Kapitel Belly und Babyfotografie gibt es Kleinigkeiten wie z.B. eine Decke, ein Teddybär, etc.

    Wer eine Posensammlung sucht und einige Tipps bekommen möchte, z.B. „wohin mit den Händen?“ und wie leitet man aus eine Grundpose Varianten ab, der wird hier gut bedient.

    Meine Kritikpunkte habe ich offengelegt und da es nicht um die bildgebende Fotografie, sondern um Posen der Akteure geht, finde ich das Buch insgesamt empfehlenswert.

    Man bekommt es bei beispielsweise bei Amazon (Werbung) und ich würde mich freuen, wenn Du bei Interesse diesen Affiliate-Link benutzt, damit ich in Zukunft viele weitere Bücher vorstellen kann.

     

    Titel: Posen, Posen, Posen

    Autor: Mehmet Eygi

    Publisher: Rheinwerk-Verlag (vormals Galileo Design)

    ISBN-10: 3836226014

    Sprache: Deutsch

    Genre: Fotografie, People, Mode, Akt


     

    Nachtrag:

    Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung von gedruckten Büchern und eBooks gibt es das eBook nicht kostenlos zum gedruckten Buch dazu.

     

     

    Und wer noch etwas mehr sehen möchte, der kann noch den 2. Teil von Mehmet Eygi ansehen.

     

    mehr Informationen

     

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    Ein Kommentar
    1. Avatar

      Jens

      20. Mai 2015 at 6:42

      Danke für den Buchtipp. Sowas habe ich schon länger gesucht. Werde mir das Buch mal anschauen!

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