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    Sind Objektivadapter ein sinnvolles Zubehör oder doch nur ein Notbehelf?

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    Objektivadapter Novoflex-Canon-auf-EOS-NEX-EOS

    Bild eines Novoflex-Adapters für Canon auf Sony E – Foto: Novoflex

    Voraussetzungen für die Objektivadapter-Nutzung.

    Mit Objektivadaptern lassen sich fremde Objektive an einer Kamera aus einem fremden System nutzen. Schon zu Zeiten der analogen Fotografie und der rein manuellen Objektive gab es zahlreiche Adapter, die es ermöglichten, vorhandene Objektive an einem andern System einzusetzen. Damit dies möglich ist, muss das Auflagemaß (https://de.wikipedia.org/wiki/Auflagemaß (Werbung)) der Kamera, an der das Objektiv angebracht werden soll, kürzer sein, als das des Kamerasystems, von dem das Objektiv stammt.

    Zu den bekanntesten Systemen aus der analogen Zeit zählen die von der Pignons S.A. angebotenen Adapter zu den Alpa-Kameras, die teilweise auch eine Übertragung der mechanischen Objektivfunktionen ermöglichte. Bei den Schnellschussobjektiven des Allgäuer Herstellers Novoflex waren die Adapter Teil des Systems und somit waren diese Objektive an praktisch allen damals verfügbaren Kameras nutzbar. Auch Tamron setzte beim Adaptall -System auf einen universellen Objektivanschluss und auf Adapter zu den unterschiedlichen Kameras. Bis heute gehalten hat sich vorwiegend für lange Telebrennweiten der ganz einfache T2-Adapter, der keinerlei mechanische Übertragungsmöglichkeiten bietet.

     

    Leica-, Hasselblad und Alpa-Adapter

    Leica-S- Objektivadapter H-mit-S2-Kamera

    Foto: Leica

    Von Leica Camera gibt es zur Leica S neben den rein mechanischen Objektivadaptern für Hasselblad-V-, Pentax-67- oder Mamiya-645-Systemobjektive auch Objektivadapter für Hasselblad H- und Contax-645-Objektive, die alle Funktionen übertragen. Und für die Leica M gibt es von Leica den R-Adapter zur Nutzung von Leica-R-Objektiven an M-Kameras. Einen vergleichbaren Adapter gibt es auch im Programm von Novoflex. Dort gibt es darüber hinaus auch Adapter für die Nutzung von DSLR-Objektiven an der M und M-Objektiven an spiegellosen Systemkameras. In kleinem Umfang bietet auch Voigtländer ähnliche Adapter für Objektive mit M-Bajonett.

    Auch der Züricher Hersteller Alpa ermöglicht an seinem Verschlussmodul Alpa 12 FPS den Anschluss und die kameraseitige Steuerung zahlreicher Mittelformatobjektive. Mit dem Hasselblad CF-Adapter für das H-System lassen sich alle C-Objektive von Carl Zeiss aus dem V-System an H-Kameras nutzen. Über integrierte Prozessoren zur Datenumwandlung sollen auch zahlreiche Anzeige- sowie Objektivsteuerungsfunktionen an H-Kameras möglich sein.

     

    Tilt/Shift-Adapter

    Der Hasselblad HTS 1,5 Tilt/Shift-Adapter ermöglicht das Verschwenken und Verschieben von bestimmten H-Objektiven an den Kameras der H-Reihe. Tilt-Shift-Adapter zur Nutzung von Objektiven mit größerem Bildkreis an KB-oder kleineren Formaten gibt es seit viele Jahren auch vom Münchener Anbieter Zörkendörfer. Eine kleine Auswahl an sehr kompakten Tilt- und Shift-Adaptern findet sich auch unter der Marke Mirex.

     

    Canon-Adapter

    Da die Canon-Eos-Kameras mit 44 mm ein kürzeres Auflagemaß besitzen als die meisten anderen Kameras, gibt es zahlreiche Adapter, die den Anschluss fremder Objektive an diesen Kameras ermöglichen. Fremdobjektivadapter für Nikon-Kameras benötigen aufgrund des größeren Auflagemaßes der Nikon-Kameras ein eingebautes optisches Element, wenn sie auch auf unendlich fokussiert werden sollen. Die Mehrzahl dieser Adapter wird in China produziert und in wechselnder Qualität online angeboten. Als Marke hat sich unter den chinesischen Herstellern bislang nur Kipon etablieren können.

     

    Objektivadapter für spiegellose Systemkameras

    Mit dem Aufkommen der spiegellosen Kamerasysteme und ihrem im Vergleich zu den DSLR-Kameras deutlich kleineren Auflagemaß rückte die Adaption von Fremdobjektiven wieder stärker in den Blick der Anwender, die über eine größere Zahl an SLR- oder DSLR-Objektiven verfügen, jedoch mit dem geringeren Gewicht und den kompakteren Kameras ohne Spiegel liebäugeln. Mit einem Adapter lassen sich die Bestandsobjektive auch an einer neuen spiegellosen Kamera nutzen. Allerdings werden bei den meisten Objektivadaptern wie sie beispielsweise von Novoflex aus deutscher Produktion angeboten werden, die elektrischen Funktionen einschließlich der AF-Funktion nicht übertragen.

    Der Adapter-Hersteller Metabones hat sich intensiv mit dem Problem der Konvertierung des elektronischen Datenflusses zwischen den Objektiven und den fremden Kameras befasst und bietet eine zunehmend bessere und vor allem schnellere Konvertierung der Daten zwischen Canon-Objektiven und MFT-, bzw. Sony-E-Kameras an. Mit der Umstellung der Nikon-Objektive auf eine elektrische Blende dürfte sich auch für Nikon-Objektive eine Adaption an Spiegellose leichter umsetzen lassen, da der Blendenantrieb sich im Objektiv befindet und nicht im Adapter bereitgestellt werden muss.

    Deutlich einfacher wäre die Adaption von Canon- und Nikon-Objektiven mit elektrischer Blende, wenn die Kamera die für die Objektive benötigten Algorithmen direkt und ohne zusätzliche Umwandlungselektronik im Konverter verstehen würde. Wenn man berücksichtigt, dass Sony kürzlich auf einer Pressekonferenz in Südkorea hervorgehoben hat, dass man mit den neuen Vollformat-Systemkameras gezielt solche Fotografen ansprechen will, die mit Canon- oder Nikon-Vollformatkameras arbeiten, dann würde es wenig wundern, wenn Sonys kommenden Kameras mit E-Bajonett über eine Elektronik verfügten, die auch die Sprache von Canon- oder Nikon-Objektiven versteht. Ein Adapter würde sich damit auf den mechanischen Anschluss und die reine Durchleitung der elektrischen Verbindung reduzieren und keine zusätzliche Funktionselektronik benötigen.

     


    Siehe auch: Objektivadapter

    Leitax Objektivbajonett Umbausätze

     

     

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    Ein Kommentar
    1. Pingback: Sony Tidbits…(Metabones EF adapter firmware fix released) | sonyalpharumors

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