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    Die Standfestigkeit beim Kamerastativ verbessern

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    Kamera Stativ Stabilisierung durch Gewichte - Die Standfestigkeit beim Kamerastativ verbessern

    Reisestative schwingen durch Gewichte weniger.

    Viele glauben, dass man mit einem Stativ die Aufnahmen nicht mehr verwackelt, das ist leider so nicht ganz richtig. Denn es kommt immer auf die gegebenen Umstände an, ob dies erreicht werden kann.

    Grundsätzlich kann man sagen, dass man mit einem Stativ längere Belichtungszeiten anwenden kann als aus der freien Hand.

    Mehr Masse bringt eine bessere Schwingungsdämpfung mit sich. Nicht ohne Grund wiegt ein professionelles Säulenstativ im Fotostudio gerne über 100 kg. Ich besitze selber ein Cambo-UST mit 107 kg und weiß, wovon ich spreche. Auch mein Dreibein, ein Manfrotto 161MK2B, ist mit 9 kg nicht das Stativ, welches man z.B. beim Wandern gerne mit sich trägt.

    Im Studio und beim Transport zur Location mit einem KFZ ist das Gewicht meistens kein Problem. Aber unterwegs, besonders auf Reisen, wenn man auf das Gewicht achten muss, fällt das Reisestativ deutlich leichter aus. Es geht jetzt auch gar nicht darum ob das Stativ aus Carbon, Aluminium oder sonst was ist, denn es betrifft eigentlich alle Stative, denen es an Masse fehlt.

    Im Freien hat man es zusätzlich noch mit Wind zu tun, der das Stativ und die Kamera zum Schwingen anregt und ein häufiger Grund für verwackelte Bilder ist. Zum anderen kämpft das Stativ ja schon gegen das Gewicht der Kamera, die Erschütterung des Spiegelschlags (bei einer DSLR) oder auch gegen den händischen Druck auf den Auslöser an.

     

    Optimierungsmöglichkeiten

    Manche Dinge sind einfach zu verbessern. Für eine berührungslose Auslösung gab es früher den Drahtauslöser und heute kann man einen Fernauslöser oder vielleicht eine App oder zur Not den Selbstauslöser nutzen. Viele Kameras besitzen die Funktion der Spiegelvorauslösung. Bei Verwendung der LiveView- Funktion ist der Spiegel bereits hochgeklappt.

    Das Stativ muss, nachdem man die Kamera richtig ausgerichtet und eingestellt hat, nur noch ausschwingen, damit die Belichtung nicht verwackelt. Bei einem leichten Stativ oder einer ausgefahrenen Mittelsäule dauert dies länger. Eine Mittelsäule sollte man am besten gar nicht, oder nur bis zu ca. 1/3 der möglichen Auszugslänge nutzen, sonst verhält sich die Mittelsäule wie ein Einbeinstativ.

    Man sieht leider öfters (z.B. in Videos von manchen Händlern), das noch eine kurze Mittelsäule auf die Lange aufgeschraubt wird, um noch mehr Höhe zu erreichen. Dies taugt für die Stabilität gar nichts. Wer so arbeitet, sollte lieber direkt ein Einbeinstativ nutzen und wissen, dass es wackelig bleibt und nur eine Hilfe bis zu einem gewissen Grad (Belichtungszeit) ist.

    Die Stativschulter plus Neiger oder Kugelkopf muss die gewünschte Arbeitshöhe erreichen, wenn man es wirklich stabil haben möchte, vorausgesetzt die Stativkonstruktion inkl. Kopf ist solide und hat damit auch ein nicht unerhebliches Gewicht.

    Übrigens sind die Perspektiven in Augenhöhe, meistens nicht die schönsten für das Motiv. Wer Bildgestaltung betreibt, sucht eh die beste Kameraposition, die meistens außerhalb der Komfortzone liegt.

     

    Gewicht am Mittelsäulenhaken

    Gewicht am Mittelsäulenhaken (Werbung)

    Foto: Amazon

    Viele Stative besitzen unter der Mittelsäule einen Haken oder es kann einer nachgerüstet werden. Hier kann man  ein Gewicht anhängen. Dies verkürzt die nötige Ausschwingzeit erheblich. Am einfachsten hängt man seine Kameratasche oder Rucksack an den Haken.

    Wenn dies aus Platzgründen nicht geht, hilft z.B. ein Einkaufsnetz gefüllt mit ein paar Steinen oder Wasserflaschen weiter. Das Stativ muss selbstverständlich für das zusätzliche Gewicht ausgelegt sein und auch das Gewicht sollte auspendeln.

    Ein Sandsack, wie auf dem Foto geht natürlich auch.

     

    Das Dreieckstuch

    Steinbeutel, Ablage, Dreieckstuch (Werbung)

    Foto: Amazon

    Dreieckstücher auch Steinbeutel, Stativbeutel oder Ablagetasche genannt werden an den drei Stativbeinen befestigt und erlauben nicht nur das Ablegen von Filterdeckeln und anderem Zubehör, sondern können auch mit Steinen oder andern „Gewichten“ befüllt werden, um so das Stativ zu beschweren.

    Die Triangel-Stativbeutel gibt es z.B. von Big, Manfrotto, Novoflex, Vanguard, etc.

     

    Meiner Meinung nach ist der mittige Haken, für die extra Stabilität, die bessere Wahl. Neben der besseren Schwingungsdämpfung steht das Stativ, durch das zusätzliche Gewicht, insgesamt fester an der aufgestellten Stelle.

     

    Standfestigkeit erhöhen

    Bei den nachfolgenden Punkten handelt es sich um Zubehör, welches gegen das Wegrutschen oder Einsinken der Stativbeine hilft.

     

    Stativspreizen (Bodenspinne)

    Stativ mit Bodenspinne, Stativ-Spreizen (Werbung)

    Foto: Amazon

    Stativbeine besitzen im Gelenk meistens Rasterstellungen, um die Beine mit unterschiedlichen Winkeln aufstellen zu können, um so auch Höhen in Bodennähe einstellen zu können.

    Viele Stative, besonders im Filmbereich besitzen diese Rasterpositionen nicht. Auf glatten Untergründen finden die Beinenden wenig Halt und rutschen leicht nach außen weg und das Stativ sinkt ab. Um hier eine Kraft entgegenzusetzen, besitzen manche Stative eingebaute Mittel-Spreizen oder eine Kette, die die Beine zusammenhält. Alternativ setzt man das Stativ auf eine Bodenspinne, deren Radius verstellbar ist.

    In der Abbildung handelt es sich um ein Stativ mit zusätzlichen Spreizen (Bodenspinne), auf der das Stativ steht.

    Diese Spreizen gibt es auch mit Rollen, dann wird das Ganze ein Stativwagen (Dolly). Im Fotobereich sollte man eher darauf verzichten, wenn man mit längeren Belichtungszeiten arbeiten möchte, weil die Rollen meist nicht zu 100% fixiert werden können. Hier muss man auch auf die Qualitätsunterschiede zwischen den Chinakrachern für ca. 50 EUR und professionellem Equipment wie z.B. ein Sachtler Dolly S für ca. 1.300,- EUR hinweisen.

     

    „You get what you pay for“

     

    Schnee-/Sandschuhe

    Manfrotto MA 230 Schnee-/ Sandschuhe (Werbung)

    Foto: Amazon

    Wie auch schon bei den Stativspreizen handelt es sich auch bei den Schnee-/Sandschuhen nicht um Gewichte zu Stabilisierung, sondern um Hilfsmittel gegen das ab- und einsacken der Stativbeine auf weichen Untergründen. Aufgrund der großen Standfläche steht das Stativ, nachdem man es erst einmal richtig fest in den Boden gedrückt hat, stabil.

     

    Spikes

    Manche Stativbeine besitzen Gummifüße, die gegen Spikes getauscht werden können oder der Gummifuß kann hochgedreht werden und der Dorn kommt so hervor. Auf der trockenen Wiese oder Waldboden bieten Spikes die beste Verbindung zum Boden.

     

    Saugnapffüße

    Manfrotto Saugnapf-/Spikefüsse 190SCK2 (Werbung)

    Foto: Amazon

    Auf glatten oder empfindlichen Materialien wie z.B. Glas, Kunststoff, Holz, Fliesen, Marmor oder Laminat sind Gummifüße oder spezielle Saugnapffüße die richtige Wahl.

    Von Manfrotto gibt es beispielsweise für die 190er Stativserie kombinierte Saugnapf-/Spikefüße als Zubehör.

     

     

    Standfestigkeit verbessern – Fazit

    Die Stabilisierung eines Stativs mit zusätzlichem Gewicht macht besonders bei leichten Reisestativen Sinn. Auch wenn das Stativ nicht ganz gerade aufgestellt wird, kann es per Gegengewicht gegen das Umfallen gesichert werden, darüber hinaus bieten sich je nach Untergrund geeignete Fußspitzen an um das Stativ zu verbessern.

    Ausgefahrene Mittelsäulen machen aus einem Dreibein letztlich ein aufgesetztes Einbeinstativ und das hat bekanntlich nicht dieselbe Stabilität. Auch Mittelsäulen mit einem zweiten Auszug sind nur ein Kompromiss. Letztlich muss jeder Anwender für sich selber entscheiden, was für einen wichtig ist und es ist natürlich ein Unterschied ob man eine schwere DSLR mit 2,8 /70-200mm oder eine Kompaktkamera auf dasselbe Stativ aufsetzt.

    Wer sich ein Stativ zulegen will, sollte dies bei einem gut sortierten Fachhändler kaufen und vor Ort mit der eigenen Kamera und dem schwersten Objektiv ausprobieren. Denn selbst ein Testsieger kommt einem in der Hand so manches Mal etwas wacklig vor.  Und leicht ist eben nur die halbe Wahrheit.

     

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    Das gilt auch für alle Amazon Abbildungen.

     

     

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