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    Sternenhimmel mit Sternschnuppen fotografieren

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    Sternschnuppen fotografieren - Milchstrasse Astrofotografie Perseiden Geminiden

    Perseiden, Geminiden und andere Sternschnuppen fotografieren.

    Sternschnuppen fotografieren kann man über das ganze Jahr verteilt, es gibt jedoch Zeiten wo Sternschnuppen verstärkt auftreten.

    Jetzt steht wieder ein Höhepunkt an, wo besonders viele Sternschnuppen am Sternenhimmel erkennbar sind und zum Fotografieren einladen.

     

    Die Anzahl der theoretisch sichtbaren Meteore pro Stunde wird mit der Zenithal Hourly Rate (ZHR) angegeben. Letztlich wird man allerdings deutlich weniger sehen.

    Die vier stärksten wiederkehrenden Meteorschauer (Meteoritenschauer) möchte ich kurz vorstellen.

    Quadrantiden

    Der Ursprung liegt im Sternbild Bärenhüter (lat. Boootes)

    28. Dezember – 12. Januar
    Aktivitätsmaximum ca. 3. Januar
    ZHR 120

     

    Eta-Aquariiden (Mai-Aquariiden)

    Diese sind in der Nähe des Sternbilds Wassermann (lat. Aquarius)

    19. April – 28. Mai
    Aktivitätsmaximum ca. 6. Mai
    ZHR 65

     

    Perseiden

    Die Perseiden kommen scheinbar aus dem Sternbild Perseus (lat. Perseus)

    17. Juli bis 24. August
    Aktivitätsmaximum ca. 12. August
    ZHR 100

     

    Geminiden

    Die Geminiden entströmen ungefähr dem Sternbild Zwillinge (lat. Gemini)

    4. bis 17. Dezember
    Aktivitätsmaximum ca. 14. Dezember
    ZHR 120

     

    Eine App auf dem Smartphone erleichtert die richtige Ausrichtung der Kamera, ich verwende Sternenatlas (Werbung), es gibt natürlich noch andere.

     

    Eine Meteorliste gibt es z.B. bei Wikipedia (Werbung)

    Hier geht es zu International Meteor Organization (IMO) (Werbung)


     

    Tipps zu Sternschnuppen Fotografie

    Neben den passenden Wetterbedingungen sind noch ein paar Punkte beim Sternschnuppen fotografieren zu berücksichtigen.

     

    Belichtungszeit

    Damit die Sternschnuppen als Streifen sichtbar werden aber der Rest des Sternenhimmels aus Sternen (Punkten) besteht, muss man die richtige Belichtungszeit einstellen. Bei zu langer Belichtungszeit verwischen die Sterne durch die Erdrotation.

    Die Stärke der Verwischung hängt auch von der Sensorgröße und der Pixeldichte ab.

    Wichtig ist also zu wissen, wie lang die maximale Belichtungszeit sein darf. Damit die Sterne als Punkte und die Sternschnuppen als solche sichtbar werden.

    Sternschnuppen fotografieren - Stern verwischt bei zu langer Belichtungszeit

    In dieser 1:1 Pixeldarstellung sieht man, dass der Stern in die Länge gezogen ist.

     

    Sensorgröße

    Die Sensorgröße hat Einfluss auf die Stärke der Verwischung.

    Angenommen man belichtet so lange (mit Vollformat – 36 x 24 mm), dass der Stern-Wischer über die Hälfte der langen Seite geht. Dann sind das 50% von 36 mm und entspricht 18 mm.

    Beim Halbformat (24 x 18 mm) sind 50% aber nur 12 mm. Da die zurückgelegte Verwischung der Sterne aber auch 18 mm im Bild entspricht, haben wir eine Verwischung von 75%.

     

    Pixeldichte

    Dasselbe gilt für die Pixeldichte. Angenommen man hat 1.000 Pixel Auflösung (lange Seite) und die Verwischung beträgt 2 ‰. Der Stern ist um 2 Pixel verwischt, also fast noch ein Punkt. Bei 6.000 Pixel (lange Seite) ist der Stern schon über 12 Pixel verwischt. Was man deutlich erkennen kann.

    Wenn man länger belichten möchte, benötigt man ein Nachführsystem*, (Werbung) das die Erddrehung ausgleicht. Oder eine Kamera die den Bildsensor nachführt wie z.B. die Pentax K1.

     

    Die 500er-Regel

    Die 500er Regel wurde entwickelt, um die Verwischung durch die Erdrotation auszuschließen. Der Bildausschnitt wird durch längere Brennweiten verkleinert, ähnlich wie beim kleineren Bildsensor. Mit der Formel kann man jetzt die maximale Belichtungszeit errechnen. Da es die Regel schon zu analogen Fotozeiten gab, muss man allerdings noch ein paar Aspekte der modernen Zeit berücksichtigen.

    Die einfache 500er-Regel gilt für Vollformatsensoren.

    Belichtungszeit = (500 / Brennweite)

    Ergänzen muss man, dass die Auflösung des Sensors auch noch eine wichtige Rolle spielt, wie z.B. Greg Boratyn in seinem Artikel (Werbung) erklärt. Er hat mit der 500 er Regel und einer 12 MP Vollformatkamera eine Verwischung von 4 Pixel gemessen.

    Bei 24 MP oder höher, wird es entsprechend mehr. Daher macht es Sinn aus der 500er-Regel eine 400er oder 300er Regel zu machen.

     

    Bei kleineren Sensoren muss unbedingt der Cropfaktor berücksichtigt werden. Die Formel wird entsprechend um den Cropfaktor ergänzt.

    Belichtungszeit = (500 / Brennweite) / Cropfaktor

    Bei einem Halbformatsensor (DX-Format) und einem Objektiv mit 18 mm Brennweite errechnet sich die maximale Belichtungszeit wie folgt.

    (500/ 18) /1,5 = 18,5 Sekunden

     

     

    Brennweite

    Sternschnuppen Milchstrasse Astrofotografie Berge

    Um die Milchstraße zu fotografieren, bieten sich Weitwinkelobjektive an, damit man einen großen Bildausschnitt aufnehmen kann. Interessanter werden die Fotos, wenn man etwas von der Umgebung bei der Bildgestaltung berücksichtigt.

    Die Brennweite steht auf dem Objektiv. Wenn man ein Zoomobjektiv nutzt und nicht weiß, welche Brennweite genau eingestellt ist, einfach ein Foto aufnehmen. In den Metadaten wird die Brennweite gespeichert und auf dem Kameradisplay (bei Bildwiedergabe) angezeigt. Eventuell muss man den Anzeigemodus verändern.

     

    Blende

    Die Blende sollte möglichst weit, oder am Besten ganz offen sein. Hier sind lichtstarke Objektive z.B. mit F/1,4 im Vorteil.

     

    ISO

    Da die längste Belichtungszeit und die Blende mehr oder weniger vorgegeben sind, bleibt nur noch die ISO-Einstellung um die Belichtung einzustellen. Allerdings muss man daran denken, dass das Bildrauschen mit steigenden ISO-Werten ebenfalls ansteigt.

     

    Fokus

    Der Autofokus wird seine Probleme bekommen, auf den Sternenhimmel richtig zu scharf zu stellen. Daher sollte man manuell fokussieren und das Objektiv auf unendlich (∞) einstellen.

     

    Stativ

    Die Belichtungszeit verlangt die Verwendung eines Stativs, dessen Standfestigkeit noch verbessert werden kann. Bei Nutzung eines Stativs ist ein vorhandener Bildstabilisator zu deaktivieren.

    Auch ein Fernauslöser ist nützlich, damit man beim Auslösen das Bild nicht verwackelt. Eine Spiegelvorauslösung ist ebenfalls sinnvoll.

     

    Lichtverschmutzung

    Damit die Sterne deutlich sichtbar werden, ist eine dunkle Umgebung wichtig. Das gilt auch für die Galaxy Fotografie. Man spricht auch von Lichtverschmutzung (engl. light pollution). Um herauszufinden, wo es auf der Welt wie hell ist, gibt es entsprechende Karten, wie z.B. Darksitefinder oder Lightpollutionmap  oder Software, um sich die besten dunklen Fleckchen anzeigen zu lassen, wo der Himmel dunkel ist und die Bilder besser aufgenommen werden können.

     

    Eine Lampe sollte man auch nicht vergessen, damit man alles richtig einstellen kann und auch wiederfindet. Die Gewöhnung der Augen an die Dunkelheit geht übrigens bei ausgeschlachteter Lampe schneller, wenn man vorher rotes Licht verwendet hat.

     


    siehe auch: Feuerwerk fotografieren

    Die Standfestigkeit beim Kamerastativ verbessern

    Nikon D810A Astrofotografie

     

    mehr Informationen

     

     

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