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    Vor-Visualisierung & Animation » Storyborad » Animatic » Story Reel

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    Einstellungen planen.

    Ein Hintergrundkarton mit 270 cm Breite ist nicht die Welt, das merkt man ganz schnell, wenn man mehr als eine Person vor die Linse bekommt. Jetzt kommt es z.B. vor, dass man drei, vier, fünf oder mehr Personen gleichzeitig fotografieren möchte, und hat auch eine bestimmte Aufstellung im Kopf. Jetzt kommt der Moment, wo man sich überlegen muss, wo man das aufnimmt und wie viel Platz man konkret benötigt.

    Der Weg beispielsweise in ein Mietstudio ist hier naheliegend aber reicht für das gewünschte Motiv (s. Gruppenfoto) schon ein Hintergrundkarton von 360 cm oder braucht man eine Hohlkehle von 5 oder 6 Meter Breite?

    Wer schon einmal einen Film geschnitten hat, der weiß, dass man unterschiedliche Einstellungen wie z.B. Totale, Halbtotale, Amerikanische, Nah, etc. gegeneinander schneidet, dass man keine Achsensprünge machen darf und viele Details mehr. Eine detaillierte Vorplanung hilft dabei, das alle nötigen Einstellungen auch gefilmt werden und geben als Animation einen Ersten-Eindruck, wie es dann später wirken wird.

    Frameforge Screenshot

    In Frameforge hat man oben die einzelnen Szenen (der farbigen Kameras) der großen Ansicht. Wo man auch eingetragene Masse des Raumes sieht in dem aufgenommen werden soll.

     

    Im Artikel über 3D Studiolicht Setups für Fotografen habe ich ja schon über die Vorteile und Möglichkeiten einer 3D Planungs- und Simulations-Software geschrieben. Vielleicht habt ihr schon den Artikel gelesen, wo ich nachfolgendes Bild gezeigt habe, dessen ursprüngliche Planung sich hier im Screenshot wiederfindet. So konnte beispielsweise vor dem Shooting die Notwendigkeit von Bühnenelementen für die Gruppe festgestellt werden und auch die Einstellungen wie z.B. Kameraposition inkl. Objektivauswahl, Standort der Personen und Position und Höhe der Podeste festgelegt werden. Am Set weiß dann jeder was, wo und wie aufgebaut werden muss.

    Scherenschnitt

     

    Bei den folgenden Programmen geht es allerdings um mehr, als nur die Fotografie von einzelnen Shots. Es können damit physikalisch richtige Storyboards für Filme, Trailer, Werbespots etc. geplant werden. Dies wird durch eine 3D-Engine möglich, welche die Größenverhältnisse, Perspektiven, Schärfentiefe, etc. simuliert.

    Wer einen Film macht, der tut gut daran, das Drehbuch in ein Storyboard und Shootingliste zu übertragen. Die Shootingliste kann nach Locations sortiert werden, da ein Film normalerweise nicht in der zeitlichen Abfolge aufgenommen wird, sondern Set für Set.

    So weiß man, was konkret aufgenommen werden muss. Auch werden die nötigen Kameraeinstellungen festgelegt, die im Schnitt benötigt werden.

    Selbstverständlich kann man auch „nur“ ein Fotoshooting planen.

     

    Warum in 3D?

    Das gezeichnete Storyboard, hat das Problem, das es oftmals idealisierend gezeichnet wird. Also so wie man es gerne hätte. Im Gegensatz zu einer 3D-Software, welche die echten Blickwinkel der Objektive inklusive Perspektive, Proportionen, Schärfentiefe etc. darstellt. Während beispielsweise in einem gezeichneten Storybord zwei Personen mit stark abweichenden Körpergrößen bei einer nahen Einstellung die Köpfe auf fast identischer Höhe haben können funktioniert das in der 3-D-Visualisierung nicht. Hier muss die kleine Person auf eine Kiste o.ä. gestellt werden, die man dann beim Shooting auch vor Ort hat, weil diese Kiste idealerweise in eine Props-Liste übernommen wird.

    Es können Kamerafahrten, Zooms und Schwenks gemacht werden und auch Personen, Fahrzeuge, etc. bewegt werden. Das Wichtigste ist, das neben dem Storybord mit den Einstellungsbildern auch fertige Animationen erstellt werden können. So kann ein kompletter Film oder Werbespot vorher visualisiert werden und auch das Timing im voraus überprüft werden. Auch gesprochener Text oder Musik kann schon in der Planung unterlegt werden.

     

    Der folgende Film zeigt eine Vor-Visualisierung von Indiana Jones.

    Wenn man überlegt, das Selbst bei kleineren Film-Produktionen schnell 15 Leute und mehr am Set sind, dann kann man sich gut vorstellen, was man durch eine entsprechende Planung schon alleine an Personalkosten sparen kann. Wenn auch noch Fahrzeuge, Kamerakräne, und weiteres Mietequipment zum Einsatz kommt, kann eine Stunde schnell tausend Euro oder mehr verschlingen.

    Selbstverständlich können auch Fotoshootings damit geplant werden. Bei einer Studioproduktion mit Personen kann man sich diesen Beitrag einmal ansehen.

     

    ShotPro

    Ist für iPhone und iPad im Appstore (Werbung)

    An einer Mac-Version wird gearbeitet, es gibt aber noch kein Erscheinungsdatum. Im Forum steht etwas von Frühling, kann also durchaus auch Sommer werden.

    Mit einem Preis von ca. 30 EUR sicherlich keine billige App, im Vergleich zu Frameforge aber sehr preiswert.

     

    Zur Website des Herstellers (Werbung)

     

    Frameforge Previz Studio

    Für Windows und Mac.

    Mit Frameforge habe ich schon gearbeitet und man braucht schon einige Zeit um sich richtig einzuarbeiten. Wahrscheinlich ist es die Standard-Software in diesem Bereich, neben dem Indiana Jones Film oben ist beispielsweise auch Drei Engel für Charly (ganz unten) damit vor-visualisiert worden.

     



    Es gibt drei verschiedene Versionen: Core, Pro und Stereo sowie zahlreiche Zusatzmodule mit Gesichtern, Kleidung, Militär etc.

    Die GUI ist wirkt schon etwas angestaubt aber die Nutzung eines Game-Controllers vereinfacht die Eingabe, weil es sich dann ähnlich wie ein Personal Shooter bedienen lässt.

    http://www.frameforge3d.com/ (Werbung)

     

     

    Warum 2D trotzdem Sinn macht

    Um die gezeigten Filme zu erstellen, braucht man Zeit, sehr viel Zeit. Alles muss korrekt eingegeben werden und man verliert sich in vielen Kleinigkeiten. Für ein schnelles skizzieren der Idee und ein erstes grobes Storyborad ist man mit dem Stift oder einer 2D Software erst einmal schneller.

     

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