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    Studioblitzgeräte – eine Anschaffung fürs Leben?

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    Studioblitzgeräte

    Studioblitzgeräte –

    Mit einem Blitz Bewegungen einfrieren zu können und mit einer guten Lichtführung ein Bild optimal in Szene zu setzen, sind auch heute noch gewichtige Gründe, sich ein Studioblitzgerät zulegen zu wollen. Wobei es in den meisten Fällen sehr schnell mehrere Geräte oder eine ganze Studioblitzanlage wird. Und da sollte man doch genau prüfen, bevor man sich bindet.

    Die Zeiten, als man noch eine Wolke aus Magnesiumpulver entzünden musste, sind zum Glück vorbei. Wurde der Blitz in den 1930er Jahren in einen Glaskolben verbannt und elektrisch gezündet, war zwar das Rußproblem gelöst, das Risiko umherfliegender Glassplitter jedoch noch nicht. Erst als die Glaskolben mit einem zähen Lack überzogen wurden, konnte man dieses Problem in den Griff bekommen. Mit der Flashbar 10 für die Polaroid-SX-70-Kameras neigte sich die Entwicklung der inzwischen deutlich verkleinerten chemischen Blitzkolben ihrem Ende zu.

     

    Elektronenblitzgeräte setzen sich durch

    Inzwischen hatte der Elektronenblitz die Bühne der Blitztechnik erobert. Eines der ersten Studioblitzgeräte war das von Harold E. Edgerton und seinen Partnern 1938 hergestellte Speedlite. Nach dem zweiten Weltkrieg spaltete sich die Blitzgeräteentwicklung und während sich Honeywell in den USA und Metz in Deutschland den Kompaktblitzgeräten widmeten, setzten Firmen wie Multiblitz Mannesmann in Porz bei Köln oder Bron in Allschwil bei Basel auf die Entwicklung leitungsfähiger Studioblitzgeräte. Bron konnte damals offensichtlich ebenso wie Elinchrom in Renenes bei Lausanne auf die Entwicklungen des in Paris geborenen Dimitri Rebikoff zurückgreifen. Beide Unternehmen sind noch heute am Markt und auch die Firma Multiblitz ist mit neuen Eigentümern inzwischen neu aufgestellt. Bei den bis heute noch existierenden Herstellern von Studioblitzgeräten handelt es sich durchgängig eher um kleine und mittlere Unternehmen. Aus dem Markt ausgeschieden sind eher die Großen, wie die französische Balcar, die im Jahre 2011 mit der Groupe Fokia ins Schlingern geriet.

     

    Monolight oder getrennter Generator?

    Im Studiobereich haben sich heute zwei unterschiedliche Gerätelinien durchgesetzt. Das sind zum Einen die geteilten Geräte mit separaten Blitzköpfen und externem Blitzgenerator, die alleine schon aufgrund des Gerätegewichts praktisch nur für den stationären Einsatz konzipiert sind. Auf der anderen Seite hat die Miniaturisierung der Elektronik die Verbreitung der sogenannten Monolights oder Kompaktgeräte beflügelt, die die gesamte Elektronik in einem Gerät vereinen und inzwischen teilweise sogar noch einen wechselbaren Akku für den Einsatz außerhalb des Studios oder „on location“ ermöglichen, ohne einen Stromgenerator mitschleppen zu müssen.

    Während sich bei den Blitzsystemen mit getrenntem Generator die europäischen Firmen den Markt weitgehend unter sich aufteilen, drängen im Bereich der Monolights inzwischen verstärkt chinesische Firmen auf den europäischen Markt, darunter FalconEyes, die in Deutschland eine Zeitlang im Vertrieb von Bilora waren oder Mettle. Neben den Chamäleon-Blitzgeräten der Kölner CF Photo + Video Technik, den Studioblitzgeräten von Dörr oder Walser (Walimex Pro), kommen auch die Metz-Studioblitzgeräte aus chinesischer Fertigung. Die Zirndorfer legen dabei Wert auf den Hinweis, dass ihre Geräte vom VDE geprüft seien. Es gibt daneben jedoch auch noch andere Prüflabors wie Intertek, SGS oder die verschiedenen TÜVs und ihre Tochtergesellschaften.

    Stellt ein Anbieter jedoch in seiner Produktbeschreibung die Aussage heraus, dass seine Geräte CE-zertifiziert seien, so ist durchaus Vorsicht geboten. Die CE-Kennzeichnung ist keine Zertifizierung, sondern eine Selbstdeklaration eines Herstellers. Er erklärt damit, dass für sein Produkt eine Konformitätserklärung für alle EU-Verordnungen vorliegt, denen das Gerät entsprechen muss. Ohne diese Konformitätserklärungen dürfen elektrische Produkte nicht in den EU-Binnenmarkt eingeführt werden.

     

    Worauf sollte man bei der Auswahl eines Studioblitzgeräts achten?

    Schutzglocke-Elinchrom-Glass-Dom Studioblitzgerät

    Foto: Elinchrom

    Auch wenn die Gefahr einer zerspringenden Blitzröhre heute deutlich geringer ist, als zu Zeiten der Kolbenblitze, ist ein Schutzglas vor der Blitzröhre heute bei den meisten Studioblitzgeräten üblich. Am meisten verbreitet ist die sogenannte Pyrex-Glocke, die auch für eine homoge Lichtverteilung von Blitz- und Einstelllicht sorgt. Beim Einstelllicht sollte man darauf achten, dass es über eine ausreichende Leistung verfügt. 50 Watt erscheinen in den meisten Fällen nicht wirklich ausreichend. Höhere Leistungen des Einstelllichts sorgen aber auch für eine stärkere Erwärmung des Blitzkopfes und können gerade bei sehr kompakten Geräten ohne Ventilator die Nutzungsdauer deutlich einschränken und möglicherweise auch das häusliche Stromnetz an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen. Bei den Anschlüssen für die Lichtformer sollte man darauf achten, dass man sich dabei nicht vom Angebot eines einzigen Herstellers abhängig macht, sondern dass es zumindest Adaptionsmöglichkeiten für Lichtformer anderer Anbieter gibt.

    Aufgrund der vergleichsweise langen Synchronzeiten der in den meisten Kameras verbauten Schlitzverschlüsse konnten sich gerade im Bereich der vielfach in Studios eingesetzten Mittelformatkameras die Zentralverschlüsse ihren Platz erhalten, da sie mit kürzeren Synchronzeiten aufwarten können. In den letzten Jahren hat sich jedoch nicht nur bei den Systemblitzgeräten, sondern auch zunehmend bei Studioblitzgeräten die sogenannte Highspeedsynchronisation etablieren können, die es mit ausreichend langen Blitzleuchtzeiten ermöglicht, auch bei Schlitzverschlüssen eine gleichmäßige Lichtverteilung über das gesamte Bild zu erzielen, auch wenn der Verschluss in seinem Durchlauf nur einen schmalen Streifen des Bildes belichtet. Blitzzeiten von 1/8000 Sekunde sind dabei heute Stand der Technik.

    Neben den schon erwähnten Herstellern Bron und Elinchrom aus der Schweiz und der deutschen Multiblitz gibt es noch die ebenfalls aus deutschen Landen stammenden Firmen Briese sowie Hensel und Priolite in Würzburg, Profoto aus Schweden, Bowens aus Großbritannien sowie die Firma Richter Studiogeräte aus Salem am Bodensee, deren Geräte auch in Deutschland produziert werden sollen.

    Aufgrund der nicht unerheblichen Anschaffungskosten, die für eine brauchbare Studioblitzausrüstung zusammenkommen, wird es wohl für die meisten Amateurfotografen eine Anschaffung fürs Leben werden und die sollte sorgfältig abgewogen werden. Nichts wäre ärgerlicher, als am Ende eine Menge letztlich teuren Elektroschrott zum Recyclinghof fahren zu müssen.

     


    Zum Thema Studioblitzgeräte passt auch: Der richtige Studioblitz

     

     

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