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    Das Zensurbalken Lichtsetup

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    Ich habe ein kurzes Making-of Video (Dauer 1:43) auf deutsch erstellt, welches du dir gerne ansehen kannst. Vielleicht findest du dort auch Antworten auf noch bestehende Fragen, sonst nutze bitte die Kommentarfunktion.

    Der Zensurbalken als Lichtsetup oder Licht und Schatten im Griff.

    Ich bin gefragt worden, wie ich den Zensurbalken fotografiert habe. Im nachfolgenden Artikel stelle ich das Lichtsetup kurz vor und auch erzähle, wieso dieses nicht ganz ernst gemeinte Bild entstanden ist.

    Ich wollte ein Foto von mir machen, dass einen Bezug zur Fotografie besitzt. Allerdings mochte ich keine Kamera als Requisite nutzen, weil man ebendiese Bilder bereits viel zu oft gesehen hat. Das Portrait sollte weder steif noch klassisch rüber kommen, sondern eher wie ein humorvolles Selfie.

    Da ich mich gerne mit Lichtsetzung beschäftige, kam ich zu der Idee eines Zensurbalkens per Schlagschatten. Solch ein Balken wird normalerweise nachträglich über ein fertiges Foto gelegt. Ich wollte diesen allerdings gezielt beleuchten und ohne Bildbearbeitung auskommen.

     

    Der Zensurbalken, Augenbalken oder Pornobalken

    Der Zensurbalken wird auch Augenbalken genannt, wenn es darum geht Personen unkenntlich zu machen. Im Bereich der Brustwarzen oder Genitalien angewandt wird er als Pornobalken bezeichnet (so steht es jedenfalls bei Wikipedia). Der schwarze Balken dient der Zensur, der darunter liegenden Inhalte, indem er diese verdeckt. Heutzutage wird ebendiese von vielen sozialen Netzwerken gefordert, denn Nippel dürfen niemals zu erkennen sein.

    Da ich das Ganze als Fotogag sehe, ist es auch nicht schlimm, das mein Foto nicht zu 100% identisch mit einen klassischen Augenbalken ist. Dafür gibt es z.B. bei iTunes und Co. passende Apps. Welche einen schwarzen Zensurbalken automatisch per Gesichtserkennung setzen können.

     

    Der Zensurbalken als Lichtsetup oder Licht und Schatten im Griff.

    Licht und Schatten im Griff

    Um einen möglichst scharf abgegrenzten Balken als dunklen Schatten zu erzeugen, benötigt man sehr hartes Licht.

    Da ich das Foto als Selbstporträt umsetzen wollte, viel ein normaler Aufsteckblitz, wegen des fehlenden Einstelllichts direkt heraus. Obwohl er sich aufgrund seiner kleinen Abstrahlfläche gut eignen würde.

    Die Positionierung der Lichtquelle, der Pappe, der Hand und des Kopfes waren mir einfach zu viele unkontrollierte Variablen. Ohne eine Echtzeitvorschau, ist die Positionierung des Schattens und der Hand, die den Balken virtuell halten sollte, kaum denkbar gewesen.

     

    Hartes Licht

    Hartes Licht erzeugt scharfkantige dunkle Schatten und wird mit einer kleinen Lichtquelle und / oder durch großen Abstand erreicht. Da mein Heim-Fotostudio eher winzig ist, scheiden weitläufige Entfernungen aus.

    Von Profoto gibt es die Hardbox* (Werbung), für extrem hartes Licht. Das ist auch kein Reflektor, sondern ein Lichtschlucker. Es sammelt die divergierenden Lichtstrahlen nicht ein und lenkt diese nach vorne um, so wie es klassische Lichtformer machen. Das Licht welches nicht direkt austritt wird weitestgehend absorbiert. Weil der Blitzkopf in einer senkrechten Position genutzt wird, kann man die Ringblitzröhre nur seitlich sehen, was ihre Fläche um ein Vielfaches, im Vergleich zur normalerweise sichtbaren Kreisform, verkleinert. Da ich keine Profotoblitze besitze, machte ich mich auf die Suche, was mein Arsenal hergibt.

    Meine private Wahl viel auf ein Dedolight mit Projektionsvorstaz und Irisblende. So kann der Abstrahlwinkel eng gehalten werden, ohne das Licht direkt auf den Hintergrund fällt.

    Die Lichtausbeute ist mit diesem Dauerlicht natürlich deutlich geringer als mit Blitzlicht, aber für eine 1/100 Sekunde mit Blende 5,6 bei ISO 800 hat es gereicht.

     

    Das LichtSetup

    Beim erstellen des Lichtsetups wurden insgesamt 4 Lichtquellen (Klassik Dedolights mit 24 Volt und 150 Watt Halogenbrenner) verwendet. Ich habe das Lichtsetup hier mit Studioblitzen in Set a light 3D annäherungsweise nachgestellt. Die Software habe ich hier vorgestellt.

    Zensurbalken Lichtsetup in der Aufsicht

    1. Hauptlicht – mit Projektionsvorsatz und Irisblende
    2. Hintergrundlicht – mit blauer Folie im Filterhalter und Diffusorfolie vor dem Flügeltor
    3. Rimlight – mit blauer Folie im Filterhalter und Flügeltor
    4. Haarlicht – mit Flügeltor
    5. Pappstreifen – für den Schlagschatten des Zensurbalken

    Zensurbalken Lichtsetup im Heim-Fotosudio

    Hauptlicht und  Schatten

    Begonnen habe ich mit dem Hauptlicht (1), welches im maximalen Abstand von etwa 2 Meter positioniert wurde.

    Der Pappstreifen (5) wurde an einem Manfrotto Extension Arm D500B* (Werbung) befestigt, der wiederum an einem Autopole-Klemmstativ angebracht war. Die Entfernung zum Gesicht wurde so gewählt, dass man beim Ansehen des Bildes hiervon nichts im aufgenommenen Bildaluschnitt sieht. In mehreren Schritten wurde die Pappe auf die benötigte Größe geschnitten und mit Nylonschnur (Angel- oder Drachenschnur), etwas Tesa und Klammern am Ausleger positioniert.

    Wichtig war mir, dass der Balken keinen Schatten auf die Hand wirft, damit ein besserer Eindruck vom Festhalten entsteht.

    Zur Kontrolle des Bildes nutze ich den Kamera LiveView mit der Software Capture One Pro 10 und kann per Smartphone App die Kamera fernauslösen.

     

    Hintergrundlicht

    Das Hintergrundicht (2) wurde mit einer blauen Filterfolie eingefärbt. An den Torflügeln wurde eine Diffusorfolie angebracht, damit der Lichtkegel zum Rand hin einen weicheren Übergang bekommt.

     

    Haarlicht und Streiflicht

    Das ebenfalls Blau eingefärbte Streiflicht (3) kommt schräg von der Seite und gibt der langen Seite des Gesichts Kontur und beleuchtest einen Teil seiner Fläche, wie ein Rimlight.

    Das Haarlicht (4) steht auf der anderen Seite und ist höher positioniert. Wie es sein Name schon beschreibt, beleuchtet es die Kopfhaare.

     


    siehe auch: Hintergrund farbig leuchten

     

    mehr Informationen

     

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